„Für größeren Abschied blieb keine Zeit“

Beliebter Münchner Club macht zu! Sofort und für immer - aus diesem banalem Grund

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So wurde im Bob Beaman gefeiert.

Das dürfte viele Stammgäste in Trauer stürzen. Der Münchner Bob Beaman Club schließt für immer - aus einem banalen Grund.

München - Der Club Bob Beaman, von seinen Besuchern „das Bob“ genannt, ist für immer geschlossen. Das gaben die Betreiber am 28. August auf ihrer Facebook-Seite bekannt. Der Club, der vor allem Deep House, Techno und Hip-Hop spielte, war beliebt bei Clubgängern. 

Einen letzten Abend, ein letztes Tschüss wird es aber nicht mehr geben: Die Schließung gilt ab sofort, der Club wird nie wieder aufmachen.

Bob Beaman macht zu: Die Entscheidung fiel gemeinsam 

Noch im April gab es mit Michel Moullem, Sandro Schulze und Max Braunmiller neue Mit-Betreiber, die drei hatten den Club von den Initiatoren, Niels Jäger und Steffen Werner, durch eine Unterverpachtung übernommen. Die Enscheidung, den Laden zu schließen, hätten letztlich alle fünf gemeinsam gefällt, heißt es auf der Facebook-Seite des Clubs.

Den Laden in der Gabelsbergerstraße 4 gab es seit 2010, das Ziel war „eine möglichst ideale Sound-Erfahrung“, außerdem gab es keinen VIP-Bereich, und die Lounges waren für alle zugänglich.  

Bob Beaman macht zu: Für einen großen Abschied war keine Zeit mehr

Aber jetzt: Zu, für immer. Und der Grund ist ganz banal: Die Vermieter haben Eigenbedarf angemeldet. Und dann ging alles ganz schnell: „Für einen größeren Abschied blieb keine Zeit“, heißt im Facebook-Post des Clubs.

Bob Beaman macht zu: Auch die Motivation war weg

Aber nicht nur das: Auch die Motivation hatte zuletzt gefehlt, wie einer der Mit-Betreiber, Niels Jäger, gegenüber der Süddeutschen Zeitung einräumt: „So ein Club hat auch immer seine Zeit, und dann ist es gut, dann dürfen andere ran. Ich glaube, wir haben viel bewegt die letzten neun Jahre, aber den unbedingten Drive, da was zu reißen, hatten wir nicht mehr."

Niels Jäger auf einem Archivfoto.

Die Fans sind traurig, 91 Kommentare sammelten sich schon (Stand Freitag Mittag) unter dem Facebook-Post. Der Tenor: Danke für die tolle Zeit, aber der Club wird fehlen. „Das ist mal wirklich schade. Ich war gerne bei euch, bei euch hat man die Musik wirklich noch gespürt und erlebt. Aber wie sagt man so schön: Erinnerungen, ich lass sie niemals verblassen, im Gegenteil, ich genieß' sie und lass sie wieder erwachen!“, schreibt ein User etwa. 

Bob Beaman macht zu: Auch andere Clubs haben dichtgemacht

In den vergangenen Jahren ging bereits mehreren Münchner Clubs die Puste aus: 

Erst vor einem Jahr hatte das X-Cess im Glockenbachviertel geschlossen, und bereits im Januar 2018 hatte das Optimol geschlossen.

Eine Neuaufteilung gab es hingegen bei La Nuit und Evergreen in der Innenstadt: Jihad Safadi führt das La Nuit nun allein, Thomas Wandinger konzentriert sich auf das benachbarte Evergreen in der Neuhauserstraße.

Bob Beaman macht zu: Manchmal herrschte „bestialische Energie“

Nostalgische Worte gibt es zum Schluss in dem Facebook-Post, der die Schließung des Bob Beaman bekannt gibt: „An manchen Abenden konnte der Club eine bestialische Energie entfalten. #nevernotdancing“.

Mit dem Crux in München schließt nun der nächste Kult-Club in der Landeshauptstadt.

Sabrina Mazzola

 

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