Klar: Wir Münchner dürfen das!

Dass ihr euch aber keine Hoffnungen macht, es gibt nur den Drink, sonst nix! - Sagte der Typ nebenan am Tresen zu zwei jungen Ladys, die er gerade aufgegabelt hatte.

Er, Marke Golflehrer, nass gegelte Haare, weißes Hemd etwas zu weit aufgeknöpft, sie im kurzen Schwarzen. Herrliche Szene. Klar, es ging was auf dem Sommerfest der 089-Bar, und das lag nicht nur an der Hitze der Nacht, sondern an einer ungewohnt hohen Frauen-Quote. Und alle im Kleidchen: kurz, lang, schwarz, schwarz-weiß oder gleich als Blumenwiese im Dekor, ihre Trägerinnen dick, dünn, groß, klein.

Für viele Gäste wahrscheinlich das erste Mal seit dem Abschlussball der Tanzschule, dass sie sich zum Ausgehen so fesch gemacht haben. Nur einer nicht: Uli Hoeneß begutachtete die Szene lässig mit blanker Brustwolle und nur mit Turnhose bekleidet, Spielbein auf einem Oldtimer. Das Bild des Bayern-Managers aus seiner aktiven Zeit als Spieler in den 70er Jahren diente als Wandschmuck, hundertfach vergrößert. Ein Sinnbild für das Motto "Münchner dürfen das …", mit dem sich die 089-Bar seit ihrer Eröffnung vor drei Jahren schmückt.

Im Stammhaus am Maximiliansplatz stehen dafür eigentlich die Konterfeis vom Monaco Franze, vom Baby Schimmerlos und der Obermaier Uschi, in der Off-Location an der Sonnenstraße, die Haidinger fürs Sommerfest anmietete, ergänzten der Hingerl Alois und Herr Hoeneß die illustre Runde via Projektion. In erster Linie hätte natürlich der Monaco seine Freude am Treiben gehabt, angesichts der hübschen Damen, die sich die Veranstalter aber auch einiges kosten ließen. „Jedes Mädel, das im Kleid kommt, erhält freien Eintritt“, gab Haidinger mit seinem Spezl Max Braunmiller als Devise aus, und sagte nachher: „Das mit dem Kleid-Motto probier ich jetzt öfter.“

Wobei der Erfolg des Festes auch viel mit der Location zu tun hatte: Gefeiert wurde im Bürklein-Saal des ehemaligen Postscheckamtes an der Sonnenstraße. Bereits am vergangenen Dienstag hat Haidinger dort eine Afterwork-Party versucht, „mit mäßigem Erfolg“, wie er selbst einräumte. Am Samstag dagegen drängten sich die juvenil-aufgebrezelten Party-Horden im Foyer, Innenhof und dem aufgelassenen Schalterraum der Ex-Bank, dazwischen wuselten Stelzen-Läufer und produzierten sich Körper-Artisten.

Der Typ mit dem offenen Hemd hat das schon nicht mehr mitbekommen. Seine Rechnung ist aufgegangen, die Mädels haben die Herausforderung angenommen. Natürlich blieb es nicht nur bei dem einen Drink, zusammen zwitscherte das Trio irgendwann am frühen Morgen ab. Münchner dürfen das …

Quelle: tz

Auch interessant

Kommentare