Sex im Klo und nackte "Stammgäste"

Ex-P1-Türsteher packt aus!

München - Klaus Gunschmann, ehemaliger Türsteher des P1 erzählt in seinem neuen Buch Anekdoten aus dem Club-Alltag. In der tz gibt er Kostproben, zum Beispiel zum Thema Sex im P1.

Der Mann ist gut im Geschäft. Direkt vom Familienurlaub kommt er zum Interview in sein Lehel Bar Food Club, vor ihm liegt ein Vertrag von der Redaktion von Markus Lanz, ständig vibriert das Telefon. „Alles Interview-Anfragen“, sagt Klaus Gunschmann, Der ehemalige Türsteher vom P1 hat ein Buch geschrieben, das heute erscheint. Titel: Du kommst hier nicht rein (Heyne Verlag, Paperback, 12,99 Euro).

Das ist das P1 in München

Das P1 in München ist die berühmteste Dicso in ganz Deutschland. © Bodmer
Zur Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen öffnet das P1 auch eine Außenstelle in der Marktgemeinde. © Bodmer
Das P1 gastiert ab dem Wochenende vor der Eröffnungsfeier im Olympiasaal neben dem Kongresshaus. © Bodmer
Am Freitag, 4. Februar, öffnet das Garmisch-Partenkirchner P1 seine Tore. Motto des ersten Abends: "Local Heros" mit DJ Andrew Clark. © Bodmer
Die Münchner "Zentrale" ist bekannt für seine strenge Türpolitik. Zur Ski-WM solllen in Garmisch-Partenkirchen aber nicht nur Promis reinkommen. Das P1 richtet sich auch an alle Einheimischen, WM-Gäste und Touristen. © Bodmer
Das ist die Schlange der wartenden Leute, die rein wollen. © Bodmer
Das P1 ist bekannt für viele hübsche, weibliche Gäste. © Bodmer
Innenaufnahme vom P1. © Bodmer
Partystimmung in der Nobeldsico. © Bodmer
Ein GoGo-Girl tanzt auf dem Tisch. © Bodmer
Die Gäste sind immer in Feierlaune. © Bodmer
Wartende Gäste vor der "härtesten Tür Münchens". © Bodmer
Der Eingangsbereich des P1. © Bodmer
Wartende Gäste vor dem P1. © Bodmer
Die Raucherbar im Außenbereich. © Bodmer
Die Raucherbar im Außenbereich. © Bodmer
Playmate Alena Gerber. © Bodmer
Moderatorin Tina Kaiser. © Bodmer
Starlet Davorka Tovilo und Playmate Alena Gerber.  © Bodmer
Moderatorin Tina Kaiser. © Bodmer
Nadja Anna Zsoeks, verheiratet mit Alexander zu Schaumburg-Lippe. © Bodmer
Sophie Wepper mit Freund Maximilian Wentzler. © Bodmer
Dunja Siegel © Bodmer
Sophie Wepper mit Freund Maximilian Wentzler. © Bodmer
Florian Simbeck mit Frau Stephanie. © Bodmer
Abi Ofarim und Kirsten Schmidt. © Bodmer
Starlet Davorka Tovilo. © Bodmer
Nadja Anna Zsoeks, verheiratet mit Alexander zu Schaumburg-Lippe. © Bodmer
Dunja Siegel © Bodmer
Goran Munizaba © Bodmer
Sophie Wepper mit Freund Maximilian Wentzler. © Bodmer
Abi Ofarim und Kirsten Schmidt. © Bodmer
Florian Simbeck mit Frau Stephanie. © Bodmer
Der Außenbereich des P1. © Bodmer
Sophie Wepper mit Freund Maximilian Wentzler. © Bodmer

Von 1986 bis 2008 arbeitete Gunschmann für den Club, den einst Gerd Käfer seinem Sohn Michael zum 25. Geburtstag schenkte. Anfang der Nuller-Jahre wechselte er in die Geschäftsleitung. Und weil in insgesamt 22 Jahren auch jede Menge Promis seinen Weg kreuzten – von den Stones über Leo di Caprio bis Robert de Niro – gibt’s viele Anekdoten zu berichten. Über …

Sex im P1: „Hat natürlich drinnen und draußen stattgefunden. Wenn wir jemanden auf der Toi­lette erwischt haben, waren wir aber nicht böse oder haben sie des Clubs verwiesen. Wir waren froh, dass die Kabinen wieder frei waren.“

Wie man am Türsteher vorbei kommt: „Am besten vor Mitternacht oder nach drei Uhr kommen. Hübsche Mädels im Schlepptau schaden auch nicht. Im P1 war aber die sicherste Bank, in Geschäftsverbindung mit Michael Käfer zu stehen.“

Die richtige Gäste-Mischung: „Wir sind nach der Devise des Mixed Salads verfahren. Von jeder Sorte ein gutes Dutzend, egal ob Punks, Schlipsträger, Studenten, Freaks, hübsche Frauen. Das hatte sich Michael Käfer von Steve Rubells legendärem Studio 54 abgeschaut. “

Die reifste Überzeugungsleistung, um Stammgast zu werden: „Ich hatte fünf Jungs, Typ Studenten, immer wieder abgewiesen, weil sie keine Stammgäste waren. Beim siebten Mal kamen sie splitterfasernackt, unter dem Arm trugen sie einen Baumstamm. Das ist der Stamm, sagten sie, und wir sind die Gäste. Natürlich habe ich sie reingelassen, Drinks bekamen sie aufs Haus. Nackten kann man schließlich nicht in die Tasche langen.“

Drogen: „Wie’s heute ist, weiß ich nicht. Wie’s damals war, weiß ich auch nicht. Wir haben uns bemüht, den Laden so gut wie möglich clean zu halten. Das ist uns auch ganz gut gelungen – zumindest halbwegs …“

Schlägereien an der Tür: „Gab’s nur, wenn’s mit Worten gar nicht mehr weiterging und auch dann nur zur Selbstverteidigung.“ Schon am fünften Tag als Türsteher hatte er eine handgreifliche Auseinandersetzung mit den Toten Hosen. Daran erinnert auch die Narbe an Gunschmanns Nase: „Ob das Campino war oder ein anderer seiner Band, weiß ich nicht mehr. Es ging damals drunter und drüber.“

Die heißeste Nacht im P1: „Als Puff Daddy und Jennifer Lopez mit 20 Bodyguards und mindestens genauso viel Flaschen Schampus feierten. Am Schluss hieß es: „We don’t pay for this.“ Mit der Rechnung über 10 000 Mark in der Hand machten wir uns auf den Weg zu ihrem Hotel. Der Concierge des Bayerischen Hof steckte mir, dass sie die komplette dritte Etage hatten. Als uns oben ein Bodyguard in die Mangel nehmen wollte, kam gottlob gerade der Tour-Manager vorbei, der wenige Wochen zuvor mit Naomi Campbell und Joaqim Cortez bei uns war. Er versprach uns, sich um die Sache zu kümmern, Drei Monate später beglich er die J. Lo-Rechnung.“

Warum die großen Zeiten vorbei sind: „Da gibt’s mehrere Gründe. Unsere DJs machten Musik für die Gäste und nicht fürs Ego. Wir waren so klein, hatten keinen finanziellen Druck und konnten uns so erlauben, nur die Leute rein zu lassen, die wir wollten – oder zur Not auch mal leer zu lassen. Außerdem hat sich die Promi-Szene nach Berlin verabschiedet, und heute gibt’s locker zehn Mal so viele Clubs wie damals, da verteilen sich die Gäste.“

Wie er 22 Jahre Nightlife überstand: „Cola statt Koks, vielleicht habe ich deshalb überlebt.“

Thomas Oßwald

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