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Vonn verteidigt sich: "Das war keine Show"

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Will nicht als Drama-Queen gesehen werden: Lindsey Vonn. © dpa

Garmisch-Partenkirchen - Ungeschickte Äußerungen haben Lindsey Vonn in den vergangenen Tagen in Garmisch-Partenkirchen ins Abseits katapultiert. Sie fühlt sich missverstanden:

Vom Publikum wurde sie zunächst noch nicht mal ignoriert. Lindsey Vonn erfuhr keinerlei Gefühlsregung, als sie bei der Abfahrt ins Ziel kam und Maria Riesch auf Rang drei verdrängte. Bei der Siegerehrung im Stadion gab es nach dem Rennen wenigstens Höflichkeitsbeifall. Ihre Beliebheit in Garmisch-Partenkirchen hat gelitten in diesen Tagen, das hat Lindsey Vonn sehr wohl gespürt. Teilweise trug sie selbst Schuld daran, durch ihre überzogene Nörgelei an der Kandahar, dann mit ihrer ewigen Jammerei über ihren Gesundheitszustand. Die „Drama Queen“ nervte.

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„Ich hatte schon das Gefühl, dass die Leute, die Medien und das Fernsehen nicht nett zu mir waren. Aber das war kein Drama, keine Show“, sagte Vonn im Anschluss an die Abfahrt. Ob sie nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der WM noch einmal starten wird, ließ sie zunächst offen, eines allerdings wollte sie auf jeden Fall noch dringend loswerden. „Ich hoffe, die Leute in Garmisch mögen mich noch immer. Ich habe nichts gegen Garmisch. Ich habe nur etwas gegen die Pistenpräparierung der FIS gesagt“, sagte die Amerikanerin mit beinahe schon bebender Stimme zu ihrer Verteidigung.

Vonn in Touri-Klamotten auf der Kandahar

Maria Riesch fühlte sich dazu aufgerufen, ihrer Rivalin und Freundin beizuspringen. „Was man sagt, wird aufgebauscht. Es war für uns beide nicht immer spaßig“, sagte sie über die vergangenen Tage. Lindsey Vonn hatte ihren Teil dazu beigetragen mit fortwährend ungeschickten Äußerungen, doch auch aus dem Lager der Deutschen kamen einige unentspannte Bemerkungen. Zumindest Vonn und Riesch scheinen sich nach wie vor lieb zu haben, die Amerikanerin sagte jedenfalls lobend: „Maria hatte auch keine leichte WM. Aber sie hat gekämpft und ist eine großartige Siegerin.“

Das gilt, trotz ungeschickten Verhaltens, auch für Lindsey Vonn. Mit den Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung ist nicht zu spaßen, wenn es mit mehr als Tempo 100 eine Strecke wie die Kandahar hinuntergeht. „So eine Verletzung hatte ich noch nie. Und ich konnte ja nicht einfach die Zähne zusammenbeißen“, erklärte die Abfahrts-Olympiasiegerin, die ihre WM-Titel von 2009 in Abfahrt und Super-G in „GAP“ an Elisabeth Görgl (Österreich) verloren hat. Ein Knie lässt sich zur Not verbinden, Schmerzen ignorieren, ein erschüttertes Gehirn aber lässt sich nicht so leicht zur Ruhe bringen.

Mehrmals täglich, berichtete Vonn, habe sie sich einem „concussion test“ unterzogen, acht Nummern und fünf Wörter musste sie sich einprägen - und nach einer kurzen Wartezeit dann rückwärts aufsagen. Die Ärzte hätten ihr darüber hinaus empfohlen, sich möglichst in einem dunklen Raum aufzuhalten und die Einflüsse von außen auf ein Minimum zu reduzieren. Sie habe, sagte Vonn, „viel gelernt“ in den vergangenen Tagen. Über Gehirnerschütterungen allemal.

sid

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