Polemik der Woche: Handeln Sie endlich, Ude!

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Es hilft nix: Ude muss ein bisserl entdemokratisieren!

München - Noch 53 Tage – dann entscheidet das IOC, ob München und Garmisch die Winterspiele 2018 bekommen. Und nach dem jüngsten Prüfbericht ist klar: Ude muss handeln! Die Polemik der Woche:

So kann’s nicht weitergehen! Die Evaluierungskommission war zwar begeistert von der Münchner Bewerbung – aber die lausigen Zustimmungswerte machen alles zunichte. Nur eine Minderheit von schäbigen 60 Prozent der Münchner sind für Olympia, ja spinnen die denn? Undankbares Pack! Das IOC hat mit großer Sorge registriert: Olympia ist bei uns dermaßen unpopulär – viele nennen die Spiele 2018 schon die FDP des Wintersports.

Zum Vergleich: In Pyeongchang wollen sich stolze 92 Prozent der Menschen vom IOC die Spiele schenken lassen, und in unmittelbarer Umgebung des Biathlonschießstandes sind es angeblich sogar 121 Prozent. Das sind Sympathiewerte wie früher bei der CSU in der Oberpfalz oder bei Gutti.

An der Echtheit des Prüfberichts gibt es allerdings keine Zweifel, zeigt er doch erneut: Meinungsfreiheit ist extrem ungünstig, wenn man Olympia veranstalten will. Das IOC lobt nicht umsonst: „Die Unterstützung für die Spiele in Südkorea ist groß, es gibt keine Oppositionsbewegung.“ Bravo, Südkorea! Hier ist sich IOC-Chef Jacques Rogge, der Wintersport-Guttenberg Südkoreas, mit Franzl Müntefering einig: „Opposition ist Mist.“

Zustimmungszahlen von unter 90 Prozent verunsichern das IOC, denn die klingen verdächtig nach Demokratie, und die braucht keiner. Rogge ist 2009 mit 98,8 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden, und bei Peking 2008 sanken die Zustimmungswerte der Bevölkerung nie unter 138,4 Prozent. So macht man das, Ude!

Nun mögen Sie einwenden: Hey, Heinrich, auch Südkorea ist eine Demokratie! Ja, schon. UN-Berichterstatter Frank La Rue sieht das allerdings differenziert. Er bemängelt in einem aktuellen Prüfbericht zunehmende Einschränkungen der Meinungsfreiheit in Südkorea. So was liest man mit Freude beim IOC. Es hilft nix – wenn wir Olympia doch noch wollen, muss Ude ein bisserl entdemokratisieren.

Wir schlagen vor, die Frage „Sind Sie für Olympia?“ in die Volkszählung aufzunehmen. Wer dagegen ist, zahlt fünf Prozent mehr Steuern und kriegt auch sonst Ärger. Wer dafür ist, wird belohnt. Wir könnten uns vorstellen: Olympiabefürworter dürfen auch ohne Umweltpickerl innerhalb des Mittleren Rings parken, im Petueltunnel 120 fahren und ihren Hund im Pasinger Stadtpark auch ohne Sackerl ein Gackerl machen lassen. Wiesnmarken wären auch fein.

Außerdem muss die Stadt mit Propaganda zugepflastert werden wie früher im Osten. Wir schlagen Parolen wie „Wir wollen mit Magdalena feiern, macht Schluss mit dem Olympia-Eiern!“ vor. Das IOC verlangt mindestens 93 Prozent Zustimmung von den Münchnern. Handeln Sie endlich, Ude! Machen Sie den Menschen klar: Den Wintersport in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!

Jörg Heinrich

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