Geiselnahme in Justizvollzugsanstalt - größerer Polizeieinsatz dauert an

Geiselnahme in Justizvollzugsanstalt - größerer Polizeieinsatz dauert an

Techno-Fans pilgern nach Freising

Freunde des dicken, fetten Technos mit unverkennbaren Rock-Roots sollten am Samstag mal den Blick über den Münchner Tellerrand wagen.

Im fast schon legendären Lindenkeller zu Freising (Veitsmüller Weg 2) fällt am Samstag um 22 Uhr Iggor Cavalera mit seiner Lebensgefährtin Laima ein.

Cavalera war zusammen mit seinem Bruder Max Gründer der brasilianischen Metal-/Trash-Band Sepultura und knallt seiner Fan-Gemeinde als MixHell nun seine ganz persönliche Version vom Sound der Zukunft um die Ohren. Seine musikalischen Wurzeln verleugnet Señor Cavalera dabei keineswegs. Der tätowierte Muskelkoloss klopft noch immer live auf seinem Schlagzeug, während seine Freundin Laima die Platten dreht und Regler schiebt. Schließlich weiß der Mann, wie man mit treibenden Beats Boxentürme vibrieren lässt.

Als Sepultura in den 90ern das Aushängeschild des modernen Metals war, kürte die Musikpresse Cavalera mehrmals zum Besten Drummer der Welt. Mit seinem Gespür für den exakten Schlag war er ein Grund für die weltweit mehr als zehn Millionen verkauften Sepultura-Alben. Nun verknüpft er mit seiner Frau Laima in dem Duo MixHell die tanzbarsten Elemente des Rocks mit fetten elektronischen Beats. Der herbe Sound war auf seiner Festplatte nach der Zusammenarbeit mit Größen wie Ice T, Zegon, Sabotage und James Murphy vom LCD Soundsystem entstanden, und irgendwann wollte ihn der Brasilianer auch auf der Bühne ausprobieren. Schon der erste Gig soll zu kollektivem Wahnsinn auf der Tanzfläche geführt haben. Von wegen „beschauliches Freising“ ...

Der Abgesang auf Minimal Techno scheint immer lauter und lauter zu werden. Wären da nicht Richie Hawtin und seine M-nus Gang. Sie scheren sich nicht um die Unkenrufe der Minimal-Kritiker, denen sie meist noch immer die entscheidenden vier Takte voraus sind.

Als rastloser Innovator, der für seine Musik stets die neuesten Technologien nutzt, klebt Hawtin nicht an irgendwelchen Trends, vielmehr setzt er sie –  was ihm eine anhaltende internationale Fan-Gemeinde einbrachte. Auch hierzulande, seit Hawtin vor knapp 20 Jahren seine kanadische Heimat Windsor als wichtige Nachbarstadt von Detroit auf die Techno-Landkarte brachte.

Da versteht es sich von selbst, dass die Ideologie eines der großen Chefdenker der elektronischen Tanzmusik nicht ausgedient hat, solange irgendwo auf diesem Planeten noch jemand zu einer geraden Bassdrum feiern will. Dachten sich auch die Promoter der Word League Tom Hilner und Rene Vaitl, die Hawtin heute dem Münchner Techno-Publikum in der Freiheizhalle an der Donnersberger Brücke präsentieren. Ab 23 Uhr.

Quelle: tz

Auch interessant

Kommentare