Partygaenger-Kolumne

Sibirien in München

Von der Münchner Weißbier-Boazn zu einer Bahnhofskneipe in Sibirien sind es normalerweise gut und gern 6000 Kilometer – normalerweise. Jetzt ist es nur noch ein Anstich.

Salon Irkutsk

Im März übernahm der gebürtige Russe Wanja Belaga eine winzige Bier-Pinte an der Isabellastraße und machte sie zum Salon Irkutsk. Das „Abendbistro für franko- slawophiles Trinkvergnügen“gestaltete Belaga, wie er sich ein Bahnhofslokal in Transsibirien vorstellte: Er strich die Holzvertäfelung türkis, den Tresen orange, legte alte Orient-Teppiche aus, stellte vier Holztische auf.

Zweimal die Woche gibt’s Live-Musik, an den Wänden hängen Bilder Schwabinger Maler. Aktuelle Revoluzzer sind kaum da beim Konzert von Bernd Huber an der Gitarre und Max Osvald am Klavier, eher welche, die sich 1968 dafür hielten. Bereits kurz nach 21 Uhr geht der Hut rum für beide. Zu früh, finden die; geht nicht anders – die Nachbarn, entgegnet der Wirt.

Vier Beschwerdeführer gäbe es, erklärt er, in der Nachbarschaft. „Natürlich habe ich Verständnis, aber unsere Gäste verhalten sich doch alle vorbildlich, und bei uns geht die Musik bereits um neun Uhr aus“ sagt er bei einer Zigarette vor dem Lokal. Dabei geht’s den Nachbarn nicht um die Musik im, sondern um die lauten Raucher vor dem Lokal. Der Salon Irkutsk (Isabellastraße 4) hat täglich ab 17 Uhr geöffnet.

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Nachtgeflüster: Der schwule Party-Ableger des Harry Klein – die Garry Klein Club Nacht - feiert heuteab 23 Uhr Einjähriges  „Seit wir im Oktober 2010 das erste Mal Garrys Pforten öffneten, ist der Mittwoch zu dem neuen Ausgehtag am schwulen Münchner Nachthimmel avanciert - sofern man auf House & Techno a la Harry Klein steht“, lassen die Veranstalter zum Jubeltag verlauten. Die elektronischen Geburtstagsständchen bringen DJ Karotte undppF zu Gehör.

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