Herr Hotter Closing: Schluß im Bunker

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Es wird wieder still im Bunker.

München - Nach sechs Monaten ist es schon wieder vorbei: "Herr Hotter" schließt seine Pforten. Deshalb wird im Bunker noch einmal richtig auf den Putz gehauen.

Fünf Jahre hat Thomas Manglkammer gebaggert, bis er zum Feiern in den Bunker durfte. Der Münchner Veranstalter, der sich in der Szene mit der Kreuz 16 Bar nicht nur einen Namen machte, sondern auch reichlich Credibility aufbaute, war auf den Luftschutzraum in der Hotterstraße schon seit Jahren scharf. Die Location ist einzigartig: Zwei Meter dicke Wände, die für Schallschutz sorgen, drei Etagen, und gut ausgebaute Toilettenanlagen.

Seit Anfang des Jahres darf er den Bunker endlich für seine Kultur- und Partyprojekte nutzen, zumindest vorübergehend. „Ist schon verdammt kurz, wenn man die gesamte Planungsphase einrechnet“ sagte Manglkammer im März. Damals sollte die Zwischennutzung bereits Ende April enden, zwei Monate Aufschub hat Manglkammer noch herausschlagen können.

Ende der Woche ist im Bunker, den Manglkammer aufgrund seiner Lage an der Hotterstraße schlicht „Herr Hotter“ nannte, nun aber definitiv Schluss.

Trotz der massiven Wände kam es während des Betriebs mit ausgesuchten House- und Techno-DJs wiederholt zu Anwohnerbeschwerden. Deshalb mussten auch die schweren Stahltüren hinter jedem Gast einzeln geschlossen werden. An der massiven Eingangstüre erhält der Besucher den Hinweis: „Bewahren Sie beim Verlassen der Bunkeranlage Ruhe.“ 

Denn qua Programm kommen die Partygänger geradewegs von einer „Schutzraumübung.“ Zumindest immer freitags, am Samstag heißt das Motto „Bunkeralarm.“ Das Wording rund um die abgefahrene, temporäre Event-Location orientiert sich also schwer an der ursprünglichen Widmung des Schutzraumes zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

Als Deutschland bei der Fußball-EM gegen Griechenland antrat, lautete die Überschrift der Party „Siegübergriechenlandalarm.“ Weniger martialisch geht es drinnen zu. Ein buntes, leicht undergroundiges Partygänger-Volk feiert friedlich mit Flaschenbier und Plastikbecher-Longdrinks.

Die dicht umlagerten Bar-Provisorien und klitzekleinen Dancefloors aus Beton sind von unverputzten Wänden eingefasst. Möbliert wurde mit ausgedienten Sofas. „Voll Berlin“, meint ein Mädchen zum Style des Bunkers.

Nach dem nächsten Wochenende ist hier aber wieder München, dann hat Herr Hotter ausgetanzt und eine Abrissbirne wird sich seiner annehmen. Schade drum.

Wer Herrn Hotter die letzte Ehre erweisen will, muss Gas geben: Der Bunker hat am Closing-Wochenende noch von Donnerstag bis Samstag ab 23 Uhr geöffnet. Teil 1 am Donnerstag mit der „whothefuck“ Reihe. Für Stimmung sorgen unter anderem die DJs Roger 23, Candy Pollard und Michael Mutterkor.

Beim „Closing Part 2“ am Freitag stehen der Tierparktoni, Markus Winter (Ksar Club) und Sese von der Berliner Bar 25 an den Decks. 

Zum großen Finale am Samstag übernehmen die Residents und Freunde von Herrn Hotter: Darunter sind u.a. Gilbert Martini, Crankee und Arno F. Pfüat di.

Thomas Oßwald

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