Gecco: So edel ist der neue Italiener

+
Gecco-Küchenchef Fabrizio Frau präsentiert seine Auberginen- Rollen mit Mozzarella

München hat einen neuen Nobel-Italiener. Das ist der Anspruch von Dirk Ippen, der seinen Traum von gehobener Italo-Küche verwirklicht hat.

Gecco, so heißt das neue Lokal. Die Räume hatten zuvor den Alpenraum beherbergt, der für seine Betreiber mangels Nachfrage zum Albtraum geworden und in die Insolvenz geschlittert war. „Wegen Wasserschaden geschlossen“ stand fast ein halbes Jahr an der Tür – aber Münchens Gastronomen wussten längst, dass das Lokal in der Maxvorstadt zu haben war.

Das Duo Christoph Lämmle/Dirk Ippen, das bereits reichlich Gastro-Erfahrung mit Lokalen wie Wöllinger, Leon’s, Pappasito’s oder zuletzt La Trattoria gesammelt hat, setzte sich gegen die Mitbewerber durch und verpflichtete mit Fabrizio Frau einen Küchenchef, der bereits im Il Borgho Kreativität und Klasse am Herd bewies. Vom Alpenraum blieben lediglich Holzboden, Kamin und die Filzverkleidung. Die Möbel dagegen sind komplett neu, mit gemütlichen Bänken in dunklem Orange und massiven weißen Holztischen. So ist der Alpenraum zum Gecco geworden.

„Es geht mir hier in erster Linie um Qualität“, sagt Ippen auf der großzügigen Sonnenterrasse. „Ich wollte ein Lokal, in dem ich selbst gerne Stammgast wäre und das perfektionieren.“ Aufs Geld achtet er dabei nur bedingt. „Das verdienen wir mit unseren Läden, das Gecco ist aber mein Traum, den ich mir verwirkliche.“ Ausgesuchte Weine auch kleiner Winzer, dazu Klassiker der italienischen Küche wie die Scaloppina Fiorentina (21,50 Euro), der Wolfsbarsch in Salzkruste mit Kartoffeln und Gemüse der Saison (22,50 Euro) oder auch mal was Ausgefallenes wie das Chateaubriand vom Tiroler Kaiserkalb: „Das ist die Steigerung zum Kalbsfilet, einfach umwerfend.“ Darauf steht Ippen, und das will er mit seinen Gästen teilen.

Alles in noblem Ambiente: An der Wand steht ein begehbarer Weinschrank, aus den Deckenlautsprechern swingt Crooner-Sound à la Sinatra. Richtig authentisch aber wird’s, wenn Rocco & Rocco zum Mikro greifen. Die beiden heißen wirklich so, sind eigentlich Kellner im Gecco, zu vorgerückter Stunde aber geben die beiden aus Napoli mit viel Schmelz italienisches Liedgut per Halb-Playback zum Besten. Locker und schräg-schön. Dank seiner Lage im Rücken der Feierbanane ist das Gecco auch ein Hotspot zum Vorglühen vor dem Besuch der Partymeile am Maximiliansplatz. „Mach ich selbst manchmal“, sagt Ippen, „erst hier tafeln, dann im Pacha abtanzen.“

Das Gecco in der Karlstraße 10 hat täglich ab 11.30 Uhr geöffnet , www. gecco-muenchen.de, Telefon 59 06 82 40.

Auch interessant

Kommentare