Fillin' up the MMA – Interview zum Beastin Sommerfest

Die Beastin-Macher: Duki und Fu

Bevor am Samstag im MMA zum großen Beastin-Sommerfest geladen wird, haben wir den Beastin Chefs Duki und Fu ein paar Fragen gestellt.

Endlich wieder gute Musik. Für so manch einen war der Einzug der „Beastin Parties“ so befreiend, wie der gewinnbringende Dunk von Billy Hoyle in White Men Can't Jump. 2008 wurde die erste Party im Edmoses gefeiert, inzwischen ist man der großen Nachfrage wegen in größere Gefilde gezogen – am Samstag feiert man bereits zum zweiten Mal das Beastin Sommerfest auf dem Gelände des MMA.

Mit einer Schlange von 100 Metern ist durchaus zu rechnen, wenn man nach 12 Uhr einmarschiert, dafür wird dem nach gutem Hip Hop lechzenden Publikum auch einiges serviert: das Amsterdamer Patta Soundsystem reist an, um den Münchnern einzuheizen, zudem ist das DJ Konglomerat rund um das Beastin Soundsystem am Start.

Insgesamt beginnt die Feier allerdings ruhiger, ab 20 Uhr liefern Foodtrucks die nötige Grundlage und Dumbo & Fu legen Old School R&B und House auf, die später zusätzlich live von Saxophonist Max Mersney unterstützt werden.

Zum Erfolg von Beastin, sowie ihren Ansichten zur Münchner Hip Hop Szene, haben wir den Beastin Chefs Duki und Fu ein paar Fragen gestellt.

Als das Streetwear Label Beastin 2008 gegründet wurde, wurde zugleich auch die erste Beastin Party zelebriert. Warum besteht diese Zusammengehörigkeit? Wieso Ist Beastin mehr als „nur“ ein Streetwear Label?
Wir verstehen BEASTIN als „Movement“ mit einem starken Family Charakter. Es steckt eine Menge Philosophie dahinter und wir sind unglaublich detailverliebt - was auch ausschlaggebend dafür ist, dass wir chronisch zu spät mit unsere Kollektionen sind. Wir haben BEASTIN gegründet, um München in Sachen Street Fashion auf die Landkarte zu bringen - das ist nach wie vor einer der treibenden Faktoren hinter unserer Marke.

Das Verknüpfen von den Faktoren Musik, Mode und Lifestyle ist bei euch Programm, liegen die Wurzeln hierfür auch in eurer Affinität zu Hip Hop und Basketball? Ist es für euch wichtig eher eine Kultur als nur ein Momentum mitzugestalten?
Ja - Ja und Ja! Wir sind alte „HipHop Heads“, die das Glück hatten Anfang der 90er in der „golden Era“ dieser Musik Bewegung aufzuwachsen. Auch wenn unsere Mode heutzutage eher subtil unsere Affinität zu dieser Szene aufweist, ist und bleibt das die DNA von BEASTIN. Basketball ist ebenfalls eine essentielle Inspirationsquelle und bleibt eine unserer großen Lieben.

Wie hat sich innerhalb der letzten Jahre das Beastin Soundsystem als Kollaborativ von DJs, Musikern und Produzenten entwickelt? Wer gehört alles dazu? Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit derjenige zu Beastin passt?
Wir sind enorm stolz auf unser Soundsystem. Auch hierbei ging es uns darum Musik und Mode zu vereinen. Die derzeitigen Mitglieder sind die DJ's Dime, Kitsune, Dumbo Beats, A-Les, Hotsauce und die Beastin Bros. HipHop ist ein weites Feld, mit enorm vielen Facetten. Bei unseren Jungs können wir sicher sein, dass sie den Geschmack von uns beiden und der sehr informierten BEASTIN Community treffen.

Obwohl – oder vielleicht trotz – der Betonung des Lokalen, bewährt sich Beastin längst auch auf internationaler Ebene – wie erklärt ihr euch den Erfolg?
Wir machen das Ding nun seit 7 Jahren. Da sind 'ne Menge Blut, Schweiß und Tränen geflossen, und wir freuen uns sehr, dass unsere Mode nach so langer Zeit immer noch hohen Anklang findet. Das ist alles andere als selbstverständlich in dieser „here today - gone tomorrow“ Szene. Es gibt natürlich eine Menge Faktoren, die unseren vermeintlichen Erfolg determinieren - dazu gehört Fleiss, Professionalität und 'ne gute Portion Glück. Ich denke aber, dass das wichtigste Schlagwort im Bezug auf Beastin Authentizität heisst. Wir sind unseren Wurzeln treu geblieben, haben immer noch keinen Cent Fremdkapital in der Firma und spritzen nicht wie zwei Idioten Champagner in Club durch die Gegend.

Natürlich sich auch die Beastin Feste „kleinere“ Exportschlager, etwa in Köln und Augsburg wird regelmäßig unter eurem Banner gefeiert – inwiefern schließt ihr hier eine Lücke? Worin liegt der Hunger nach euren Konzepten?
Über die Jahre haben wir top Kontakt zu „Seelenverwandten“ in anderen deutschen Städten geknüpft. Somit wissen wir, dass die Partyreihen in Köln und Augsburg unsere Marke würdig repräsentieren, auch wenn wir nicht jedes Mal vor Ort sein können. Unsere Freunde machen hier einen super Job. Uns ist es ein Anliegen, dass die BEASTIN Bewegung auch außerhalb Münchens Anklang findet - daher sind auch diese „auswärtigen“ Partyreihen ein wichtiger Bestandteil unseres Markenaufbaus.

Sind weitere Städte auch außerhalb des Freistaats im Visier für eure Parties?
Derzeit herrscht bei uns die „weniger ist mehr“ Philosophie. Wir werden Düsseldorf noch hinzunehmen und dann langt das erst mal.

Ihr seid selbst in München aufgewachsen und habt euch mit Sicherheit einige Nächte in Clubs um die Ohren geschlagen – gibt es Dinge, die ihr heutzutage am Münchner Nachtleben vermisst bzw. seid ihr froh, dass es manche Dinge nicht mehr gibt?
Da wir auch gerne elektronische Musik hören, freuen wir uns sehr über das hochqualitative Angebot einiger Clubs in diesem Bereich. Aber um ganz ehrlich zu sein … wir sind jetzt auch ein bisserl in die Jahre gekommen und freuen uns, wenn wir unsere monatliche Party einigermaßen heil überleben, daher sind wir nicht mehr immer auf dem neusten Stand.

Gerade im Bezug auf Hip Hop gab es zeitweise recht wenige Clubs in der Stadt, wie seht ihr die derzeitige Lage?
Da hat sich sehr viel getan. Als wir im besten Teeniealter waren, gab es max. 3 Anlaufstationen. Da war Hip Hop aber auch noch eine wahrhaftige Subkultur, was heutzutage natürlich gänzlich anders ist. Heutzutage kannst du von Mittwoch bis Samstag eine Hip Hop Veranstaltung finden. Viel Schrott - aber auch ein paar richtige gute Veranstaltungen.

Mit Beastin wurde zunächst das Edmoses samt Terrasse gefüllt, dann zog man ins Bob Beaman und ins Crux, um sich seit knapp einem Jahr nun im MMA zu etablieren. Was passiert, wenn das MMA auch zu klein für euch wird?
Wir haben gerade bei Berlusconi eine Anfrage für seine Bunga Bunga Villa laufen… aber bis dahin sind wir extrem zufrieden mit unseren Partnerschaft mit den Betreibern des MMA.

Würde sich die Gelegenheit anbieten einen eigenen Club zu betreiben, wäre es vorstellbar für euch Beastin „sesshaft“ zu machen?
Oft überlegt - immer wieder verworfen. Wir sind uns sicher, dass ein fester BEASTIN Club sehr gut laufen würde. Aber grundsätzlich sind wir Mode Designer, keine Gastronomen, und manchmal ist es eben besser bei seinen Leisten zu bleiben.

Am Samstag feiert ihr euer Sommerfest im MMA, als Headliner ist das Patta Soundsystem geladen, worauf dürfen sich die Gäste noch freuen?
Patta gehört Weltweit zu den anerkanntesten Streetwear Crews. Wir freuen uns riesig, dass sie den Weg aus Amsterdam zu uns finden. Musikalisch sind die Jungs überragend. Darüberhinaus wird es einen kleinen aber feinen Foodmarket geben und Live Musik im Outdoor Bereich. Wer schonmal auf einem Beastin Sommerfest war, weiß, dass wir für dieses Event immer die Extrameile gehen.

Beastin Sommerfest
Sa., 27.06., ab 20 Uhr
MMA, Katharina-von-Bora-Straße 8

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