Am 28. September in München

Maximo Park im Interview: „Es ist Zeit, Stellung zu beziehen“

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Maximo Park spielen wieder. Sie kommen auch nach München.

Maximo Park ist zurück. Am 28. September Kommt die Band nach München. Mit ihrem aktuellen Album „Risk To Exist“ und neuer Tour wollen die sechs Briten etwas neues beweisen.

München - Maximo Park ist zurück. Am 28. September Kommt die Band nach München. Mit ihrem aktuellen Album „Risk To Exist“ und neuer Tour wollen die sechs Briten beweisen, dass sie sich auch nach 17 Jahren Bandhistorie noch weiterentwickeln können. Und auch politisch wollen die Indie-Rocker sich nicht mehr zurückhalten. Was der Auslöser hierfür war, was ihnen in ihrer Musik wichtig ist und wie sie sich weiterentwickelt haben, erzählte Frontmann Paul Smith im Interview.

Es gibt viele politische Referenzen in Eurem aktuellen Album. Wie wichtig ist es Euch, in Eurer Musik Stellung zu beziehen?

Maximo Park: Ich glaube daran, dass unsere Musik reflektieren soll, wer wir sind. Schließlich sind wir politisch aktive Menschen. Wir sind natürlich auch noch vieles anderes, was wir auch auf unseren anderen fünf Alben gezeigt haben. Wir haben auf unseren vorherigen Alben immer schon unsere Haltung zur Politik durchschimmern lassen. Aber es lief immer eher so nebenbei und schimmerte nur an einigen Stellen durch, wie zum Beispiel in den Songs „Our Velocity“ „Kiss You Better“, „The Unshockable“, „Waves Of Fear“ oder „The National Health“ usw. Die in UK leider vorhandene politische Verlagerung nach rechts veranlasste uns allerdings, uns politisch deutlicher auszudrücken und unsere Überzeugungen auf diesem Album stärker zu vertreten. Für uns ist es eine Zeit, sich klar zu positionieren und Stellung zu beziehen!

Als Musiker fühlt Ihr Euch also in der Verantwortung, Eure Überlegungen zu politische, sozialen und gesellschaftlichen Themen und Ereignissen zu äußern?

Maximo Park: Ja. Aber ich würde nie versuchen wollen, den Leuten zu erzählen, was sie glauben sollen. Auch würde ich nie offen urteilen. Jeder Künstler tut, was er für richtig hält. Und dieser Ansatz auf unserem aktuellen Album fühlt sich in diesem Moment richtig für unsere Band an. Wir alle sind Teil der Gesellschaft. Demnach macht es keinen Sinn, die Geschehnisse zu ignorieren. Schließlich betrifft es uns alle – direkt wie indirekt. Das Persönliche ist das Politische!

Viele Leute sehen Musik auch als Flucht aus dem Alltag und könnten Eure neuen Lyrics als Herausforderung empfinden. Glaubst ihr, die stärkeren politischen Referenzen in Euren Songs könnte die Meinungen der Fans spalten?

Maximo Park: Das ist natürlich durchaus möglich. Unsere Gesellschaft fühlt sich mehr und mehr polarisiert an. Und genau das ist das Thema unseres Albums. Denn ich würde mir mehr Mitgefühl und Zwischentöne in unserem Diskurs wünschen. Wie auch immer: Ich ist es lieber, für unsere Überzeugungen kritisiert zu werden, als eine langweilige und einwandfreie Band zu sein, die irgendwo im Hintergrund existiert und nicht auffällt. Unsere Musik war schon immer leidenschaftlich und persönlich. Und dieses Album ist es demnach auch. Aber genau das ist für uns entscheidend. Die Songs bzw. die Melodien funktionieren immer noch als Popsongs und sind hoffentlich nicht begraben unter ihren jeweiligen Themen. Ich denke, du kannst tanzen, singen und gleichzeitig über die Songs nachdenken! Wenn du zu unseren Konzerten kommst, ist es immer noch eine schöne Flucht, aber ebenso auch ein Betrachten der Welt, in der wir leben und existieren.

Diese Balance zu halten war sicher auch im Schreibprozess eine Herausforderung. Wie seid Ihr damit umgegangen?

Maximo Park: Ich denke, unsere Songs haben generell eine universelle Qualität, die es dem Hörer erlaubt, sie je nach Laune zu genießen. Da gibt es diese Balance zwischen dem, worum es thematisch geht, und ihrer Funktion als reiner melodisch orientierter Song. „What Equals Love?“ zum Beispiel handelt davon, enttäuscht zu werden und zu vergessen, was Liebe ist. Das ist ein ziemlich universelles Thema, das jeder versteht. Und „Work And Then Wait“ handelt davon, das Establishment und den Rechten Flügel satt zu haben. Aber es geht auch darum, aus dem auszubrechen, das die Gesellschaft von dir erwartet – zum Beispiel in Bezug auf Herkunft, Gender oder was immer du wählst. Das ist ebenfalls ein riesiges, mächtiges Thema!

Als Songwriter versuche ich, mich während des Schreibprozesses etwas zurückzunehmen und zu reflektieren, und so dem Hörer Raum zum Atmen zu geben - unabhängig vom Thema.

Maximo Park: Am Ende sind unsere Songs für uns ein Weg, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Wir wollen uns an die Menschen über Melodie und Mitgefühl annähern und uns mit ihnen verbinden. Darum geht es auch in unserer Songs. Damit können wir versuchen, etwas zu verändern. Wir haben uns natürlich auch weiterentwickelt – in den Lyrics ebenso wie in den Melodien. Das läuft immer flüssiger und selbstverständlicher je mehr Alben wir machen. Ich denke, unser tiefer Wunsch, immer wieder etwas Frisches innerhalb unsere gewählten Musikform zu kreieren, ist sehr belebend – für uns als Band, aber auch für unsere Fans und unser potentielles Publikum.

Maximo Park on Tour

Wann: 28. September, 20:30 Uhr

Wo: Backstage Werk

Tickets: ab 33 Euro über alle bekannten Vorverkaufsstellen

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