Der Olympia-K.o.: So hart trifft es die Stadt

München - Die Olympischen Spiele hätten München einen weiteren Schub geben sollen. Die tz zeigt, welche Projekte mit dem Olympia-K.o. verloren gehen - und welche wohl nur vorerst auf Eis liegen.

Zweite S-Bahn-Stammstrecke

Der Zug ist abgefahren. Die zweite Stammstrecke dürfte so bald nicht gebaut werden – zumindest nicht bis 2018. „Mit einer Pro-Entscheidung heute hätte sich das beschleunigt. So geht es normal weiter“, sagt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Berlin muss einen Großteil der Milliarden für den Bau beitragen, der Tunnel konkurriert dort aber mit anderen Projekten. Mit Olympia wäre die Finanzierung wohl im Eiltempo durchgezogen worden. Sicher ist: Die neue Röhre muss irgendwann kommen, weil die alte mit 800 000 Passagieren täglich dreifach überlastet ist.

Neuer Hauptbahnhof

Olympia 2018 findet in Pyeongchang statt

So lange die Zweite Stammstrecke für die S-Bahn nicht gebaut wird, sieht es auch schlecht aus für den Neubau des Hauptbahnhofes, für den die Bahn zuletzt auch noch eine hässliche Sparversion vorgelegt hatte. Dafür gab es bei der Vorstellung im Stadtrat Buh-Rufe. Die Winterspiele in München hätten die Chancen für den 2003 vom Fritz Auer und Carlo Weber entworfenen futuristischen neuen Hauptbahnhof erhöht. Die beiden Architekten waren schon an den Entwürfen für den Olympiapark von 1972 beteiligt.

Zweites Olympisches Dorf

Auf dem Gelände des Bundeswehrverwaltungszentrum an der Dachauer Straße sollte das neue Olympische Dorf mit Platz für 3500 Athleten entstehen sowie die Pressestadt für die Journalisten. Den Münchnern wären nach den Spielen 1300 Wohnungen in den vom Berliner Büro Léon Wohlhage Wernik geplanten schicken Türmen geblieben. Das Bundeswehrverwaltungszentrum wäre in einem mehrstöckigen Neubau näher an die Landshu­ter Allee gerückt und sollte der Lärmschutzwall für die Wohnungen sein.

Neue Eishalle

Das alte Radstadion sollte einer Arena für die Eishockeyspiele der Herren weichen. 11 000 Zuschauer hätten dort Platz gefunden. Nach den Spielen wäre sie eine Multi-Funktionshalle mit 7000 Sitzplätzen geworden. Die alten Eishallen sollten Platz machen für ein neues Eiszentrum mit 7000 Plätzen für Damen-Eishockey. Sie wäre nach den Spielen die neue Münchner Eishalle geworden mit 3500 Plätzen. Die Eisschnelllaufhalle im Olympiapark und das Servicezentrum anstelle des Tollwood wären nur temporäre Bauten gewesen.

Autobahn und Schiene

Am 16. Januar 2012 sollten am ­Nadelöhr Oberau am Ende der Autobahn A 95 die Tunnelbauer anrücken, um bis 2016 für 173 Millionen Euro eine 2,9 Kilometer lange Röhre um den Ort herum zu legen. Die Pläne werden nun gestoppt. ­Außerdem sollte im Falle des Zuschlags für die Spiele die Bahnstrecke München-Garmisch zweigleisig ausgebaut werden, um die Fahrzeit von 90 auf 70 Minuten zu reduzieren. Die Taktzeiten der Zugverbindungen wären zudem von einen auf vier Züge pro Stunde und Richtung erhöht werden.

WE, DAC

Rubriklistenbild: © Schlaf

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