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Starkmachen für die Sicherheit

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Türsteher Fabian Pomplun © tz München

München - In früheren Zeiten wäre Fabian Pomplun vielleicht Leibgardist des Königs gewesen. Heute bewacht der Hüne die Türen der besten Clubs der Stadt.

Immerhin stammt er aus einer Hugenottenfamilie, die auf dem Napoleon-Feldzug bis nach Russland zog und sich auf dem Rückweg in Preußen niederließ. „Bis ins 17. Jahrhundert zurück sind fast alle meine männlichen Vorfahren beim Militär gewesen“, erzählt Pomplun. Der Familiensitz im heutigen Polen ist noch immer Ausbildungsschloss. Fabians Onkel hat dort bereits 20 000 Personenschützer ausgebildet, auch seinen Neffen.

Nach München kam er zur Bewachung des Baus der Lenbach-Gärten um das Charles Hotel, arbeitete dann als Security auf dem Oktoberfest: „In München gibt es einen ungeheuren Sicherheitsbedarf, Mangel an Personal – und es wird gut gezahlt.“

Irgendwann kam er mit dem Nightlife in Berührung und gab den Türsteher in Pacha und Milchbar. „Wobei ich nicht selektiere, das machen meist die Leute vom Club“, sagt der Hüne mit den Maßen 194 – 130– 51 (Länge, Gewicht, Schuhgröße). „Meine Aufgabe ist, Eskalation zu vermeiden.“

Zu seinen Kunden gehören mittlerweile Clubs wie 089, Drella, Filmcasino, Edenbar, Ksar oder 8Below, dazu Party-Reihen wie die Jet-Set und Estrada. Dort ist er mit bis zu 15 Kollegen zugegen, Mindestgröße 190 cm.

Wobei er feststellen musste, dass das Gewaltpotenzial in den vergangenen Jahren anstieg: „Die Hemmschwelle bei Körperverletzungen ist merklich gesunken.“ Pomplun war Fallschirmspringer, besitzt den Sprengschein und die behördliche Bewachungserlaubnis für amtliche Personenschützer.

Am Maximiliansplatz hat er mit Kollegen mal einen Raub vereitelt und die drei Täter gestellt, in deren Wohnung auch reichlich Drogen gefunden wurden. Noch in der gleichen Nacht setzten sie eine Gruppe Jugendlicher fest, die sich einen Spaß daraus machten, über Autos zu laufen. „Die Polizei fragte uns danach, ob wir nicht gleich in der Streife mitfahren wollen.“

Vergangenes Jahr hat Pomplun sein zweites Security-Unternehmen Guards United eröffnet, zusammen mit Marcel von Möllendorff. Vorfahr Wichard von Möllendorff war im 17. Jahrhundert Befehlshaber der preußischen Armee. Längst sind die Partygänger nicht mehr ihr einziges Betätigungsfeld: Das Duo bietet auch bewaffneten Personenschutz, Observation und Sicherheitsanalysen.

(T. Oßwald)

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