Der Heimkehrer: Tom Novy im Interview

Kehrt mit seiner Familie nach München zurück: DJ Tom Novy

DJ Tom Novy kehrt Ende Juli aus seinem Schweizer Exil zurück in die bayerische Heimat. Was ihn dazu bewogen hat, erklärt er uns im Interview.

Einige denken sicher mit Wehmut an seine frühere Freitagsparty „Trance as Mission“ im Park Café zurück, andere reißt es immer noch vom Sofa, wenn sie mal wieder seine Dance-Hits wie „I House U“, „Superstar“, Now or never“ oder „Your body“ hören.

DJ Tom Novy war ein Aushängeschild des Münchner Nachtlebens und heimste auch als Produzent einige Erfolge ein. 2010 zog es den gebürtigen Kaufbeurer nach Zürich, und in München hörte man nicht mehr so viel von ihm. Das wird sich in den nächsten Wochen ändern, denn Tom Novy verlegt seinen Wohnsitz nach München zurück und bringt Kind und Kegel sowie seine Frau, Model und Moderatorin Racha Fajjari mit. Wir haben ihn vor seinem Umzug zum Interview getroffen.

Hallo Tom, freust du dich schon auf deine Rückkehr in deine Heimatstadt München?
Tom: Klar freu ich mich auf die Heimat. Ich bin und bleib‘ eben ein Bayer. 

Was hat dich letztlich dazu bewogen wieder zurückzukommen?
Tom: Es war der Vorschlag meiner Frau. Sie meinte neulich ganz spontan: „Schatz, lass uns nach München ziehen.“ Na ja, und schon ging‘s los. 

Tom Novy, seine Frau Racha und Sohn Max

Was wird deine Frau hier in München beruflich tun?
Tom: Beruflich macht meine Frau so einiges. Sie hat vor fünf Jahren eine Onlinestore für Kids Stuff aufgebaut (www.babylicious.ch) und dazu ein sehr großes und erfolgreiches Netzwerk, das „Mamalicious“ heißt. Das wird natürlich weiter gehen. Es gibt aber auch schon viele neue Pläne. 

Jetzt steht aber erst mal der Sommer auf Ibiza vor der Tür. Du hast diese Saison wieder ein festes Date auf der Insel. Erzähl doch bitte mal...
Tom: Ja, jeden Dienstag im wunderschönen Lio auf Ibiza machen wir Party. „Timeless“ heißt die Sause, und wir machen die Reihe im zweiten Jahr wöchentlich die ganze Saison. Das Line-up dieses Jahr ist wie immer erstklassig.

Von großen Stars wie Lost Frequencies bis zu Newcomern wie Schwarz 100 ist alles dabei. Am besten mal auf unseren Seiten schauen, wer wann spielt und dann natürlich unbedingt tanzen kommen, wenn ihr in Ibiza seid. 

Ansonsten spielst du in letzter Zeit sehr viel in Ost- und Südosteuropa. Woher kommt deine besondere Popularität dort?
Tom: Dort gibt es viele tolle neue Clubs und Festivals. Außerdem war ich schon immer relativ erfolgreich mit meinen Produktionen im Osten und Süden. Vielleicht liegt es daran. Und ich spar‘ mir mittlerweile die ganz großen Touren, weil ich nicht mehr so auf die ganze Fliegerei stehe und nicht vier Wochen von der Familie getrennt sein will. Da konzentriert man sich auf die Länder, die näher dran sind. Gefeiert wird ja überall. 

Insgesamt kommst du auf etwa 60 Gigs in den Sommermonaten. Macht dir das nicht ein bisschen Angst, oder steckst du so viel Nachtarbeit locker weg?
Tom: Nein, leider nicht mehr so wie früher. Das Reisen und Spielen Tag für Tag ist heftig. Da brauchst du viel Kraft. Angst macht es mir keine, denn der Sommer ist ja auch immer ein bisschen Rock‘n‘Roll, und man erlebt richtig viel. Ich mach‘ es ja nun auch schon ein paar Jahre, und Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Wenn du nach der Sommersaison dann in München bist, geht‘s gleich weiter mit dem Arbeiten oder kannst du dich dann hier erst mal wieder in Ruhe akklimatisieren?
Tom: Na ja, dann werden erst mal die Kisten ausgepackt und es ist Wiesn. Klar geht es gleich weiter, aber die Shows unter der Woche werden weniger und die Festivals gehen ja auch zur Neige. Ich denke, das wird toll. 

Wie hat sich der Münchner Nachtleben aus deiner Sicht in den Jahren verändert, in denen du in Zürich warst?
Tom: Das ist wirklich eine gute Frage. Um ehrlich zu sein, ich hab nicht wirklich viel Ahnung. Ich hab mich gerade aus dem Münchner Nachleben ein wenig ausgeklinkt, als ich nach Zürich gegangen bin. Wenn man mehr als 15 Jahre hier einer der Protagonisten war, ist es manchmal besser nicht mehr mitzuspielen. Dafür komme ich ja jetzt heim und bringe frischen Wind mit. Mal sehen, was draus wird.

 Eines kann ich aber schon sagen: Das Münchner Nachtleben war und ist einzigartig und wird es auch bleiben. Ich freu mich jetzt schon drauf, ein paar neue Läden unsicher zu machen und ein paar wilde Partys zu schmeißen.

Warst du überrascht, wie teuer Wohnungen und Häuser in München inzwischen geworden sind? Oder kann das einen Züricher nicht schocken?
Tom: Nach Zürich schockt einen gar nix mehr in puncto Preisen. Selbst Ibiza kommt einem im Vergleich billig vor – und die spinnen auch. Nein, wir haben unser kleines Traumhaus am Stadtrand gefunden mit viel Grün und toll für Kinder zum Aufwachsen. Und es ist billiger als in Zürich. So viel sei gesagt. 

Wie läuft‘s mit deinem Label Nouveau Niveau? Zieht das Label auch mit um nach München?
Tom: Das Label läuft gut. Mir macht es großen Spaß, und wir haben immer viel vor. Tolle Künstler haben wir. Das Label bleibt in der Schweiz und der Verlag auch. Es hat ein ganzes Jahr gedauert das abzuwickeln, und im Grunde ist es egal, von wo wir das machen. Außerdem ist mein Partner und Administrator Marc in der Schweiz geblieben, und so macht das Sinn.

Aktuell haben wir jede Woche einen neuen Release. Wir haben gerade unseren neuen Youtube-Kanal gelauncht und in drei bis vier Wochen kommt eine neue Compilation. Wir sind fleißig. 

Was macht die Studioarbeit aktuell bei dir? Hast du neue Tracks in der Pipeline?
Tom: Ja, das letzte Mixalbum war für das FAZE-Magazin und war auf Platz 28 der Album- und Platz 2 der elektronischen Album-Charts. Darüber hab ich mich echt richtig gefreut. Da war auch die aktuelle Single „Break the Silence“ mit drauf, die ich zusammen mit der Sängerin Abigail Bailey und dem polnischen Newcomer Milkwish gemacht habe.

Eben gerade hab ich die „Timeless Summer 2015“-Compilation fertig gemacht, die auch in den nächsten Wochen erscheinen wird. Dann hab ich noch für das Es Vive Hotel in Ibiza die Sommer-CD gemacht. Auch die wird in Kürze erscheinen. Die neue Single ist auch schon fertig, und ich sitze am neuen Album. Das war‘s in Sachen neue Musik fürs erste. 

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