Einbindung der Bevölkerung und aktiver Dialog

Veranstalter verpflichten sich zu Ethikcode

+
Die Veranstalter für Olympia 2022 in München planen vor

München - Die Veranstalter für Olympia 2022 in München planen vor: Im Falle eines erfolgreichen Bürgerentscheides soll besonderer Wert auf Zusammenarbeit mit der Bevölkerung gelegt werden.

Mit einem neuen Ethikcode wollen die Münchner Olympia-Macher auf ihrem Weg zu einer möglichen Bewerbung für 2022 die Bürger verstärkt einbinden. „Wir haben mit dem Dialog begonnen und werden ihn auch fortsetzen“, betonte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, am Donnerstag. In dem acht Seiten umfassenden Papier sind unter anderem eine „demokratische Einbindung der Bevölkerung“ als auch ein „aktiver Dialog“ mit allen Interessengruppen festgeschrieben.

„Die Achtung der Umwelt, ökonomische Anforderungen und gesellschaftliche Aspekte sind in einen angemessenen Ausgleich zu bringen“, heißt es zudem in dem Ethikcode, der in Zusammenarbeit mit der Antikorruptions-Organisation Transparency Deutschland erstellt worden war. „Der Ethikcode muss jetzt auch umgesetzt werden. Das Papier darf nicht nur Papier in der Schublade bleiben“, forderte Sylvia Schenk, Sportbeauftragte von Transparency International. Am 10. November finden in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden Bürgerentscheide statt. Vier positive Bürgervoten sind Voraussetzung für die Einreichung einer erneuten Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Vesper machte klar, dass man aus der gescheiterten Bewerbung für die Winterspiele 2018 gelernt habe. „Unsere Bewerbung soll das Gegenteil von Gigantismus sein. Wir nutzen Vorhandenes. Das Budget wird so gezeichnet sein, dass es Gigantismus widerspricht.“ Um das zu verdeutlichen, luden die Münchner Olympia-Macher am Donnerstag zu einer Dialogveranstaltung ein, darunter auch Olympia-Kritiker. Insgesamt diskutierten 34 Teilnehmer aus allen Bereichen.

Das Bündnis „NOlympia“ verzichtete stattdessen auf eine Teilnahme. „Es hat sich doch nichts im Wesentlichen geändert gegenüber der Bewerbung um die Winterspiele 2018“, sagte Sprecher Axel Doering. Der Vertrag, den das IOC mit dem Ausrichter abschließe, sei ein Knebelvertrag. Bis zuletzt könne das IOC alle Richtlinien und Zahlungsvorgaben einseitig ändern. Auch die Haftung für finanzielle Einbußen müsse allein der Ausrichter übernehmen, kritisierte er.

Schenk plädierte dennoch für eine Bewerbung. Falls nicht, „dann würden die Spiele stattdessen eben woanders stattfinden, wo im Zweifel weit weniger Wert auf Transparenz und Nachhaltigkeit gelegt wird“, sagte sie. „München könnte ein Vorbild in puncto Transparenz und finanzielle sowie ökologische Nachhaltigkeit sein.“

dpa/SID

auch interessant

Meistgelesen

Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Frau von Lkw gerammt: „Da ist man auch als Polizist betroffen“
Dutzende Pendler sauer: Zugführer fährt ohne Fahrgäste los
Dutzende Pendler sauer: Zugführer fährt ohne Fahrgäste los
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt

Kommentare