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GAP hofft auf Imagegewinn: Schreckt Ski-WM Gäste ab?

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Garmisch-Partenkirchen hofft auf einen Imagegewinn durch die Ski-WM. © dpa

Garmisch-Partenkirchen - Bei der WM zeigt sich Garmisch-Partenkirchen von seiner besten Seite, doch der Besucheransturm bleibt aus. Die heimische Wirtschaft hofft jetzt auf den Imagegewinn.

Der Imagegewinn gilt als unbezahlbar, Garmisch-Partenkirchen wird von der Ski-WM profitieren - so heißt es unisono, wenn man sich im Ort umhört. Doch während der Wettkämpfe ist auf den Skipisten der Region für die Wintersportler viel Platz, zahlreiche Gästebetten sind leer. Offensichtlich schreckt die WM in diesen Tagen viele Touristen ab, nach Garmisch-Partenkirchen zu kommen - aus Angst vor zu viel Rummel. Es gebe besonders in Ferienwohnungen und Pensionen noch Kapazitäten, sagt der Tourismuschef von Garmisch-Partenkirchen, Peter Ries.

Im Vergleich zum Februar 2010 seien weniger Gäste da. Ries spricht von Ängsten über ein Parkplatzchaos und einem überfüllten Ortszentrum - doch dies sei ausgeblieben. Der Gästerückgang ist für Ries aber kein Grund für schlechte Stimmung, ganz im Gegenteil: Diesen Effekt habe es bei anderen WM-Orten in der Vergangenheit ebenfalls gegeben. Das Zwischenfazit falle “eindeutig positiv“ aus. Und die Erfahrung früherer Weltmeisterschaften zeige: “Nach der WM hat schlagartig ein Run eingesetzt.“

Abseits der Piste: Flaggen, Fans und Kaiserwetter

Noch dazu sei der Januar für Garmisch-Partenkirchen mit einem starken Übernachtungsplus hervorragend gelaufen. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt rund 350 000 Gäste in die Marktgemeinde unterhalb der Zugspitze, die Zahl der Übernachtungen lag bei 1,2 Millionen. Ries: “Abgerechnet wird am Schluss.“

“Es hat niemand erwartet, dass eine riesige Umsatz-Rakete losgeht“, schildert Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbandes Bayern, die Erwartungen an die Ski-WM. Die Umsätze seien aktuell “eher durchwachsen“. Doch die Branche setze vor allem auf den Marketing- und Imageeffekt, auch mit Blick auf die Olympia-Bewerbung. “Das Wichtigste ist, dass sich Garmisch der Welt präsentieren kann.“

Auch die Vorsitzende des örtlichen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Jutta Griess, hebt den PR-Wert der Ski-WM hervor: “Garmisch wird wieder positiv dargestellt“, sagt sie mit Blick auf die Negativ-Schlagzeilen der vergangenen Wochen wegen der Auseinandersetzungen um die Grundstücke für Olympia.

An der Piste: Promis und Fans beim Rennen

Die Fußgängerzone in Garmisch-Partenkirchen ist gut besucht, ein Kulturprogramm zur WM lockt die Besucher in den Olympiaort von 1936. Bei den Gaststätten im Zentrum brumme das Geschäft, sagt Griess. Die Kneipenwirte außerhalb seien allerdings weniger zufrieden.

Doch auch die Werbegemeinschaft Garmisch-Partenkirchen zieht ein positives Zwischenfazit. Vorsitzende Michaela Nehlhiebel schwärmt von der Image-Bereicherung für die Gemeinde. Außerdem passe das Wetter: “Ganz Deutschland hat schlechtes Wetter, nur wir haben schönes - das ist unbezahlbar.“

Um WM-Stimmung zu verbreiten, hängen in vielen Geschäften schon seit Wochen Poster der WM-Stars wie Felix Neureuther oder der Amerikanerin Lindsey Vonn, Maria Riesch lächelt von zahlreichen Plakaten, von Brötchentüten - eigentlich von überall. Zwar gingen bei dem schönen Wetter wenig Gäste in die Geschäfte, zumal es jeden Abend kostenlose Konzerte und ein Kulturprogramm gebe. Der Handel erwarte jedoch ein starkes Wochenende, sagt Nehlhiebel.

Schließlich treten am Samstag und Sonntag bei den Slaloms der Damen und Herren die deutschen Medaillenhoffnungen und Aushängeschilder Maria Riesch und Neureuther an. Und zur WM haben die Läden in Garmisch-Partenkirchen auch sonntags geöffnet, von mittags an bis zum frühen Abend.

Andreas Hoenig

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