Unternehmen zieht die Reißleine

Große Mode-Kette mit Kahlschlag-Plan: Auch München betroffen - diese Filialen verschwinden jetzt

Neben anderen Mode-Unternehmen ist aktuell auch die Kette Pimkie in Schieflage. Jetzt werden harte Maßnahmen bekannt. Für zwei München-Filialen folgt das Aus.

  • Pimkie ergreift im Insolvenzverfahren drastische Maßnahmen.
  • Knapp die Hälfte der 75 Filialen der Mode-Kette schließen.
  • Auch aus München verschwinden zwei Filialen.

Update vom 29. Januar 2021: Jetzt müssen sich auch Münchner Fashionistas damit abfinden: Zwei Pimkie-Filialen in der Isar-Metropole müssen in der Folge des Insolvenzverfahrens schließen. Betroffen sind die beiden Läden in der Perlacher Einkaufspassage (PEP) und den Riem Arcaden.

Die Filiale im Olympiaeinkaufszentrum (OEZ) ist allerdings nicht vom Kahlschlag-Plan des Unternehmens betroffen. Sie soll weiterhin geöffnet bleiben, wie unsere Redaktion erfahren hat.

Mode-Kahlschlag: Große Kette schließt Dutzende deutsche Filialen - in Köln sogar die letzte verbliebene

Update vom 28. Januar 2021: Von den 75 Pimkie-Filialen in Deutschland sollen gut die Hälfte erhalten werden - und Dutzende geschlossen. Welche genau betroffen sind, ging aus der offiziellen Mitteilung nicht hervor. Doch inzwischen ist zumindest klar: Aus Köln verschwindet Pimkie komplett. Das berichtet Express.de.

In der Metropole gab es ohnehin nur noch einen Laden, in den Köln-Arkaden. Und der fällt dem Kahlschlag zum Opfer, erklärt die Kölner Restrukturierungsexpertin Katrin Schröder von Osborne Clarke. „Die wird tatsächlich am 28. Februar 2021 geschlossen“, so Schröder. Ihrer Aussage zufolge werden 31 Filialen in Deutschland geschlossen, eine Kündigung bekamen demnach weniger als 100 Mitarbeiter. Es seien vorwiegend befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert worden.

Pimkie-Insolvenz: Große Mode-Kette ergreift drastische Maßnahmen - mit Folgen für Mitarbeiter und Kunden

Unser Artikel vom 26. Januar 2021: Willstätt - Nach Adler muss nun auch der Filialist Pimkie drastische Maßnahmen ergreifen. Das berichten Textilwirtschaft sowie verschiedene weitere Medien unter Berufung auf das Fachmagazin. Betroffen sind Mitarbeiter:innen wie Kunden. Denn die Kette werde im Rahmen des Insolvenzverfahrens rund die Hälfte der deutschen Filialen schließen. Viele der überwiegend jungen Pimkie-Kunden stehen also künftig vor verschlossenen Türen.

Eine Pimkie-Filiale am Kurfürstendamm in Berlin 2019. (Symbolbild)

Pimkie im Insolvenzverfahren: Hälfte der deutschen Filialen schließt

Betroffen sind demnach knapp die Hälfte der 75 deutschen Filialen, 150 Mitarbeiter:innen sollen entlassen werden. Die Framode GmbH mit Sitz in Willstätt (Baden-Württemberg) teilt laut Textilwirtschaft mit, dass die Gläubiger dem entsprechenden Insolvenzplan einstimmig zugestimmt hätten. Das Insolvenzverfahren war bereits im Herbst 2020 bekanntgegeben worden. Immerhin soll wenigstens ein Teil der Läden fortbestehen. „Ohne die teilweise sicher schmerzhaften Anpassungen der Standortmieten hätte die weitere Existenz von Pimkie in Deutschland zweifellos infrage gestanden“, erklärt Patrick van der Linden, operativer Geschäftsführer der Pimkie-Gruppe, in einer Mitteilung.

Prokurist und Country Sales Manager Patrik Mesa Raya ergänzt: „Wie bei vielen Unternehmen in unserer Branche hat die Corona-Pandemie Pimkie in ganz Europa stark belastet. Die Restrukturierung ermöglicht uns nun, in Deutschland mit über vierzig Stores präsent zu bleiben. Ich freue mich über den großen Teamgeist und die Loyalität unserer Mitarbeiter während der schwierigen Monate, die hinter uns liegen.“

Pimkie nicht das einzige Mode-Unternehmen mit großen Problemen

Pimkie ist nicht die einzige Mode-Kette in Schieflage. Zuletzt hatte Adler mit einem Insolvenzverfahren Schlagzeilen geschrieben. Die Liste der betroffenen Unternehmen ist lang. Esprit, Galeria Karstadt Kaufhof, Sinn, Appelrath Cüppers, Hallhuber, Adler: Reihenweise haben bekannte deutsche Modehändler seit Beginn der Corona-Krise Rettung in Insolvenzverfahren suchen müssen. Und weitere dürften schon bald folgen. Davon gehen sowohl der Kreditversicherer Euler Hermes als auch der Handelsverband Textil (BTE) aus.

Corona-Lockdown brachte viele Mode-Unternehmen in Schieflage

„Viele Unternehmen haben auf das Weihnachtsgeschäft gesetzt, um sich mit einem kleinen Puffer bis zum Frühjahr zu retten“, sagte der Deutschland-Chef des Kreditversicherers Euler Hermes, Ron van het Hof der Deutschen Presse-Agentur vor rund zwei Wochen im Kontext mit Adler. Mit dem Lockdown sei diese Hoffnung allerdings zerstoben. „Insofern erwarten wir weitere Insolvenzen in diesem Bereich.“

Auch beim Handelsverband Textil (BTE) hieß es mit Blick auf den Adler-Insolvenzantrag: „Das wird nicht der Letzte sein.“ Die Unternehmen der Branche benötigten aktuell viel Geld, um die Ware für das Frühjahr und den Sommer zu bezahlen. Doch Geld sei knapp - wegen des Lockdowns, aber auch weil bislang keine nennenswerten Hilfen des Staates in der Branche angekommen seien. Der BTE befürchtet, das Zehntausende Modegeschäfte und über 100.000 Arbeitsplätze gefährdet sind. Lidl und Hallhuber haben sich kürzlich mit Modeangeboten kreativ gezeigt - und dafür Spott abbekommen. (lin mit dpa)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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