Es heißt wieder: Geht's noch!

Geht´s noch!-Macher: Ramon, Omar und Stani

Am 1. August feiern die Jungs Stani, Ramon und Omar im Lucky Who das große „Geht's noch!“-Revival. Wir haben zum Interview gebeten.

Etwas mehr als 2 Jahre gab es die „Geht's noch!“ Veranstaltung im 2rooms am Stachus – von 2006 bis 2008. Heute betreibt Jehad Safadi in der Location das Ruby und ist damit zumindest dem Hip Hop Konzept treu geblieben. Damals jedoch wurden jeden Mittwoch in der ersten Stunde die Vodka Bulls für nur einen Euro über den Tresen gereicht – und prinzipiell war das wohl auch der Grund, warum die Bude unmittelbar nach Öffnen der Pforten voll war.

Mittwochs im 2rooms, da traf man wirklich jeden, Partygänger, Tänzer, Schauspieler oder Bayern Spieler, alles mischte sich. Das Trio, das sich die Geht's noch! ausgedacht hat, DJ Ramon, DJ Omar (seines Zeichens bereits einer der Residents im P1) und Stani Rocc, kümmerten sich dann um die musikalische Gestaltung des Abends. Nicht fehlen durften dabei der wohl namensgebende Titel „Gehts noch“ von Roman Flügel, Golddigger von Kanye West, und der immer gleiche Rausschmeißer, der um fünf aus den Boxen trällerte: New York von Frank Sinatra. Nun wollen die Jungs es noch einmal wissen.

Am 1. August wird ins Lucky Who geladen, um endlich wieder eine Geht's noch! steigen zu lassen. Stani und Omar haben uns anlässlich des Geht's noch! Revivals ein paar Fragen beantwortet.

Am 1. August findet im Lucky Who nach langer, langer Zeit eine Geht's noch! statt – was hat euch dazu veranlasst?
Omar: Es ist einfach so passiert! Ich rief Stani an und sagte: "Wollen wir eine Geht's noch! als Revival starten?". Er: "Wie kommst du jetzt auf diese Idee?" - Das zeigt, wir haben eigentlich mit diesem Gedanke bisher nicht wirklich gespielt. Folgendes ist passiert. Ich lege immer mal wieder für die Betreiber des Lucky Who auf. Was ich vorher nicht wusste ist, dass die Jungs selbst sehr oft und ausgelassen auf der Geht's noch! gefeiert haben. Der Eindruck war: "Was für eine Party! Was für eine Zeit! Wie abgefahren war das!?!".

Genau dieses Gefühl wollen sie im Lucky Who transportieren. Spontan fragten sie mich, ob es nicht cool wäre eine Geht's noch! im Luckywho neu zu starten. Erst war ich von der Anfrage sehr geehrt, aber nicht wirklich überzeugt. Doch wir entschieden uns alle gemeinsam das Ding zu starten und dem Münchner Nachtleben die bunte und schrille Hip Hop Party noch einmal zurückzugeben.

Schauen wir mal zurück zu den Anfängen. Wie hat es mit der Geht's noch! angefangen? Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Wie habt ihr überhaupt zueinander gefunden?
Stani: Omar und ich kennen uns schon sehr lange, da wir als R&B Act ESENO zusammen Musik machten. Ramon kam als junger, sehr talentierter und aufstrebender DJ dazu. Es entwickelte sich eine gemeinsame Musik-Produktion, die in erster Linie unsere Band ESENO bediente und für Remixe anderer Acts zuständigt war. Auch Top-Acts aus den USA wurden geremixed. Doch an einem Punkt reichte uns das allein nicht mehr. Wir wollten unser Lebensgefühl an der Basis regelmäßig mit den Leuten teilen. So entschlossen wir uns eine Party zu starten. Was viele nicht wissen, dass wir selbst immer Mittwochs zu Partys gingen. Und zwar damals ins Parkcafe. Mittwochs war es damals der "Place to Be" in Sachen Black-Musik. Somit war der Tag schon mal klar.

Aber wie wollen wir die Party nennen? Als wir unsere Ideen und Wünsche auf den Tisch knallten, sagten wir zu einander "Geht's noch...!" und schon war der Name geboren, der das ganze Konzept in nur 2 Worten perfekt repräsentiert. Nichts muss, alles kann! Roman Flügels Song „Geht's noch“ passte dann noch wie die Faust aufs Auge. Eine Kombination aus Black-Musik, House, stampfenden Beats und karibischen Rhythmen. Zu der Zeit eine Revolution und auf einer Hip-Hop-Party nicht spielbar. Wir haben es trotzdem getan. Black-Musik blieb aber immer die Basis und der Hauptanteil der Musik, die wie spielten. Das hatte einen einfachen Grund. Alle Mädels standen nur auf Black-Musik. D.h. wenn die Mädels glücklich waren, waren es die Burschen auch. Einfache Rechnung! Wir waren die Architekten des Abends.

Über die Jahre war die Geht's noch! einer der Hotspots, kaum einer war nicht mal Mittwochs im 2rooms, woran lags?
Stani: Ich denke wir haben zu der Zeit einfach den Zahn der Zeit getroffen. Die richtigen Leute, die richtige Musik, der richtige Tag, das richtige Umfeld. Es feierten von arm bis reich alle sozialen Gruppen gemeinsam. Es gab keine Vorgaben wie Dresscode... Ganz entscheidend war auch, dass wir uns selbst nicht ganz so ernst genommen haben! Wir haben uns und die gesamte Szene Woche für Woche durch den Kakao gezogen. Die passenden Flyer und Pressetexte zu den Partys sind heute legendär und werden immer wieder von Veranstaltern neu Interpretiert.

Die Mischung hat es gemacht: Local Heros, die hohe Modeldichte, FC Bayern Spieler, Szenegänger und jeder, der auf sich was hielt waren da. Hip Hop- und Pop-Stars aus der ganzen Welt schauten immer mal wieder unangekündigt vorbei, wenn sie in München waren. Mann wusste nie, was einen beim nächsten Mal erwartete. Aber auch der Normalo, wie du und ich, konnte in eine ganz andere Welt abtauchen und gehörte einfach dazu. Der soziale Stand hatte hier keinen interessiert. Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn man damals am MI in ein Taxi stiegt, egal, ob vor dem vier Jahreszeiten oder dem Hauptbahnhof, und fragte "Wo kann man heute feiern gehen?" konnte jeder die Frage beantworten: Geht's noch!

Wie haben sich eure Wege dann nach der Geht's noch! Ära weiterentwickelt?
Stani: Alle haben sich beruflich und familiär weiterentwickelt und in den letzten Jahren darauf den Fokus gelegt. Von Heirat bis Kinder war alles dabei. Die Liebe zur Musik und Partys ist aber immer geblieben. Und so werden wir euch in nächster Zeit auch musikalische Projekte präsentieren können. Für weiter Infos einfach unseren FB-Accounts folgen. Dort bringen wir euch dann, in naher Zukunft, auf den neusten Stand in Sachen ESENO, etc.

Im Hinblick auf eure eigenen Erfahrungen, wie empfindet ihr derzeit das Angebot im Bereich Hip Hop in München? Was für eine Entwicklung gab es in den letzten Jahren? 
Stani: Es gab eine Zeit da war das Angebot eher dürftig. Doch in letzter Zeit erlebt Hip Hop einen intelligenten Wandel und Akzeptanz. Hip-Hop ist nun Mainstream und kann somit auf ein weites Spektrum zurückgreifen. Nobelrestaurant und Hip-Hop ist heute kein Wiederspruch mehr. Die Entwicklung in den letzten beiden Jahren freut uns. Weiter so!

Bedeutet die Geht's noch! am 1. August auch, dass vielleicht noch mehr folgen werden?
Omar: Wie wollen erst mal alles für die Party am 01.08. tun und es zu einem erfolgreichen und unvergesslichen Abend machen, vor allem aber Spaß haben .... dann sehen wir weiter. Aber warum nicht! Für verrückte und spontane Dinge sind wir ja bekannt.

Auf was freut ihr euch am Samstag am meisten?
Stani: Dass sich eigentlich alle darauf freuen! Mein FB-Account ist voll von Besuchsanfragen, Teilnahmebestätigungen und Gratulationen. Wir gehen locker an die Sache und wollen die Leute einfach gut und abgefahren unterhalten. Zusätzlich hat man uns im Dreierpack schon lange nicht gesehen. Allein das ist schon ein Kommen wert. Geht's noch, besser!

Die letzte Frage muss wohl sein: wird es wieder eine Stunde lang Wodka-Bull für einen Euro geben?
Omar: Diese Wodka-Geschichte wird es so an diesem Abend nicht geben. Schon allein um eine neue Ära einzuläuten, die auch als Special sich von der Vergangenheit abgrenzt. Wir werden uns aber bestimmt was einfallen lassen... Surprise, Surprise!

Geht's Noch!
Sa., 01.08., ab 20 Uhr
Lucky Who, Brienner Straße 14

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