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DJs demonstrieren gegen GEMA-Wucher

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München - Münchens Clubbetreiber und Party-Veranstalter haben sich erfolgreich gegen die geplante GEMA-Erhöhung gewehrt. Die DJs zittern immer noch. Jetzt schließen sie sich zusammen.

Dass sich Einsatz lohnen kann, bewiesen Deutschlands Club-Betreiber und Party-Veranstalter, als sie Anfang September 2012 gegen die geplante GEMA-Erhöhung auf die Straßen gingen. Statt der ursprünglich geplanten Steigerung der Abgaben um bis zu über 1000 Prozent wurde die Anhebung für 2013 gegen eine maßvolle Anpassung um 15 Prozent ausgesetzt.

Nun aber zittern die DJs. 13 Cent sollen sie pro Song bezahlen, die sie als digitale Kopien beim Auflegen dabei haben. Egal, ob sie die Tracks zuvor bereits als Schallplatte, CD oder Download im Original gekauft haben. „Beim Kopieren einer Doppel-Best-Of-CD mit ungefähr 40 Titeln auf eine Festplatte und einen zusätzlichen USB-Stick fallen allein bereits über 10 Euro Lizenzierungsgebühr an“, postet die Piraten-Partei via Facebook. „Verliert ein DJ durch einen Festplattencrash sein Repertoire, muss er für das wiederholte Kopieren neu lizenzieren.“ Nur wenn die Plattendreher Originale – also Schallplatten, CDs oder originäre Downloads – mit in den Club nehmen, müssen sie nichts bezahlen.

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Münchner DJs haben sich deshalb unter dem Label „DJs gegen GEMA“ zusammen geschlossen und mit Unterstützung der Piraten für Samstag um 16 Uhr eine Demo auf dem Marienplatz organisiert, „um die Bevölkerung auf die Anliegen der DJs aufmerksam zu machen und die GEMA sowohl durch Dialog als auch durch Aktionen im öffentlichen Raum zum Einlenken dieser Tarifreform zu bewegen“, wie es auf der Homepage des Bündnisses heißt.

Nicht nur DJs prangern die GEMA-Reform an. Selbst Hit-Produzent und DJ Steffen Harning von Milk & Sugar („Love is in the Air“) kritisiert die Zwangsabgabe: „Das ist selbst in meinen Augen als GEMA-Mitglied und Urheber ein Unding.

Thomas Oßwald

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