„Kann mir das noch gar nicht vorstellen“

Beliebte Party-Location in München vor dem Aus - Jetzt regt sich Widerstand

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Nach fünf Jahren Party im MMA soll Mitte April Schluss sein (Symbolbild).

Das MMA am Königsplatz muss nach fünf Jahren wohl seine Pforten schließen - wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Doch jetzt regt sich Widerstand.

Update vom 27. Januar, 14.45 Uhr: Regt sich nun Widerstand gegen die mögliche Schließung des Mixed Munich Arts (MMA) am Königsplatz? Zwei Frauen haben nun eine Petition gestartet, um eine mögliche Schließung des MMA zu verhindern. Auf openpetition.de findet sich die Sammlung von Unterschriften, die am Samstag gestartet ist und fünf Wochen dauern soll. „Die Stadtwerke wollen die Zwischennutzung ihres früheren Heizkraftwerks auslaufen lassen. Stattdessen folgen wohl (mal wieder) riesige Büro- und Hotelkomplexe“, ist in der Beschreibung der Petition zu lesen. 

Die Frage: „Braucht die Stadt noch mehr davon? Wir sagen ganz klar: NEIN!“ heißt es dort. Den Initiatoren geht es vor allem um eins: eine Fläche für kulturelle Projekte zu erhalten. Die Forderung sei daher eine Verlängerung des Pachtvertrags sowie der Stopp des Bauvorhabens.

Beliebte Party-Location in München muss wohl schließen - Betreiber verbittert

München - Zwischennutzungen haben es an sich, dass ihr Ende oft mit großem Schmerz verbunden ist. Gleiches erleben gerade auch die Macher des MMA (Mixed Munich Arts) am Königsplatz. Die Stadtwerke München wollen die Zwischennutzung des früheren Heizkraftwerks in der Katharina-von-Bora-Straße auslaufen lassen, wie in-muenchen.de berichtet.

Seit knapp fünf Jahren hat sich das MMA vor allem bei Electro-Fans als beliebte Party-Location etabliert. Dass nun am 15. April 2019, dem offiziellen Ende der Vertragslaufzeit, die Sound-Anlage stillgelegt werden soll, will Constantin Mascher, einer der Betreiber, nicht wahrhaben: „Wir haben immer noch die Hoffnung, dass sich das Ganze noch etwas hinzieht. Ich kann mir das noch gar nicht vorstellen, dass bald alles weg sein soll. Wir kennen hier ja jede Schraube mit Vornamen.“

München: MMA muss wohl schließen - Verbitterung bei Betreibern

Bereits Ende des vergangenen Jahres hatten Mascher und seine Kollegen Mathias Arifin und Mark Maurer von der bevorstehenden Schließung erfahren. Neben etwa 50 Mitarbeitern wäre auch das im Konzept integrierte Bar-Restaurant Electric Elephant betroffen. Noch haben die MMA-Macher die Hoffnung allerdings nicht aufgegeben. „Jede Verlängerung wäre gut, ob ein halbes Jahr oder ein Jahr“, hält Mascher ein Einlenken der Stadtwerke nicht für gänzlich ausgeschlossen.

Gleichwohl hat sich das Trio bereits auf die Suche nach einem Alternativ-Standort begeben. „Das ist brutal schwer, und die Euphorie ist schon ein bisschen gebremst bei uns. Bei einem neuen Projekt müssten die Rahmenbedingungen schon wirklich gut sein“, erklärt Mascher. Dass ihr Projekt nach knapp fünf Jahren in München vor dem Aus steht, sorgt für eine gewisse Verbitterung. „Die Stadt München sollte mal grundsätzlich überdenken, wie sie mit den Akteuren, die etwas für die Subkultur tun, umgeht“, richtet Mascher einen Appell an die Entscheidungsträger.

Ihren Abschied wollen die MMA-Macher auf jeden Fall mit einem Ausrufezeichen begehen. „Wir werden Ende März/Anfang April entweder die letzten Tage bei uns feiern oder den fünften Geburtstag“, stellt Mitbetreiber Arifin klar.

lks

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