Olympiabewerbung: Ude will Volksentscheid

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OB Christian Ude mit Katarina Witt in Durban

München - Bewirbt sich München wieder für Olympia? Die Politik (in Gestalt von OB Christian Ude) würde mitmachen, wenn der Sport mitmachen will. Und umgekehrt. Die endgültige Entscheidung soll durch einen Volksentscheid fallen.

Wie das alles glänzt … Die Medaillen sowieso (die heißen ja schließlich auch „München leuchtet“) – aber auch die Augen der Ehrengäste. Katarina Witt (45): Gerade eben wurde sie für ihr München-Engagement in ­Sachen Olympiabewerbung ausgezeichnet. Wenigstens ein kleiner Trost nach dem Tränentag von Durban im Juli. Da hatte München das 2018-Rennen verloren, da wurde verkündet: Die Winterspiele 2018 finden in Südkorea statt. Seitdem schwebt die Frage im Raum: Soll sich München noch mal bewerben? Und wenn ja: für 2022, für 2026 oder für später?

Im vergangenen Vierteljahr gab’s auf diese Fragen keine Antworten – jetzt wird die Sache klarer. Die Gefühlslage: Die Politik (in Gestalt von OB Christian Ude) würde mitmachen, wenn der Sport mitmachen will. Und umgekehrt. Die endgültige Entscheidung soll aber bei denjenigen liegen, die’s am meisten angeht. Bei uns allen! Ude: „Es wird am Anfang Bürgerentscheide geben.“ Am Anfang – also bald. Ude: „Diese Frage müsste innerhalb eines Jahres geklärt werden.“

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Damit wären dann auch zwei schwierige Themen elegant umschifft. Nämlich:

Die Kommunalwahl: München wählt 2014 einen neuen Stadtrat. Eine Olympiabewerbung für 2022 wäre automatisch ein Wahlkampf-thema. Denn: Spätestens im September 2013 müssen Bewerberstädte verbindliche Absichtserklärungen abgeben. Problem: Die Münchner Grünen sind gegen eine erneute Olympiabewerbung. Fraktionsvorsitzende Lydia Dietrich: „Für uns kommt eine erneute Bewerbung mit grüner Zusage nicht infrage.“ Das heißt auch: Der SPD-OB-Kandidat müsste beim Kernthema Olympia gegen den wahrscheinlichsten Koalitionspartner, die Grünen, kämpfen. Da passt’s gut, wenn man sich auf den Willen der Bevölkerung berufen kann. Auch die ­Grünen haben schon angekündigt: Wenn die Bürger mehrheitlich für die Bewerbung stimmen, werden sie sich nicht querstellen.

Die IOC-Präsidentschaftswahl: Ebenfalls im September 2013! Man hört immer wieder, der Deutsche Thomas Bach wolle sich dann für das Chefamt beim internationalen Olympischen Komitee zur Wahl stellen. Auch das wäre deutlich einfacher, wenn er einen (positiven) Bürgerentscheid im Rücken hätte. Logo: Einen Mann, der Begeisterung entfacht, wählt man leichter als einen, der sich im Kampf mit Gegnern aufreibt. Bach selber hat seine Position in Sachen erneute Bewerbung jedenfalls jetzt verdeutlicht. Er hat durchblicken lassen, dass Deutschland sich nicht für Sommer-, sondern für Winterspiele bewerben soll – und dass München die einzig sinnvolle Winter-Bewerbung ist.

Damit ist der Weg allerdings noch nicht frei. Neben dem möglichen Bügerentscheid gibt’s noch eine zweite Hürde. Die internationale Lage muss passen. Hintergrund: Für Sommer-Olympia 2020 haben sich unter anderem Madrid und Rom beworben. Und sollten die Spiele 2020 in Europa stattfinden, wäre es extrem unwahrscheinlich, dass das IOC die Spiele 2022 ebenfalls nach Europa vergibt.

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