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"Schade, dass oft der Begriff 'Sex-Party' fiel"

So war Münchens erste Tinder-Party

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Hunderte kamen zu Münchens erster Tinder-Party.

München - Ein Match, ein Gespräch und vielleicht sogar ein Kuss: Auf Münchens erster Tinder-Party sollte alles möglich sein. Wie die Party tatsächlich ablief und warum die Münchner lockerer werden müssen: Wir waren dort.

Diese Like-Sticker klebt man auf Personen, die einem gefallen - ähnlich wie in der App.

Das Spiel ist einfach: Jeder Anwesende bekommt zu Beginn der Party Like-Sticker in Form von grünen Herzen. Sieht er eine Person, die ihm gefällt, geht er zu ihr hin und klebt ihr das Herz aufs Shirt. Wenn es gut läuft, klebt diese Person der anderen auch ein Herz drauf, und die beiden kommen ins Gespräch. Das nennt sich auf "Tinderisch" dann ein "Match". Nicht zwingend heißt ein Match aber, dass aus einem Flirt mehr werden muss - ähnlich wie in der App selbst bleibt das natürlich den Personen selbst überlassen. So das Prinzip hinter der ersten Tinder-Party, die am Donnerstag im Tor Club in München stattgefunden hat.

Frau traut sich nicht

Es ist halb elf - die Party ging um neun los - und man könnte sagen, zwei der Gäste haben ein flottes Tempo vorgelegt: Ein Pärchen steht eng umschlungen und intensiv knutschend im Eingangsfoyer des Tor Clubs neben der Garderobe. Im Saal selbst ist es noch ruhig - nur die Frau, die auf die Wände projeziert wird, tanzt zu den Beats des DJs.

Innerhalb von ein, zwei Stunden füllt sich der Club jedoch - hauptsächlich mit männlichen Singles. Viel Auswahl für frau - wenn sie den Mut aufbringt: "Es sind so viele Mädchen vor dem Eingang gestanden und haben sich nicht reingetraut, das war echt krass. Ich musste einen Teil von ihnen umsonst reinlassen, weil sie sonst wieder gegangen wären", erzählt Andy Scherf, der bereits Partys in Berlin, Hamburg und anderen Städten Deutschlands organisiert hat und zusammen mit Lars Orlamünde die Tinder-Party nun auch in München beliebt machen will.  Nirgendwo sonst sei es so schwierig wie in München, Leute zu einer derartigen Party zu bewegen. Und dabei ist diese harmlos - Scherf hat auch schon die eine oder andere Party in Strip-Clubs organisiert. Die Tinder-Party bietet aber tatsächlich keinen Grund dazu, sich zu zieren, denn die Atmosphäre zwischen den Gästen scheint locker und unverbindlich. Man ist nett zueinander, begutachtet sich, macht sich einen Spaß aus den Aufklebern und lässt die Dinge auf sich zukommen.

Feedback: "Schade, dass der Begriff Sex-Party gefallen ist"

Florentine (22) ist zusammen mit ihren Freunden auf die Party gekommen und findet die Idee der Party cool. "Es erinnert mich ein bisschen an die Partys, die damals im Gymnasium für die Unterstufler organisiert wurden", sagt sie. Allerdings hätte sie nur rein zufällig von der Party erfahren, das Event hätte noch mehr promotet werden müssen - wie Scherf später sagt, hätte die Werbung aber sogar 40 000 Leute erreicht. "Die Leute trauen sich einfach nicht", sagt er. Ein möglicher Grund dafür: "Es ist oft der Begriff 'Sex-Party' gefallen", sagt Florentine. "Was schade ist."  Ihren "Zukünftigen" auf so einer Party kennenzulernen kann sie sich trotzdem nicht vorstellen - "dadurch, dass alle recht offen sind kommt man zwar schneller ins Gespräch, aber meistens sind es dann doch nur oberflächliche Unterhaltungen, die man führt." Das gelte aber generell für Club-Partys.

München muss lockerer werden

Auf Münchens erster Tinder-Party.

Als die Zahl der Gäste schließlich ihren Höhepunkt erreicht hat, bleibt trotzdem noch Luft nach oben. "Im Durchlauf hatten wir in den ersten Stunden etwa 500 Gäste, später dann 300", zieht Scherf am Ende Bilanz. "Wir müssen in der Sache einfach noch Erfahrung sammeln, deshalb wird die Tinder-Party auch vorerst noch weitere drei Mal stattfinden. Und wenn Lars und ich am Ende nur bei null rauskommen. Wir fanden die Idee cool und dachten uns, so etwas sollte es auch in München geben, die nächste Party ist für Januar geplant." Scherf und Orlamünde wollen sich aber der Herausforderung stellen: "München ist introvertiert, möchte aber eine Weltstadt sein", erklärt Scherf. "Sie ist es aber nicht. Und damit müssen wir arbeiten. München muss endlich mal lockerer werden."

Ob die nächste Party wieder an einem Donnerstag stattfinden wird, bleibt noch offen. Scherf ist der Meinung, der Donnerstag sei ein besserer Freitag. Aber möglicherweise sei auch das etwas, dass in München nicht so gewöhnlich ist wie in Berlin beispielsweise. Eines ist aber sicher: Für die nächste Party werden mehr Like-Sticker bestellt. "Wir hatten etwa tausend Stück, aber die waren sofort weg", sagt Scherf und grinst.

Welches Paar am Ende nachhause gefahren wurde ...

Gegen zwei Uhr morgens, als der Saal wieder etwas leerer wird, merkt man der Party immer noch nicht an, dass es eine Dating-Party ist, geschweige denn eine Sex-Party: Die Zahl der knutschenden Paare lässt sich an einer Hand abzählen. Und dabei gibt es extra das Special, bei dem die Person mit den meisten Likes inklusive Begleitung von einem Shuttle nachhause oder ins Hotel gebracht wird. Über diesen Trumpf freute sich dafür später das Pärchen, das sich in der Eingangshalle fast vernascht hätte.

Luca von Prittwitz

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