Das Goldloch am Johannisplatz

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Sterne-Wirt Holger Baier und sein Team vom Goldloch

München - Sterne-Wirt Holger Baier eröffnet morgen in Haidhausen das "Goldloch". In den Räumen entstand eine Heimat für die Aperitivo-Kultur...

Für die einen liegt das Goldloch in der Schwäbischen Alb und ist eine Tropfsteinhöhle, für andere eine bevorzugte Anbaulage bei Dorsloch vor allem für Rieslingweine. Morgen bekommt auch München sein Goldloch, in Haidhausen eröffnet Sterne-Wirt Holger Baier (bekam vergangenes Jahr für sein Tramin den ersten Michelin-Stern) die gleichnamige Weinbar.

„Das klingt etwas anrüchig, aber nicht negativ, das kann jeder was für sich zusammen reimen“, sagt der Wirt. Früher hieß der Laden am Johannisplatz mal Johannisquelle und war das, was der Name versprach: eine kleine Boatzn. Vor fünf Jahren wurde daraus die Rakete-Bar, eine Szene-Location, wie sie eher im Glockenbachviertel vermutet wird. Nackte Wände, stylische, selbstgebastelte Details und neben gängigen Drinks das Bier aus der Flasche. Vergangenen Sommer war Schluss, die Immobilie wurde renoviert, danach passte sowas wie die Rakete mit Elektro- und Indie Mucke stilmäßig nicht mehr rein.

„Das neue Ambiente sei „wild-stylische Gemütlichkeit mit professionellem, entspanntem Serviceteam“, ließ Baier schon vor der „Friends & Family“-Eröffnung am Samstag verbreiten. An Szene und Underground erinnert tatsächlich nichts mehr. Der Interieur ist schlicht, aber gemütlich, beheizbarer Fußbodenbeton trifft auf warme Materialien wie Holz und Wurzeln. Eben passend zum Konzept, wie es Baier nun mit seinem Goldloch verfolgt: Wein und Häppchen von hoher Qualität in Anlehnung an die Aperitivo-Kultur Norditaliens.

In Venedig kam Baier auch auf die Idee und den Geschmack. Die ehemalige Rakete hatte er als Heimat dafür schon länger im Auge, der frühere Besitzer wollte nicht so recht, erst als die Immobilie verkauft wurde, kam Bewegung in die Sache. Die offenen Weine oben in der Bar gibt’s glasweise im Ausschank, „dazu eine Weinkarte mit Flaschenweinen, 130 Positionen aus der alten Welt für jeden Geldbeutel“.

Unten im Gewölbe, das für Verkostungen, Geburtstage und Präsentationen separat gebucht werden kann, schlummert dazu das „Kellerbuch mit Raritäten und Schmankerln für echte Weinfreaks“. Küchenchef Florian Nolting (kochte zuvor unter anderem im Hotel Restaurant Schlossberg in Alzenau, Witzigmann Bajazzo und Nektar) legt dazu eine täglich wechselnde Speisekarte mit frischen, regionalen Zutaten, je einem Fleisch-, Fisch- und vegetarischen Gericht auf, als „Fingerfood“ serviert er edel-deftig belegtes Smørrebrød auf Holzbrettln.

Das Goldloch am Johannisplatz 11 hat Dienstag bis Sonntag von 12-24 Uhr geöffnet.

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