Letzte Sause im Sudhaus

Vor dem Abriss: Große Party in der Paulaner-Brauerei

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Partylocation mit Industrie-Charme: 1500 Gäste zog’s in die Brauereihallen.

München - Ende Gelände. Mit einer großen Party haben in der Nacht zum Sonntag Münchens Partygänger das Gelände der Paulanerbrauerei verabschiedet.

Die Eventagentur Holleschek & Schlick durfte das ehemalige Fasslager und die Abfüllhalle ein letztes Mal der Öffentlichkeit zugänglich machen, bevor die Brauerei das Areal Ende des Jahres an die Bayerische Hausbau zurückgibt. 

Auch DJ Jo Kraus war begeistert von der ganz besonderen Kulisse.

Schon Anfang des Jahres, kurz nach dem Umzug der Brauerei in die neue Heimat Langwied, hatte Otger Holleschek angefragt,ob er in den verlassenen Hallen mal die Münchner Philharmoniker spielen lassen dürfe. Fast einen Monat musste Holleschek die von ihm bespielten Hallen auf gut 3500 Quadratmeter ertüchtigen, bevor er die behördliche Genehmigung zur Party-Sause bekam. „Heute Nachmittag um 16 Uhr war Abnahme“, sagt der Event-Manager in der Nacht erschöpft, aber zufrieden. Gerade hatten die Schlagzeuger der Philharmoniker nebenan im Fasslager vor 600 begeisterten Zuhörern Werke von Steve Reich, Nebijsa Zivkovic und John Cage aufgeführt. Nun aber gilt es, Platz zu machen für die Nachtschwärmer, die bereits zu Hunderten vor dem Eingang Schlange stehen. Es ist der letzte Umbau hier, nachdem er zuvor eigens für die Party eigene Fluchtwege aufreißen, neue Türen einbauen und den Boden verkehrssicher machen lassen musste. Die Mühe hat sich gelohnt.

Knapp 1 500 Partygänger feierten,bis der Morgengraute. „Das ist schon ein Bombenplatz, das bekommst Du nicht mehr mitten in München“, sagt Holleschek. Und auch sein Stamm-DJ – seit über 15 Jahren Jo Kraus – schwärmt: „Es gibt nichts Besseres als den Charme einer Industriebrache. Davon gibt’s hier so wenig.“ Kleiner Seitenhieb auf den ewigen Rivalen Berlin? Denn auch das unvermeidliche „it’s so Berlin“ gab’s vor den Hallen zwischen brennenden Fässern zu hören. Und die Erinnerung älterer Nachtschwärmer an die Anfänge des Kunstparks Ost oder die Zwischennutzung der Hallen in Riem in den 1990er- Jahren. Und das Seufzen einer jungen Frau: „So sollte es jedes Wochenende hier sein.“ Wird es aber nicht. Ende Gelände. 

Thomas Osswald

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