Babba ante portas: Die Party des Altmeisters

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Sven Väth bei seinem Auftritt im Pacha München

München - Das Pacha am Maximiliansplatz in der Nacht zum Samstag: Draußen wartet ein riesiger Pulk von Leuten, die unbedingt rein wollen – aber keine Chance.

Der Türsteher ruft in die Menge: „Nur noch, wer ein Vorverkaufsticket hat.“ Oben ist der Club bereits um Mitternacht proppevoll, auch draußen im Wintergarten und auf der Terrasse stehen die Partygänger gedrängt. Der, dessentwegen fast alle da sind und den seine Fans liebevoll „Babba“ nennen, lässt noch auf sich warten: Sven Väth (48), DJ-Altmeister und Cocoon-Label-Chef.

Kein Problem für Edel-Fan Erol Sander. Der Schauspieler kam bereits kurz vor Mitternacht und richtete sich neben dem DJ-Pult ein: „Ich liebe House-Musik …“ Seine letzte Soko-Istanbul-Folge habe er gerade abgedreht, erzählt der Münchner. Jetzt muss er zu Hause weiterarbeiten. Arbeiten – und auch ein bissl Spaß haben. Sander: „Ich bin einer der ältesten Pacha-Fans, ich war schon in der alten Location an der Rosenheimer Straße Stammgast.“ Und hat sich dort mit René Vaitl angefreundet. Der DJ, der auch an der Disco mit der Doppel-Kirsche beteiligt ist und Väth mit seiner World-League-Agentur nun bereits im 16. Jahr nach München holt, gibt den Einheizer vor seinem prominenten Kollegen.

Väth speist derweil mit Vaitls Kompagnon Tom Hilner im The Grill im Lenbachhaus. Pünktlich um halb ein Uhr morgens laufen sie dann im Pacha ein, backstage. Ein kleines Warm-up in der Getränke-Ausgabe, bevor es an die Turntables geht. Kurze Gelegenheit für ein Gespräch.

Was denn das Besondere war an dieser seiner 13. Saison auf der Party-Insel Ibiza, der er nun wieder einen Longplayer gewidmet hat? „Naja, es war schon etwas Besonderes, weil ich das Privileg habe, noch mit echten Schallplatten aufzulegen. Dazu gehören Zeit und Muße.“ Auch in dieser Pacha-Nacht, vor ihm hat ein Helferlein drei schwere Platten-Koffer Richtung Mischpult geschleppt. Wo er die herbekommt? „Ich bin ja viel unterwegs und habe meine Läden in Frankfurt, London oder Tokio, da gehe ich hin, oder sie schicken mir auch mal was zu.“

Für den Frankfurter Musik-Unternehmer gilt die Weisheit „je oller, desto doller“. Den Leuten gefällt, was er macht. „Ist schon irre“, sagt Väth, „seit letzter Woche bin ich mit meiner neuesten Ibiza-Compilation wieder in den deutschen Charts, wahrscheinlich irgendwo zwischen Bravo-Hits und Kuschelrock.“ Dann zupft Hilner ihn am Ärmel. Die Fans wollen ihren Babba– sehen und hören.

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