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Greenfields-Macher Tom Hilner im Interview

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Von: Sarah Brückl

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Am 20. Juli startet zum dreizehnten Mal das Greenfields Open Air © Markus Kehl / World League

Vor dem Greenfields Open Air am 20. Juli haben wir uns mit Veranstalter Tom Hilner über die Geschichte, die Herausforderungen und Zukunft unterhalten.

Wie ist Greenfields entstanden?

Nach dem Vorbild des Love Family Park in Hanau, wollten wir Münchens erstes Sonntags Open Air etablieren. Über einen befreundeten Gastronom hatten wir Zugang zur Galopprennbahn und so konnten wir Greenfields aus der Taufe heben. Sven Väth war dabei von Anfang an involviert und ist bis zum heutigen Tag unser Headliner auf dem Mainfloor.

Wie hat sich Greenfields im Laufe der Jahre verändert?

Es ist alles etwas größer und aufwendiger geworden. Am Anfang stand eine kleine Bühne auf der Wiese und darum einige Theken. Mittlerweile haben wir ja zwei Floors, die Bühnen sind größer und technisch aufwendiger, das Line up ist auf beiden Floors sehr sehr hochwertig und die Planung zieht sich über Monate hin.

Im welchen Zeitrahmen planst Du Greenfields und wie gestaltet sich der Aufbau?

Die Planung beginnt eigentlich immer direkt nach dem Event. Nachbesprechung mit allen beteiligten Künstlern, Firmen und Behörden. Was kann man z.B. im kommenden Jahr besser machen? Die Planung des Line Ups beginnt dann ungefähr neun Monate vor dem Event. Das Feintuning startet dann ab dem Frühjahr mit Behördenterminen, Promotion, Gastroplanung, etc. etc. An den Tagen vor & beim Event sind dann ca. 250 Personen beschäftigt.

Sven Väth ist ja ein Dauergast bei Greenfields, warum ist er ein so gern gesehener Act auf dem Open Air und wie ist Eure persönliche Beziehung nach all den Jahren?

Sven war von Anfang an in die Konzeption eingebunden. Außer dem Love Family Park gab es zu diesem Zeitpunkt ja kein vergleichbares Sonntags Open Air in Deutschland. Und Sven ist für uns einfach der beste Open Air DJ der Welt und darf bei Greenfields nicht fehlen. Unsere „geschäftliche“ Beziehung besteht nun seit über 15 Jahren und wir sind in dieser Zeit wirklich Freunde geworden. Trotzdem sind wir aber auch nach wie vor richtige Fans vom ihm!

In den Medien ist zu lesen, das in den vergangenen Jahren die Bookingkosten für Künstler teilweise extrem stark gestiegen sind. In wie weit betrifft das deine Kalkulation und wie begegnest Du diesen Trend als Veranstalter?

Das ist leider so, wir konkurrieren mit vielen Events in aller Herren Länder, das ist eben die „Techno Globalisierung“. Wir zahlen sehr gute Gagen, aber mit den großen „Techno Konzernen“ können und wollen wir nicht mithalten. Deutschland und München ist eben ein anderer Markt und wir wollen den Eintritt auch nicht auf 60€ oder noch mehr erhöhen, wie es in anderen Städten und Ländern üblich ist. 

Wir haben zu den meisten Künstlern und Agenturen seit Jahren sehr gute Beziehungen und können ja auch mit einem sehr guten Event überzeugen, so dass die DJs auch wirklich gerne zu uns nach München kommen. Wir brauchen uns da auch nicht vor den großen Events verstecken.

Wie wichtig sind Industriepartner und Sponsoren für die Durchführung eines Events in dieser Größenordnung? Sind solche Events ohne Partner überhaupt noch zu stemmen?

Sehr wichtig. Firmen wie Red Bull, Philip Morris, Becks, Jägermeister, Bacardi oder auch unser Technikpartner Fournell Showtechnik unterstützen uns seit Jahren mit Geld oder Sachleistungen, ohne die solche Events nicht zu stemmen wären.

Worauf können sich die Festivalbesucher in diesem Jahr besonders freuen?

Wir haben mit Solomun, Cassy, Gregor Tresher und M.A.N.D.Y. gleich vier Greenfields Debütanten. Zusammen mit Sven Väth und DJ Hell sicherlich eines der besten Line ups, das wir jemals hatten.

13 Jahre Greenfields was waren deine bisherigen persönlichen Highlights?

Jedes Jahr war für uns ganz besonders. Sonne- Regen, es war ja alles dabei. Wir hatten in all den Jahren aber so viele hervorragende Künstler zu Gast, dass es unfair wäre, jemanden besonders herauszuheben. Wir freuen uns v.a. auf unser Publikum aus ganz Europa, das in den Jahren bei jedem Wetter mit uns friedlich gefeiert hat. Die Künstler sind ja immer voll des Lobes über das Open Air und unsere Gäste.

Wohin wird sich Greenfields - deiner Einschätzung nach - in den kommenden Jahren entwickeln?

Klasse statt Masse. Wir wollen Greenfields auf keinen Fall zum Techno Jahrmarkt mit „One Hit Wonder Chart DJs“, Saxophon Acts, Farbbeuteln und 20.000 Besuchern umbauen. Hochwertige DJs stehen bei uns im Mittelpunkt und wir versuchen unseren Gästen jedes Jahr den perfekten Open Air Tag zu bieten. 

Glücklicherweise haben wir auch ein wunderbares Gelände mit Wäldchen und grünen Wiesen, denn wir will schon auf einem geteerten Parkplatz feiern? Da könnten wir gleich am Stadtrand vor dem Obi eine Bühne aufbauen. Greenfields soll einfach weiterhin Münchens schönstes Open Air bleiben!

Greenfields Open Air 2014
So., 20.07.2014, ab 11 Uhr
Galopprennbahn München-Riem, Graf Lehndorff-Strasse 36

Weitere Infos & Tickets gibt´s auf www.worldleague.de.

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