Aus für Nobel-Restaurant

Paukenschlag: Das Rilano macht zu

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Markant: das Bernheimer-Palais. Hinter diesen Mauern liegen die Räume des Rilano-Restaurants

München - Es ist nichts weniger als ein gastronomischer Paukenschlag. Aus für das Rilano Nr. 6 Lenbach-Palais. Wie es nun weitergehen soll.

Wie die tz erfuhr, gehen Ende des Monats die Lichter in dem Nobel-Restaurant in der Ottostraße aus, das erst vor gut eineinhalb Jahren mit gleich mehreren glamourösen Eröffnungs-Parties Peter Schmucks mondänes Lenbach abgelöst hat. Offiziell heißt es im Statement der Rilano Hotel-Gruppe, man wolle sich künftig wieder verstärkt auf die Kernkompetenz des Unternehmens, die Hotellerie, konzentrieren, allerdings ist es in Gastro-Kreisen kein Geheimnis, dass das Restaurant in Sachen Nachfrage hinter den Erwartungen zurückblieb.

„Fakt ist: die Bar läuft toll, hat sich gut etabliert, der Veranstaltungsbereich mit dem unvergleichlichen Gobelinsaal ist auch sehr zufriedenstellend. Nur das Restaurant tut etwas weh, deshalb reagieren wir“ sagt Holger Behrens, Geschäftsführender Gesellschafter und Managing Partner der Rilano Hotels & Resorts.

Wobei er das Investment in das historische Bernheimer Palais nicht bereut: „Wir hatten vor der Eröffnung einen Trendforscher beauftragt, der dem Lenbach einen Bekanntheitsgrad von 69 Prozent der Münchner bestätigte. Das war noch höher als der von Christian Ude“, sagt der Hotelier. „Die Idee war, dass Rilano von der Bekanntheit profitiert und auch im jüngeren, trendigen Segment wahrgenommen wird. Das Konzept ging voll auf, die mediale Aufmerksamkeit war enorm.“ Und deshalb will er auch Bar und Gobelin-Saal künftig selbst weiter betreiben, das Restaurant wird am 31. Mai jedoch geschlossen.

Wie es dort weitergeht? „Die Zukunftsplanung steht noch nicht fest. Sobald wir hier aber greifbare Konzepte haben, werden wir damit umgehend an die Öffentlichkeit gehen.“ Betroffen vor Schließung sind 35 Mitarbeiter, die bereits Ende April ihre Kündigung erhalten hatten. Nach Aussage Behrens würden die aufgrund ihrer Qualifikation aber händeringend gesucht in der Gastronomie: „Wir sind natürlich froh, dass wohl niemand arbeitslos sein muss.“

Thomas Osswald

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