“Und schon lag ich am Boden“

Prinz Frédéric von Anhalt residiert gerade in München: Er erzählt von einer Schläger-Attacke am Bankautomaten

Prinz Frédéric von Anhalt verrät bei einem Treffen, wie es ihm nach der brutalen Baseballschläger-Attacke geht, was ihn nun zurück nach München zieht - und sein Getränk der Wahl in der Corona-Krise.

  • Prinz Frédéric von Anhalt residiert gerade im Bayerischen Hof in München*.
  • Der Witwer von Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor (der schon eine „Dschungelcamp“-Anfrage* gekriegt haben soll) lebt eigentlich in Beverly Hills.
  • Dort wurde er jedoch brutal attackiert - hat aber Mitleid mit den Tätern, wie er bei einem Treffen erzählt.

München - Man sollte meinen, man lebt in Beverly Hills, der Reichenstadt im sonnigen Kalifornien, ganz bequem. Nobel und vor allem sicher. Doch seit den strikten Corona-Ausgangssperren* und vor allem durch die – täglichen, manchmal eskalierenden – Demonstrationen nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd* hat sich auch in der prominenten Luxuswelt viel verändert. „Ich wurde überfallen und zusammengeschlagen“, erzählt Frédéric von Anhalt (77).

Prinz Frédéric von Anhalt - Flucht nach München

Der Witwer, Ex-Mann von Film-Diva Zsa Zsa Gabor und umtriebiger Lebemann mit gekauftem Adelstitel, wollte nur noch eines: „Weg, raus aus Amerika, nach Europa. Und in mein geliebtes München, wo ich mit die schönste Zeit in meinem Leben hatte.“ Doch weil er in seinem München noch immer keine Wohnung hat, muss es eben der Bayerische Hof sein.

Prinz Frédéric von Anhalt (Archivbild) musste nach einer Baseballschläger-Attacke ins Krankenhaus.

„Ich bleibe, solange ich Lust habe. Mich zieht es so schnell nicht mehr zurück“, sagt er, als unsere Zeitung ihn dort aufsucht. Von Anhalt trägt einen FC-Bayern*-Trainingsanzug („Ich bin der größte Bayern-Fan unter kalifornischer Sonne!“), der Rest ist Gucci – einschließlich seiner Mund-Nasen-Maske*. Er weiß, wie man sich am besten inszeniert und vermarktet. Lange genug hat er sich und Zsa Zsa Gabor in Amerika verkauft. Denn Gabor war weniger durch ihre Filme, als durch ihre zahllosen Affären und acht (!) Ehemänner bekannt. Heute würde man sagen, Reality-Star oder It-Girl, früher hieß es eleganter Diva.

Prinz Frédéric von Anhalt flieht nach München: „Sonst wäre ich aus dem Fenster gesprungen“

Doch Zsa Zsa († 2016) ist tot, die Villa mit Pool verkauft, die rauschenden Partys mit prominenten Nachbarn und Hollywood-Stars sind Geschichte. Anhalt wohnt jetzt zur Miete – na ja, immerhin in einem bewachten 325-Quadratmeter-Appartement in Beverly Hills.

Trotzdem: Während der Corona-Zeit wurde es ihm auch dort zu eng. „Ich musste doch meinen Sport machen, sonst wäre ich aus dem Fenster gesprungen.“ Anhalt konnte ausnahmsweise raus, weil er Maske und Handschuhe trug. Bei einem seiner Rundgänge passierte es: An einer Ecke vom Rodeo Drive, einer der teuersten Einkaufsstraßen der Welt und jedermann bekannt aus dem Kultfilm „Pretty Woman“, zogen drei Obdachlose dem Prinzen einen Baseballschläger über den Kopf. 

„Ich war gerade auf der Bank, um ein wenig Bargeld zu holen. Ich gab einem schon 20 Dollar, weil ich es nicht kleiner hatte, da kam ein anderer und sagte, hey, du hast doch noch mehr. Und schon lag ich am Boden.“

Prinz von Anhalt: „Es wird nie wieder eine Frau nach Zsa Zsa geben“

Auch wenn Anhalt mit schweren Prellungen für vier Tage ins Krankenhaus kam, hat er Mitleid mit den Obdachlosen: „Ich war ja mit 26 Jahren selbst einmal zwei Wochen auf der Straße. Ich weiß, wie hart das ist.“ Damals hieß er noch Hans-Robert Lichtenberg und war gelernter Bäcker. Erst als er Saunaclubs im Ruhrpott betrieb, kam die Kohle. „Ich habe die Geldscheine damals im Putzeimer nach Hause getragen“, sagt er heute und lacht.

Frédéric von Anhalt mit seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau Zsa Zsa Gabor 1994 in München

Und weil halt der Ruhrpott wenig glamourös war, zog es ihn samt Kohle und Rolls-Royce nach München, zur Schickeria. „In der Möhlstraße hatte ich die schönste Zeit, da will ich unbedingt wieder hin“, sagt er jetzt. Auch alleine. Denn: „Es wird nie wieder eine Frau nach Zsa Zsa geben. Wir hatten 33 wilde, verrückte, wundervolle Jahre, das kann man nicht toppen.“

München: Prinz von Anhalt residiert im Bayerischen Hof - und feiert 77. mit Schampus

Und eine andere Frau kann das schon gleich gar nicht. Einige Damen hätten sich um ihn bemüht, möchten sich um ihn kümmern, „aber ich mache nicht mehr den Stier im Bett“, scherzt er rustikal. Und die jungen Frauen, die wollten sowieso nur das eine: die Kohle. „Jeden Tag rufen welche an, aus München, aus Berlin oder Hamburg und fragen mich, ob man sich mal treffen kann. Aber ich will das nicht mehr. Einen richtigen Partner zu finden wie meine Frau? Unmöglich!“

Und so feiert er seinen Geburtstag ganz alleine. Er habe so viel mit seiner Frau gefeiert, dass es ohne sie sowieso keinen Spaß mehr mache, sagt er. Nur mit unserer Kolumnistin stieß er auf seinen 77. Geburtstag an – stilgerecht mit einem Glas Schampus. „Davon habe ich in der Corona-Zeit richtig viel getrunken, ich hatte ja noch die ganzen Magnumflaschen aus unserer Villa“, erzählt Anhalt. Doch die musste er bei seiner Flucht zurücklassen. 

Maria Zsolnay

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Peter Kneffel

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