Interview mit Tricky: "Ich bin angekommen!"

Der britische Musiker Tricky gilt als einer der Pioniere der Trip-Hop-Bewegung

Seit Gründung seines Labels False Idols hat Tricky innerhalb von 16 Monaten zwei Alben (False Idols, Adrian Thaws) veröffentlicht und geht auf Tour. Zeit für einen Blick auf seine neue Freiheit.

Hi Tricky, als Künstler liebst Du die Herausforderungen und schlägst gern neue Wege ein. Inwiefern berühren diese Freiheiten auch die private Persönlichkeit des Adrian Thaws?
Adrian Thaws ist einfach eine Seite von mir. Das Spiel mit allem Neuen ist meine Art, den Leuten zu zeigen, dass sie mich nicht kennen. Ich arbeite gern mit Genres, von denen die Menschen gar nicht vermuten würden, dass ich das kann oder überhaupt machen würde.

In einem Interview hast Du einmal gesagt: „Music first, business second“. Was bedeutet das genau für Deinen musikalischen Arbeitsprozess?
Ich mache nicht wirklich die Musik, denn die Musik macht mich! Das bin ich und das mache ich. Nicht mehr und nicht weniger. Ich möchte einfach nur frei sein, um die Musik zu machen, die ich mir wünsche.

Dass die Musik eher zu Dir kommt, als Du zu ihr, ist womöglich auch der Grund dafür, dass es für Dich so einfach ist Lyrics zu schreiben. Die fließen Dir aus der Hand. Trifft das auch für die Melodien zu?
Im Grund ja. Es muss einfach nur ein gewisser Vibe da sein, das reicht dann schon aus. Ich treffe auch manchmal einfach Leute auf der Straße und arbeite dann mit ihnen zusammen, weil einfach die Basis stimmt. Wenn der Vibe passt, kommt alles von allein. Songs zu schreiben ist dann ein ganz natürlicher Prozess.

In unserem letzten Interview haben wir über Deine neue Freiheit als von Labels unabhängiger Künstler gesprochen. Nicht mehr als 16 Monate nach dem Release von „False Idols“ hast Du Dein aktuelles Album “Adrian Thaws” herausgebracht. Beide sind definitiv Tricky-Alben. Aber da ist noch etwas anderes, etwas Neues, mehr persönlicheres. Die neue Freiheit scheint etwas in Dir losgetreten zu haben, das vorher nicht raus konnte.
Ja, definitiv. Ich habe nun kein Label mehr, das mir im Nacken sitzt und mir vorschreiben will, wie ich zu arbeiten habe, damit ich auf einen bestimmten Trend aufspringe. Ich mache einfach Musik und bringe sie nach draußen, wenn ich denke, dass es passt, und ich Lust dazu habe. Zum Beispiel die Tracks mit AJEYA. Diese Songs habe ich einfach nach wenigen Aufnahmetagen herausgebracht. Ich brauche niemanden, der mich oder das, was ich mache, kontrolliert. Und jetzt habe ich auch niemanden, der das versucht. Es funktioniert einfach nicht, wenn ich jemandem Rede und Antwort stehen muss.

Hast Du denn jetzt nach all den Jahren und vor allem in der sich stets verändernden Musikindustrie Deinen Platz gefunden?
Ja, ich bin jetzt sehr glücklich! Ich fühle mich sicher und frei, das zu tun, wonach mir der Sinn steht. Ich habe meinen Platz gefunden und bin angekommen.

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