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Wenig Interesse an WM-Pylonen

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Befristeter Einsatz: Nach den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften wollen nur wenige Gemeinden die Werbe-Pylonen – hier ein Exemplar in Oberau – kaufen. © Sehr

Garmisch-Partenkirchen - Das Organisationskomitee der Ski-WM bietet den Landkreis-Gemeinden die Werbeträger-Pylonen zum Sonderpreis an. Doch nur „eine Handvoll“ greift zu. Hier erfahren Sie, warum:

Die Alpinen Ski- Weltmeisterschaften haben noch gar nicht angefangen, da sind die Planungen für die Zeit danach bereits in vollem Gang. Das WM-Organisationskomitee (OK) hat den Gemeinden angeboten, die Pylonen, die im ganzen Landkreis derzeit noch für das sportliche Großereignis werben, anschließend zu kaufen. Haben will sie bislang aber niemand.

„Die können’s wieder mitnehmen nach Garmisch-Partenkirchen“, sagt Oberaus Bürgermeister Peter Imminger (CSU). Die Werbeträger seien zu sperrig und zu instabil. „Hebt man die einmal auf, fallen die ganzen Steine raus.“ Dieses Argument zog auch der Gemeinderat Eschenlohe bei seiner Ablehnung heran (wir berichteten). „Der Pylon hat kein ordentliches Fundament“, meint Anton Kölbl (CSU), Bürgermeister von Eschenlohe. „Um ihn versetzten zu können, müsste man die Steine aus den Drahtkörben herausnehmen, und später wieder einfüllen." Die Körbe könnten dabei verbogen oder beschädigt werden. Außerdem würde dies zu viel Aufwand bedeuten.

Der ist auch Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) zu groß. In seiner Gemeinde, zu der der Ortsteil Klais gehört, müssten die Pylonen nach den „Festspielen im Schnee“ auf alle Fälle versetzt werden. „Die stehen auf Privatgrund, das wäre für uns auf Dauer ein Problem.“ Andernfalls hätte sie die Gemeinde eventuell zu Werbezwecken genutzt. „Aber es gibt andere Möglichkeiten für uns zu werben.“ Trotz des günstigen Preises von 500 Euro: „Sowas gibt’s sonst gar nicht zu dem Preis."

Wer sind unsere Damen bei der Ski-WM?

Aber der allein lockt auch Eberhard Steiner (Freie Wähler) nicht. „Der Pylon ist schlecht geeignet für Werbung“, meint Bad Bayersoiens Bürgermeister. Er sei zu breit und zu hoch für das, was sich die Gemeinde vorstellt. „Außerdem gilt die Genehmigung unseres Wissens nach nur bis zur WM.“ Und es sei schwierig, eine neue zu bekommen, da der Pylon außerhalb des Dorfs nahe der Echelsbacher Brücke steht.

Das kann Wolfgang Rotzsche, Sprecher im Landratsamt, bestätigen. „Soweit Pylone außerhalb von Ortschaften stehen, beeinträchtigen sie in der Regel öffentliche Belange“, erklärt er. „Falls sie nicht für eine begrenzte Zeit durch einen besonderen Zweck – wie hier der Werbung für die Ski-WM – gerechtfertigt werden können.“

Rund 60 Stück seien im gesamten Landkreis-Gebiet verteilt, berichtet OK-Marketingleiter Michael Huber. „Die Firma Geiger hat uns die Pylonen zur Verfügung gestellt.“ Diese baue sie nach der WM auch wieder ab und nehme sie zurück. Doch dann kam die Idee mit dem Angebot an die Kommunen. Mit dem Interesse der Gemeinden ist Huber auch ganz zufrieden. Rund „eine Handvoll“ wolle sie haben. Zumindest Rotzsche kann dies nicht bestätigen. „Anträge, die Pylonen nach der Ski-WM für einen anderen Zweck zu nutzen, liegen dem Landratsamt bislang nicht vor.“ Wenn, dann müssten diese im Einzelfall geprüft werden.

Bürgermeister Imminger hat das Thema „Pylon“ dennoch noch nicht ganz abgeschrieben: „Wenn sie bei Olympia was Gescheites haben, überlegen wir’s uns vielleicht nochmal.“

VON JULIA PAWLOVSKY

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