Partygaenger-Kolumne

Tanzverbot: Keine Bewegung zum Rhythmus!

Das Thema treibt das Nachtleben um wie jedes Jahr um diese Zeit: Wie darf an den stillen Tagen gefeiert werden, mit denen der Monat November regelmäßig gesegnet ist?

Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag, der gleichzeitig 1. Advent ist? Das Gesetz sagt: Öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen sind an diesen Tagen „nur dann erlaubt, wenn der diesen Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt ist“. Club-Betreiber und Veranstalter deklarierten daher teilweise ihre Partys als „nicht öffentlich“. Weil das KVR das anders sah, werden wegen vor drei Jahren erhängter Buß- und Zwangsgelder noch immer die Gerichte bemüht. So muss der Vorsitzende des Vereins für Gesellige Toleranz, Alexander Wolfrum, derzeit schon in zweiter Instanz wegen eines empfindlichen Zwangsgeldes streiten: Er hatte an Allerheiligen eine Mitgliederversammlung in verschiedenen Clubs abgehalten. Es geht um die Frage, ob sich namentlich angemeldete Personen im Lokal rhythmisch zu Musik bewegt hatten …

Alexander Wolfrum

„Absurd“, sagt Wolfrum, selbst Event-Manager und Vorsitzender vom Verband Münchner Kulturveranstalter: Hier haben sich Hallenbetreiber und Veranstalter zusammengeschlossen, um die lebendige Kulturmetropole München weiterzuentwickeln. Dieses Ziel sieht er gefährdet. „Letztes Jahr war es zumindest noch möglich, Konzerte an den neun stillen Tagen durchzuführen.“ Das sei nun vorbei, „nach der Anweisung der Regierung hat das KVR dieses Jahr jeden einzelnen Musiktitel auf seine Kompatibilität mit dem Feiertagsgesetz zu prüfen, was viele Künstler als Zensur sehen.“ Nun erwägt der Verband eine Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz.

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Die Club-Betreiber vorsichtig geworden. Gerade in der Nacht zu Allerheiligen, an denen früher jedes bessere Kneipe Halloween feierte. „Kannst total knicken“ meint ein Wirt, der nicht genannt werden will, „die Stadt macht alles kaputt.“ Andere sehen das anders: Halloween ja, aber eben nicht in der Nacht zum 1. November. So feiert das 8 Seasons bereits am 28. November im Zeichen des Kürbis, die Kultfabrik lädt tags darauf zur „größten Halloween-Party Europas.“ Milchbar-Chef Florian Faltenbacher weiß, dass Datumsuntreue nicht immer hinderlich ist: Zu seinem Gastro-Silvester Anfang Januar strömen jedes Jahr Tausende, auch wenn der Jahreswechsel bereits längst vorüber ist …

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