Das Programm & Dorothea Zenker im Interview

10 Jahre Rote Sonne - 10 Tage Feiermarathon

Strahlt sein zehn Jahren an der Sonnenstraße: Die Rote Sonne

Ein Jahrzehnt lang besteht die Rote Sonne nun schon. Das runde Club-Jubiläum wird ab Donnerstag an zehn Abenden hintereinander gefeiert.

Bühne frei für Münchens langlebigsten Elektro-Underground-Laden! Live-Musik trifft auf DJ-Kunst und an zwei Abenden sogar auf Theater-Performances. Diesen Donnerstag geht‘s los mit Acid Pauli, vielen auch unter dem Projektnamen Console ein Begriff. Der Mitbegründer der Roten Sonne lädt zur Salta-Montes-Nacht und holt sich den New Yorker Soundbastler Nicolas Jaar, der so formidabel zwischen House, Electronica und Pop changiert, an seine Seite.

Am nächsten Abend geht‘s hochkarätig weiter mit Detroit Swindle. Die Jungs haben ja eine kleine Schwindelei schon im Namen verankert: Ihr eigentlicher Herkunftsort ist nämlich Amsterdam, aber in ihrer Musik erkennt man dafür gewisse Reminiszenzen an den typischen Detroit-Techno-Sound. Eher zwischen Dub und Techno angesiedelt, aber mindestens genauso unberechenbar sind die Live-Sets von The Analog Roland Orchestra. Hinter diesem amüsanten Namen verbirgt sich der Synthesizer-Tausendsassa Michael Matlak, der alles aus den Gerätschaften der Firma Roland herauszuholen versteht.

Mit Konsolen und Konsorten experimentieren auch die Düsseldorfer von Mouse on Mars seit gut zwei Jahrzehnten. Einen Querschnitt ihres extravaganten Schaffens werden Andi Toma und Jan Werner am Samstag in der Roten Sonne präsentieren. Zu den Legenden der Techno-Frühzeit gehören auch die Jungs von 808 State aus Manchester, die ebenfalls in dieser Nacht die Bühne entern. Ihr Künstlername stammt übrigens vom Roland TR-808 Drumcomputer, womit sich der Kreis wieder schließt. Aber noch lange nicht die Türen der Roten Sonne, denn die sind erst frühmorgens am Sonntag, den 2. August endgültig zu. Bis dahin wird kräftig gefeiert.

Dorothea Zenker im Interview

Alles begann Anfang der 90er Jahre: Dorothea Zenker und ihr Mann Peter Wacha haben erfolgreich den legendären Club Ultraschall in Riem und dann auf dem Kunstpark-Ost geführt. Gemeinsam mit Richard Rieger und Sven Künast wurde 2005 aus dem bankrotten Fortuna, Münchens erster Lesben- und Schwulendisko, die Rote Sonne.

Das ist jetzt 10 Jahre her. Hätten Sie gedacht sich hier als Frau durchzusetzen?
Dorothea Zenker: „Durchsetzen“ das klingt nach Kampf, das ist die falschen Fährte. Wir, Bernd Bergmann, Peter Wacha, Richard For-Rieger, Matze Cramer und ich treffen uns jede Woche und besprechen, diskutieren, labern, lachen, streiten über Themen bis alles gesagt ist und dann gehen wir an die Arbeit und setzen das Vereinbarte in die Realität um.

Uschi Obermaier hat Ihnen zur Eröffnung ja sogar ein Glückwunschfax geschickt! Der Name stammt ja von dem Revoluzzer Kultfilm. Haben Sie es immer noch?
Dorothea Zenker: Das Fax liegt im Archiv, allerdings kopiert, wer weiß wie lange das Thermopapier die Schrift noch behält.

Welcher DJ war von Anfang dabei?
Dorothea Zenker: Das sind viele Künstler z.B. Laurent Garnier oder demnächst David Moufang und die Betreiber selbst, Acid Pauli, Annette Party, DJ Upstart und unser Booker Matze Cramer legen regelmäßig auf. Der schwul-lesbische Candy Club von Thomas Lechner ist fast von Anfang an dabei.

Hat sich in den 10 Jahren in der Techno Szene viel geändert? Heutzutage sagen ja viele nun mehr EDM-Szene dazu!
Dorothea Zenker: Es ändert sich immer was.

Hat sich das Publikum geändert?
Dorothea Zenker: Es kommen immer junge Leute dazu.

Bleibt ihr eurem Konzept - minimalistische Einrichtung, maximaler Sound - weiterhin treu?
Dorothea Zenker: Selbst nach 10 Jahren komme ich in den Club rein, schalte das Licht an und was ich dann sehe, erfreut mich nach so vielen Jahre immer wieder aufs Neue. Das Eichenparkett, die bearbeiteten Säulen, die klare, zeitlose Architektur der Räumlichkeiten von unserem Architekten Bernd Bergmann.

Rote Sonne (Maximiliansplatz 5)
23.7. bis 1.8., jeweils ab 23 Uhr
www.rote-sonne.com

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