Blech für Maria: Felix ist unsere letzte Gold-Hoffnung

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Felix Neureuther hat im wohl wichtigsten Rennen seiner bisherigen Karriere die einmalige Chance, vor der Haustür eine WM-Medaille zu erringen. Für Maria Riesch gab's am Samstag nur Blech.

Garmisch-Partenkirchen - Er ist unsere letzte Gold-Hoffnung: Felix Neureuther hat im wohl wichtigsten Rennen seiner bisherigen Karriere die einmalige Chance, vor der Haustür eine WM-Medaille zu erringen. Für Maria Riesch gab's am Samstag nur Blech.

Zitterpartie ohne Happy End: In letzter Sekunde hat Titelverteidigerin Maria Riesch im Slalom ihre dritte Medaille bei der Heim-WM verpasst und wurde von der neuen Weltmeisterin Marlies Schild aus Österreich auf Rang vier verdrängt. “Ich bin jetzt leider nicht Weltmeisterin geworden. Aber eine totale Pleite war es mit zwei Bronzemedaillen auch nicht“, sagte die Dritte aus Super-G und Abfahrt am Samstag. Zweitbeste des deutschen Torlauf-Teams, das außer Maria Riesch am Gudiberg komplett enttäuschte, wurde Fanny Chmelar auf Rang 15. Susanne Riesch schied ebenso aus wie Christina Geiger.

Unsere letzte Gold-Hoffnung heißt nun Felix Neureuther. Für ihn ist es WM-Start mit Sicht auf das eigene Haus: Als Dreijähriger düste Felix Neureuther bereits auf Skiern den Gudiberg hinab, an diesem Sonntag will er den “sehr großen Vorteil“ auf “seinem“ Hang nutzen. “Weil ich von diesem Berg alles kenne, jeden Zentimeter“, erklärte der 26-Jährige seinen speziellen Heim-Bonus vor dem großen WM-Finale (10/13.30 Uhr/ARD und Eurosport). “Man fühlt sich extrem wohl und kennt alle Torrichter mit Vornamen.“

In zweimal knapp einer Minute finden Vorfreude, Anspannung und Vorbereitung von fünf Jahren ihren Höhepunkt - seitdem sein Heimatort Garmisch-Partenkirchen als Ausrichter der Titelkämpfe feststeht. Eigentlich mache sich ein Slalomfahrer keine Gedanken über die Flüchtigkeit dieser Momente. “Aber wenn man es sich überlegt, ist es echt krass“, sagt Neureuther. “Es kann so schnell vorbei sein, es ist wirklich speziell im Slalom.“

"Schland!" und "Hopp Schwyz!": Die besten Fan-Bilder

"Schland!" und "Hopp Schwiiz!": Die besten Fan-Bilder

Ein Deutschland-Fan (links) und ein Anhänger des Schweizer Teams. Hier sehen Sie die besten Fan-Bilder der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen. © Sehr
Schwarz-Rot-Gold im Haar: Ein Deutschland-Fan. © Sehr
Alles Käse? Ein Österreich-Fan. © Sehr
Diese Deutschland-Fans gehen sogar in die Luft. © Sehr
Schweizer Fans. © Sehr
Diese Deutschöand-Fans haben die WM-Maskottchen Ga und Pa auf dem Kopf. © Sehr
"Hopp Schwyz!" Ein Fan aus der Schweiz. © Sehr
Servus! Ein Österreich-Fan. © Sehr
Dieser Deutschland-Fan hat bereits die Olympischen Winterspiele 2018 vor Augen. © dpa
Die Hände zum Himmel! Österreich ist bislang die erfolgreichste Nation in Sachen Gold! © Sehr
Schweizet Hut und italienische Flagge im Gesicht. © dpa
Zwei Fans mit Deutschland-Hüten. © Sehr
Die Fans des Schweizers Didier Cuche. © dpa
Deutschland-Fans aus Aichach. © Sehr
Dieser Deutschland-Fan hat bereits die Olympischen Winterspiele 2018 vor Augen. © dpa
Der Vater von Maria Riesch, Siggi, (Mitte, mit Sonnenbrille und Milka-Schirmmütze) im Kreise des Fanclubs seiner Tochter. © Sehr
Diese Kinder haben Maria Riesch ein Plakat gebastelt. © Sehr
Dieser Schweizer Fan bläst seiner Nation den Marsch. © Sehr
Fans des Skifahrers Georg Lindner (startet für Moldawien). © BSE-Pictures
Ein Fan des Schweizers Didier Cuche. © Sehr
Kleine Deutschland-Fans. © Sehr
Fans aus Garmisch-Partenkirchen. © Sehr
Fans aus Garmisch-Partenkirchen. © Sehr
Österreichische Fans in Hasen-Kostümen. © Sehr
Diese Fans kommen aus Norwegen. © Sehr
Dieser Mann trägt Maria Riesch am Hut. © Sehr
Begeisterte Schweizer Fans. © Sehr
Eine Volunteer-Dame mit den WM-Maskottchen Ga und Pa auf der Backe. © Sehr
Ein Österreicher (links) und ein Schweizer mit ihren Kuhglocken. © Sehr
Ein Deutschland-Fan mit großem Hut und schwarz-rot-goldener Kette. © Sehr
Sie jubelt mit großer Stoffhand für die Schweiz. © Sehr
Ein Prost auf Deutschland! © Sehr
Sportlich gelingt der Schweiz derzeit nicht viel. "Dann werden wir halt Après-Ski-Weltmeister", meinen diese eidgenössischen Fans. © Sehr
Zwischen Maria-Riesch-Fans: Ein Herz-Gruß an US-Skistar Lindsey Vonn. Darauf steht: "Lindsey, Prinzessin der Herzen." © Sehr
Zwei Fans aus der Schweiz. © Sehr
Die Fans des Deutschen Andi Sander. Der ist leider verletzungsbedingt ausgefallen. © dpa
Österreich-Fan in voller Montur. © Sehr
Ein Österreicher (links) und ein Schweizer mit ihren Kuhglocken. © Sehr
Zwei kleine Deutschland-Fans mit den WM-Maskottchen Ga und Pa. © Sehr
Fans mit Deutschland- und Bayern-Flagge. © Getty
Fans mit Deutschland- und Bayern-Flagge. © Getty
Fans von Maria Riesch. © Getty
Deutschland-Fans. © dpa
Schweizer Fans. © dpa
Fans aus Österreich. © dpa
Kostümierte Fans aus...? Keine Ahnung! © dpa
Schweizer Fans. © dpa
Schweizer Fans. © dpa
Fans aus Österreich. © dpa
Fans aus Deutschland und aus der Schweiz. © dpa
Fans mit den WM-Maskottchen Ga und Pa. © dpa
Schweizer Fans. © BSE-Pictures
Schweizer Fans. © BSE-Pictures
Fans aus Norwegen. © BSE-Pictures
Fans aus Norwegen. © BSE-Pictures
Schweizer Fans. © Sehr
Fans aus Frankreich. © Sehr
Deutschland-Fans. © Sehr
Deutschland-Fans. © Sehr
Deutschland-Fans. © Sehr
Schweizer Fans. © Sehr
Fans aus Slowenien. © Sehr
Italienische Fans. © Sehr
Fans aus Österreich. © Sehr
Deutschland-Fans. © Sehr
Deutschland-Fans. © Sehr
Verkelidete Fans. © Sehr
Schweizer Fans. © Sehr
Schweizer Fans. © Sehr
Fans aus verschiedenen Nationen. © Sehr
Begeistert und ausgeflippt: Die besten Fan-Bilder © Sehr
Fans aus Österreich. © Sehr
Fans aus der Schweiz. © Sehr
Fans aus der Schweiz. © Sehr
Fans aus der Schweiz bringen ein Plakat an, mit dem sie Silvan Zurbriggen untersützen. © Sehr
Auch ein Gipsfuß hält diesen Österreich-Fan nicht davon ab, sein Ski-Team zu unterstützen. © Sehr
Der Maria-Riesch-Fanclub. Rechts: Marias Vater Siggi. © Sehr
Ein Fan aus Österreich. © Sehr
Eine Musikkapelle aus Deutschland. © Sehr
Ein deutscher Musiker. © Sehr
Diese Dame unterstützt das US-Team. © Sehr
Maria-Riesch-Fans. © Sehr
Ein deutschland-Fan radelt durch den Ortskern von Garmisch-Partenkirchen. © Sehr
Zwei kleine Garmisch-Partenkirchner machen es sich mit der Garmischer Fahne auf Liegestühlen bequem. © Sehr

Wie schnell, das hat der zweimalige Weltcup-Sieger bei der Weltmeisterschaft vor vier Jahren selbst erlebt. Im schwedischen Are schied er als Zweiter des ersten Durchgangs mit Zwischenbestzeit im Finale aus. Die Aufholjagd von Val d'Isère endete 2009 als Vierter mit 19/100 Sekunden Rückstand auf den Bronze-Rang. “Ich könnte eigentlich schon so ein Typ für Großereignisse sein, es blitzt immer so raus, aber ich hab es leider noch nie umsetzen können“, sagte der Gewinner des Gudiberg-Torlaufs der vergangenen Saison.

Das Warmlaufen zum WM-Abschluss gelang nur teilweise. Nach dem Viertelfinal-Aus mit der Mannschaft, bei dem er im kurzen Parallel- Riesenslalom immerhin den späteren Teamweltmeister und Silbergewinner der Spezialentscheidung Cyprien Richard aus Frankreich schlug, kam er wegen eines groben Patzers im ersten Riesentorlauf nur auf Rang 34. “Dadurch, dass ich im zweiten Durchgang gestartet bin, kann ich wirklich da einen Haken druntersetzen und in Ruhe schlafen - weil sonst hätte ich ein solch schlechtes Gewissen“, gab der Lokalmatador zu Protokoll.

Kandahar und Gudiberg: Das sind die WM-Strecken

Kandahar und Gudiberg: Das sind die WM-Strecken

Kandahar und Gudiberg - keine Alpin-Strecken in Deutschland bieten so viel Historie. © WM-OK
Hier gab es Triumphe, aber auch tragische Momente. Foto: Fanny Chmelar stürzt im Januar 2009. © dpa
Für die WM wurden beide Areale mit Millionenaufwand umgestaltet. Anders als bei vorangegangenen Weltmeisterschaften liegen die Zielräume der Entscheidungen deutlich auseinander. Foto: Slalom-Strecke am Gudiberg. © WM-OK
GUDIBERG: In Sichtweite der Olympiaschanze finden die beiden Slalom-Wettbewerbe und die Finals der Super-Kombinationen statt. © WM-OK
Für knapp vier Millionen Euro wurde die Strecke im Ortsteil Partenkirchen modelliert, ein Zielhaus und ein Doppelsessellift gebaut. © WM-OK
Dieser löst den betagten Schlepper ab, der vor allem bei der Präparierung der Lifttrasse stets viel Arbeit machte. © WM-OK
Jeder Sieger der bisherigen Weltcuprennen, unter ihnen Felix (Foto) und Vater Christian Neureuther, sowie alle Weltmeister von 2011 finden ihren Namen auf einem der neuen Sessel wieder. © Getty
Anders als bei den zurückliegenden Weltcups liegt der Zielbereich nicht im Skisprungstadion, sondern es wurde ein eigenes Zielstadion gebaut. © WM-OK
Die selektive Strecke ist zudem nach oben hin verlängert worden. Auch nach der WM bleibt sie Spitzenathleten und dem Nachwuchs zum Training vorbehalten. © WM-OK
KANDAHAR: Ein anderes Gesicht erhielt die traditionsreiche Kandahar-Strecke, auf der seit 1954 Rennen gefahren werden. © WM-OK
Die Herren starten auf einer größtenteils neu gebauten Strecke, die beim Weltcup-Finale 2010 ihre Premiere feierte. © WM-OK
Der “Freie Fall“ ist mit 92 Prozent Gefälle das steilste Stück im alpinen Rennzirkus. © WM-OK
Beim Seilbahnstadelsprung landen die Abfahrer erst wieder nach etwa 40 bis 60 Metern. © WM-OK
“Der Läufer ist bis ins Ziel gefordert, es gibt keine Gleitstrecke, das ist das Charakteristische der neuen Kandahar“, sagt Chef-Rennleiter Heinz Mohr (Foto) über die im Vergleich zur alten Abfahrt kürzere, aber noch schwerere Prüfung. © dpa
Die Damen benutzen die bisherige Herren-Strecke mit den berühmten Schlüsselstellen Tröglhang, Himmelreich und Hölle. © WM-OK
Die FIS-Schneise, in der 1994 die Österreicherin Ulrike Maier tödlich verunglückte, wurde verbreitert. © WM-OK
Neu ist auch, dass Damen- und Herrenstrecke bis auf das gemeinsame Ziel voneinander getrennt sind, so dass beispielsweise Pistenbesichtigungen separat stattfinden können. Foto: Maria Riesch © WM-OK

Neben den diese Saison dominierenden Slalom-Künstlern Ivica Kostelic aus Kroatien und dem Franzosen Jean-Baptiste Grange hat er auch den Schweden Andre Myhrer auf der Liste seiner Hauptkonkurrenten. “Insgesamt denke ich, dass 20 Leute das Rennen gewinnen können“, rechnete Neureuther vor. “An dem Tag muss, wie auch bei jedem anderen, alles passen.“ Wie Grange (3 Erfolge), Sieger der Generalprobe in Schladming, Kostelic (2) und Myhrer (1) stand diesen Winter bislang auch Marcel Hirscher ganz oben auf dem Weltcup-Podest - der Österreicher fehlt jedoch verletzt. Neureuther reiste mit zwei sechsten Rängen als beste Weltcup-Platzierungen in die Heimat.

Dem “extremen Druck“ als “ganz, ganz heißer Medaillenkandidat“ (Teamkollege Fritz Dopfer) sieht er sich dennoch gewachsen. Auch weil die letzten intensiven Tests auf der österreichischen Reiteralm für neue Zuversicht gesorgt haben. “Letzte Woche haben wirklich alle von uns einen extrem guten Job gemacht, mein Servicemann, Trainer, Physio und so weiter“, sagte der 26-Jährige. Sollte der seit einem halben Jahrzehnt gehegte Traum von Edelmetall aber doch platzen, sieht sich Neureuther auch nicht aus der Bahn geworfen. “Wenn ich Vierter werde - mein Gott, dann waren halt drei schneller“, sagte er vor dem WM. “Das Leben geht danach auch weiter.“

Florian Lütticke und Christian Kunz

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