Schon seit Kindheit viel unterwegs

Sängerin Y‘akoto im Interview: „Was andere über mich denken, ist mir egal“

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Y‘akoto bei einem Konzert in Hamburg.

Soul ist ihr Ding: Y‘akoto, eine deutsch-ghanaische Sängerin, wird das Münchner Publikum beehren. In der tz spricht sie über ihre Jugend in Ghana und wie das Internet die Musik veränderte.

München - Die deutsch-ghanaische Sängerin Y'akoto wurde bereits mit ihrer ersten Platte "Babyblues" im Jahr 2012 als neue Soul-Hoffnung gefeiert. Am 31. März erscheint ihr neues Album „Mermaid Blues“, dessen Songs sie auch am 5. Oktober bei ihrem Konzert in München zum Besten geben wird. Im Interview blickt sie mit uns ein wenig auf ihr musikalisches Leben in zwei Welten.

Du wurdest in Hamburg geboren und bist in Ghana, Kamerun, Togo und dem Tschad aufgewachsen. Wie kam es zu den vielen Umzügen in deiner Jugend?

Y‘akoto: Das Reisen hat mich schon immer begleitet. Es ist nicht wichtig, wo du bist, sondern wer du bist. Meistens bin ich zwischen Westafrika und Europa hin und her gereist. Meine Eltern wollten, dass ich beides kennenlerne.

Du reist oft nach Westafrika. Was hat sich dort seit Deiner Jugend in der Musikszene verändert? Was tut sich aktuell dort?

Y‘akoto: Die Musikszene in Westafrika hatte damals nicht so viele Vertriebswege wie heute. Das Internet hat die Musikszene auf der ganzen Welt in der Art und Weise, wie sich die Künstler präsentieren können und wie sie ihre Arbeit vertreiben können, verändert. Der Zugang zum Internationalen Markt ist erleichtert. Die Produktionsbedingungen sind allerdings weiterhin wegen fehlender Infrastruktur ein großes Problem für die Musiker dort. Das Gute ist, ich kann meine Lieblingsbands aus der ganzen Welt jetzt streamen.

Welchen Einfluss haben die unterschiedlichen musikalischen Entwicklungen in den jeweiligen Ländern auf deine Musik?

Y‘akoto: Mein Blick ist nach vorne gerichtet. Durch das viele Reisen lernt man, sich ins große Ganze einzufügen und Vorurteile abzubauen. So ist es dann auch mit den weitreichenden Möglichkeiten des Internets, man öffnet sich Neuem.

Seit deinem Album Babyblues wirst du als Stimmwunder gelobt und als Newcomer gehypt. Inwiefern birgt dieses Lob Motivation und/oder Erfolgsdruck?

Y‘akoto: Ich glaube nicht an Druck aufbauen, sondern nur an Druck ablassen. Ich habe nichts zu verlieren. Seit ich ein Kleinkind war, bin ich motiviert, das Beste aus dem Leben zu machen. Ich verfolge da keine Maßstäbe. Mein Blick geht nicht nach außen, sondern nach innen: Wie geht es mir mit dem, was ich tue? Das ist eine wichtige Frage. Was andere über mich denken, ist mir egal. Lob freut mich, aber ich nehme es mir nicht zu Herzen, destruktive Kritik genauso. Ich lasse da wenig an mich ran. Ich will meinen Hörern etwas bieten, das zeitlos, echt und einzigartig ist.

Welche Dynamik verbirgt sich hinter der Aufnahme von Songs in verschiedenen Städten?

Y‘akoto: Songs entstehen nicht beim Aufnehmen, sondern beim Schreiben. Ich denke nie darüber nach, wo ich bin. Ich schreibe vom Herzen - und das ist fast überall zuhause.

Und wenn du performst? Inwiefern haben Konzerte in unterschiedlichen Städten Auswirkungen auf die Performence?

Y‘akoto: Ich mache da keinen Unterschied. Live zu spielen, ist die Essenz des Musiker-Daseins. Nur auf der Bühne kannst du dich wirklich wahrhaftig vorstellen und mit deinem Publikum in Kommunikation treten. Ich liebe es, den Menschen gegenüber zu stehen, die mir es ermöglichen, weiterhin Musik zu machen. Das ist mein drittes Album innerhalb von acht Jahren. Selbstverständlich ist das nicht.

Y‘akoto in München

Wann: 5. Oktober 2017, 20 Uhr

Wo: Muffathalle

Tickets: ab 33 Euro, über alle bekannten Vorverkaufsstellen

Neues Album: „Mermaid Blues“ ab 31. März 2017 im Handel

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