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Wasis WM-Kolumne: Dem Nachwuchs vertrauen!

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Markus Wasmeier schreibt über die Ski-WM. © dpa

Garmisch-Partenkirchen - Ski-Legende Markus Wasmeier macht sich Gedanken zur WM. In seiner heutigen Kolumne plagen ihn Nachwuchssorgen:

Das hat mir im Herzen weh getan, das muss ich schon sagen. Im Super-G und in der Abfahrt, da haben wir Deutsche zwei Starter gehabt. Gestern, in der Super- Kombination, gar keinen mehr. Bei allem Verletzungspech, aber das war schon sehr traurig! Ausgerechnet bei einer Heim-WM! Ich war enttäuscht und verwundert, dass es der Verband nicht geschafft hat, vielleicht ein oder zwei Starter in der Kombi unterzubringen. Wenn man gesehen hat, wie der Finne oder der Starter aus Andorra gefahren ist, das war richtig gut. Sogar Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Weißrussland, Kasachstan oder Polen waren vertreten.

Stellt man als Gastgeber keinen Teilnehmer auf, schaut das aus, als hätte man keinen. Und wenn das wirklich so ist, sollte der DSV diese WM dazu nützen, das Augenmerk verstärkt auf die Zukunft zu legen. Man sollte schon bei der Jugend einen breiteren Grundstock legen. Ich habe oft mit der Verbandsspitze darüber geredet, erst wieder kurz vor der Weltmeisterschaft. Ich denke schon, dass es zurzeit welche gibt, die die Qualität haben, mindestens eine solche Leistung zu erbringen wie eben jener Finne oder der Fahrer aus Andorra. Wie soll es der Nachwuchs denn lernen? Vertrauen wir ihm doch einfach mal.

Eine Heim-WM ist ja auch ein Geschenk. Qualifizieren sich die Jungen sportlich nicht dafür oder tut man sich schwer, bestimmte Kandidaten aus dem Nachwuchsbereich zu nominieren, dann könnten die besten von ihnen ja eine Ausscheidung bestreiten. Das versteht jeder Aktive. Jeder hatte eine Chance. Leider sind einige DSV-Athleten gerade beim Europacup in Sotschi. Aber ich bin überzeugt, die wären heiß, sie wollen zeigen, was sie drauf haben! Die fünf Vorläufer gestern zum Beispiel, die haben dazugelernt, weil sie gefordert wurden. Jetzt kommen noch der Riesenslalom und Slalom. Wenigstens in diesen technischen Disziplinen sollte das Gastgeber-Land die vier Startplätze voll machen.

Aber, und das muss ich jetzt auch mal sagen: Die Gesellschaft erwartet immer gleich Top-Platzierungen. In Deutschland muss immer alles perfekt sein. Da kann man es niemandem Recht machen. Wir müssen schlechtere Plätze der Jungen auch mal akzeptieren und nicht gleich wieder schimpfen.

Ich denke, beide Seiten müssen lernen!

Markus Wasmeier

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