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Harry Klein ist nachgewiesen angesagt

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Für die Freunde gepflegter elektronischer Tanz-Musik, ist das DJ Mag-Magazin so etwas wie die Bibel.

Warum? Weil es einen weltweiten Überblick über die angesagtesten Clubs, musikalische Trends und heißeste DJs gibt. Und jedes Jahr ein Ranking aufstellt, wer denn nun die Nase vorne hat auf der Spielwiese der House- und Techno-Music.

Siehe da: der beste Club auf dem Planeten ist ausweislich des Fanzines, das sich auf das Urteil dutzender prominenter internationaler Discjockeys verlässt, ein deutscher: das Berghain in Berlin. “Soweit es um Techno geht, gibt es kaum Streit darüber, wo momentan das Zentrum des Universums liegt, tief drinnen im gewaltigen Strudel Am Wriezener Bahnhof, genauer gesagt im Berghain und der darüber liegenden Panorama Bar.“ Eine gewaltiger Playground mit verschiedenen Dancefloors, Unisex–Toiletten und Rückzugsgebieten für sexuell aufgeschlossene Partygänger (vulgo: Darkrooms), vor allem aber einem Hammer-Booking und einer Hammer-Musikanlage.

Insgesamt sieben deutsche Clubs zählen zu den Top 100. Drei davon liegen in Berlin (neben dem Berghain auch das Watergate auf Platz 8 und der Club der Visionäre, Rang 63). Davor hat sich aber nach langer Absenz auch mal wieder eine Münchner Location geschoben, auf dem 59. Platz rangiert, hurra, hurra, das Harry Klein im Optimolwerk (Friedenstraße 10, Do-So ab 23 Uhr).

Dessen Chef David Süß war erst mal sprachlos, als er von der Ehre erfuhr, „das ist schon eine Sensation, nicht dass ich wüsste, dass München schon mal vertreten war.“ Dann kramte er aber doch ein bisschen in seinem Gedächtnis und erinnerte sich an das Ultraschall auf dem Gelände der ehemaligen Abflughallen Riem, dem die Auszeichnung vor gut 15 Jahren auch mal zuteil wurde.

Einer der Masterminds damals war übrigens ein gewisser David Süß. Vor allem freut ihn die Begründung, mit dem sein Nachtclub, den er nach Derricks Assistenten („Harry, hol schon mal den Wagen“) benannte, ausgezeichnet wurde. „In Bezug auf Musik” schreibt das DJMag, „mag München im Vergleich zu Berlin ein bisschen wie die arme Verwandtschaft daher kommen, aber sie haben dort eine kleine Schönheit, die jede Familie stolz machen würde.“ Unaufdringlich, kompakt aber gesegnet mit beeindruckenden Visuals und einer Killer-Musikanlage sei der Laden, „klein und fantastisch“ bestätigt DJ Oliver Huntemann, „ das Harry Klein hat minimales Design, ein großartiges Soundsystem und ein herausragendes Publikum.“ „Das geht natürlich runter wie Öl“ jubelt David Süß, „noch dazu von Fachleuten, die international unterwegs sind und einen weltweiten Überblick haben.“

Dennoch könnten die Tage des Harry Kleins gezählt sein – zumindest in ihrer Homebase hinter dem Ostbahnhof. „Stimmt, wir würden gerne in die Innenstadt ziehen“ bestätigt Süß, „aber noch ist nichts fix.“ Derzeit prüfen sie eine Location am Szene-Speckgürtel des Altstadtrings, „aber solange nichts unterschrieben ist, geben wir dazu kein Statement ab.“ Wenn alles gut geht, wird das Weihnachtsfest aber schon in der neuen Heimat gefeiert, und die soll nach Auskunft des Betreibers garantiert kein Rückschritt werden. Berghain, wir kommen!

Thomas Oßwald

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