Lebensgefährliche Aktion

13-Jähriger springt auf fahrende S-Bahn

Pullach - Diese blöde Idee hätte ihn das Leben kosten können: Ein 13-Jähriger sprang am S-Bahnhof Höllriegelskreuth auf die Kupplung einer anfahrenden S 7 in Richtung Innenstadt und klammerte sich an den Scheibenwischer.

Gott sei Dank bemerkte der Lokführer, der beim Anfahren aus dem Seitenfenster nach hinten sah, am Donnerstagmittag den aufspringenden Burschen. Notbremsung!

Bei den 15 km/h, die der Zug zu diesem Zeitpunkt an Tempo hatte, wäre ein Sturz ins Gleisbett noch nicht lebensgefährlich gewesen. Sekunden später wäre es gefährlich geworden, denn die Triebzüge sind bis zu 140 Stundenkilometer schnell. Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei in München: „Das hätte auch tödlich enden können.“

Während die erschreckten Fahrgäste zunächst warten mussten, hielt ein Mitarbeiter der Bahn den leichtsinnigen Schüler fest. Dessen Mutter jedoch, die sich in der Nähe aufhielt, hatte dafür keinerlei Verständnis. Sie schnauzte den Eisenbahner an, er solle ihren Sohn loslassen. Ihr Bub sei 13 und damit noch strafunmündig. Dann stieg sie mit ihm ins Auto und fuhr davon.

Mama und Sohn bekamen jedoch rasch Besuch von der Bundespolizei, denn der Bahn-Mitarbeiter hatte sich das Autokennzeichen gemerkt. Der Bub gab alles zu, strafrechtlich kann ihm ja nichts passieren.

„Wir ermitteln wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr“, so Hauner zur tz. „Mutter und Sohn werden noch eine Vorladung bekommen zum Präventionsbeamten.“ Dort werde dem Burschen noch einmal vor Augen geführt, was bei diesem Unsinn alles passieren kann. Dort wird er auch erfahren, dass ein 13-jähriges Mädchen aus Offenbach beim Sturz von der Zug-Kupplung lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten hatte.

Die Bundespolizei erwägt laut Hauner eine Anfrage bei der Jugendbehörde: Ist der 13-Jährige schon öfter aufgefallen?

1,5 Tonnen Müll pro Tag! Unterwegs mit den S-Bahn-Reinigern

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E. Unfried

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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