Sogar im Nachtleben dreht sich alles um Obama und McCain

US-Wahl wird zum Party-Motto

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"Wer wird America' s Next Top-President?", fragt Registratur-Chef David Walker.

München - Battles, also Schlachten, wurden in der Registratur an der Blumenstraße 28 schon einige geschlagen.

Vielleicht schon in Zeiten, als dort die Stadtwerke noch die Ablage ihrer Akten organisierten, definitiv aber seit dort vor gut vier Jahren ein schmucker angesagter House-Club einzog. DJ-Battles heißen die Raves, wenn sich zwei oder mehr Discjockeys hinter den Turntables duellieren und das Publikum nicht nur mit Applaus, sondern auch dem Tanzbein entscheidet, wer die besseren Tunes und Skills im Programm hat.

Ein Duell ganz anderer Art gilt es indes am Dienstag beizuwohnen: weil der US-Wahlkampf mit Barack Obama einen juvenilen Vorzeigekandidaten im Programm hat, wird die Entscheidung um das Weiße Haus auch hierzulande richtig hipp. Und deshalb nimmt Registratur-Chef David Walker kurz entschlossen und „in Anbetracht der Größe dieses historischen Ereignisses“ die „Election Day Live Übertragung“ ins Party-Programm.

„Heute entscheidet sich nichts geringeres als der Kampf um die Weltherrschaft“, lässt Walker wissen und rechnet mit voller Hütte. Schließlich sind Casting-Shows derzeit populärer denn je. Wenn Deutschland unter größter Anteilnahme der jugendlichen Fernseh-Zuschauer den Superstar sucht, und Germany das Next Top-Model, dann dürfte doch wohl die Frage „wer wird America’s Next Top-President“ auch für regen Zuspruch sorgen. Wem dabei seine Sympathien gelten, lässt Walker, selbst Amerikaner, nicht offen: „Der erste schwarze Präsident steht in den Startlöchern und Europa steht hinter ihm. Auf der anderen Seite des Rings stehen 72 Jahre geballter amerikanischer Republikanismus, der seinerseits die Vertreter des Kreuzes hinter sich geschart hat.“

Schon ab 20 Uhr ist Einlass, ab 21 Uhr gibt’s Hot Dogs, Popcorn, Corona und allerlei andere amerikanische Köstlichkeiten vor der Großbildleinwand, „politische Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht“. Der Eintritt ist frei.

Auch der schicke Cosmogrill in der Maximilianstraße 10 (Eingang Falkenturmstraße) feiert am Dienstag eine große, öffentliche Wahl-Party. „Wir haben Großplasma-TVs, die fast so groß wie das Lokal selbst sind“, verspricht Grill-Meister Christoph Kiening, „und wir zeigen Live-Berichterstattung sowohl von den deutschen, als auch den US-Sendern.“ Als besonderen Service liegen Fact Sheets mit Informationen über Wahlmänner, Prognosen und Statistiken aus und auch die deutschen Gäste dürfen wählen: zwischen 13 verschiedenen Burger-Varianten, vom Rindfleisch-Klassiker für 4,50 Euro bis zum Wagyo Trüffel Burger mit getrüffeltem Kobe-Rindfleisch und geschmolzenem Brie auf Sellerie-Remoulade für 11 Euro. „Wir erwarten in der Wahlnacht einen bunten Publikumsmix an Szenegängern, Gäste und Mitarbeitern aus den umliegenden Hotels, und Polit-interessierten Nachtschwärmern“, meint Kiening. Let’s get ready to rumble.

Quelle: tz

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