Umbau in Münchens letztem Gay-Club 

Auch eine Institution muss sich verändern, damit sie bleiben kann, was sie ist. Jüngstes Beispiel: der N.Y.- Club in der Sonnenstraße, Münchens wohl letzte Diskothek für Männer, die auf Männer stehen.

Weshalb Club-Chef Ken Koch seinen Laden in den kommenden zwei Wochen einem schweren Facelift unterzieht. „Es wird ein großer Umbau, bei dem der Laden komplett verändert wird.“ Es gab Zeiten, da war die Zukunft der Diskothek an der Sonnenstraße ungewiss. „Im letzten Jahr hatte ich mich tatsächlich mit dem Gedanken getragen, den Club zu verkaufen“ räumt Koch ein.

N.Y.- Chef Ken Koch

Vorangegangen waren einige Experimente mit Fremdveranstaltern, die im N.Y.- Club Electro- und Schlager-Nächte feierten und damit die Identität der Location aufweichten. Gerd Schneider versuchte schließlich, unter dem Namen „Mariechen-Bar“ seinen Kölner Abend zu etablieren. Irgendwann wusste keiner mehr, wofür das „N.Y.“ steht. „Vor einem Jahr waren die Betreiber des Pimpernel interessiert, den Laden zu übernehmen, wir hatten Gespräche, aber ich hatte es mir dann doch anders überlegt“ erinnert sich Koch.

Nun will er es noch mal wissen, am Wochenende lädt er zu zwei Abriss-Partys, am das „alte N.Y.“ gebührend zu verabschieden. Beim ersten Teil am Freitag steht unter dem Motto „Wir saufen den Laden leer“ DJ Louie Pacard an den Plattentellern. Am Samstag gastiert „Hollywoods Finest DJ and MC“ Al Walser im Rahmen seiner Europa Club-Tour“ an der Sonnenstraße 25. Er präsentiert dort seine neue Show, „eine Mischung aus DJ, MC Show und Performance seiner neuen Songs“ erklärt Koch.

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Bis 8. Dezember will der Gastronom seinen Club dann grundlegend renovieren und ihn am 9. Dezember mit einer großen Wiedereröffnungs-Fete seiner Kundschaft präsentieren. Künftig wird Koch auch den Freitag selbst bestreiten, nachdem Dominik Linneweber mit seiner „Pop-Party“ in die Klangwelt gezogen ist. „Das N.Y. ist und bleibt ein schwuler Club“ stellt Koch klar, „aber selbstverständlich sind auch Hetero-Freunde willkommen“. Nur nicht im Darkroom, den es auch nach dem Umbau geben soll.

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