Suchhunde finden Jugendlichen

16-Jähriger stirbt im Kronthaler Weiher

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Am Kronthaler Weiher ist am Sonntag ein 16-Jähriger ums Leben gekommen.

Erding - Das bislang heißeste Wochenende dieses Sommers hat sich auf bittere Weise verabschiedet. Am Sonntagabend ertrank ein Nichtschwimmer im Kronthaler Weiher. Es handelt sich um einen 16 Jahre alten Asylbewerber aus Afghanistan.

Mehrere afghanische Asylbewerber, die in einer Sammelunterkunft in München leben, hatten sich am Sonntag mit Landsleuten getroffen, die im Stiftungshof in Erding leben und darauf hoffen, als politische Flüchtlinge anerkannt zu werden. Die mehrköpfige Gruppe unternahm einen Ausflug an den Kronthaler Weiher. Im südöstlichen Bereich ließen sie sich nieder, darunter auch der 16-Jährige, der nicht schwimmen konnte. Aufgrund der Hitze wollte er sich vermutlich abkühlen und begab sich unweit der Minigolf-Anlage ins Wasser. Dort liegt eine Insel in nur wenigen Metern Entfernung zum Ufer.

Gegen 17 Uhr bemerkten seine Begleiter, dass der Jugendliche fehlte. Auf eigene Faust begaben sie sich auf die Suche. Am Ufer lagen noch Schuhe und Kleidung des Vermissten.

Als sie nicht fündig wurden, wendeten sie erst drei Stunden später, also um 20.15 Uhr, an die Wachstation der Erdinger Wasserwacht. In bruchstückhaftem Englisch machten sie den Einsatzkräften klar, was passiert war.

Bilder: 16-Jähriger aus Kronthaler Weiher geborgen

Sofort wurde eine groß angelegte Suche gestartet. Die Integrierte Leitstelle Erding alarmierte weitere Züge der Wasserwacht, die Feuerwehr Erding, den Notarzt und den Rettungdienst. Auch eine Erdinger Gruppe, die mit Maintrailer-Suchhunden arbeitet, wurde an den Weiher beordert. Gegen 20.30 Uhr lief die Fahndung an.

Zwei Hunde schnüffelten an der Kleidung des 16-Jährigen. Sofort wurden sie unruhig und zerrten an der Leine in Richtung Ufer. Im Wasser schwammen beide Tiere unabhängig voneinander zu der gleichen Stelle. Ein an einer Leine gesicherter Rettungstaucher schwamm hinterher. Nur Minuten später bekam er den leblosen Körper zu fassen. Gemeinsam wurde die Leiche ans Ufer gezogen. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die Leichenstarre war schon eingetreten.

Die Angehörigen, die sich hinter der Absperrung versammelt hatten, reagierten fassungslos. Weinend brachen sie zusammen. Helfer von BRK, Wasserwacht und Feuerwehr kümmerten sich um sie und brachten sie in den Rettungswagen. Wenig später trafen auch Mitglieder des Malteser-Kriseninterventionsteam ein, die trotz nicht vorhandener Deutschkenntnisse der Asylbewerber diese zu beruhigen versuchten.

Der Leichenfundort wurde weiträumig abgeschirmt. Später kam der Kriminaldauerdienst der Kripo Erding hinzu. Bislang gibt es keine Zeugen, die den Ertrinkungstod des jungen Afghanen beobachtet haben. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens herrschte im Erholungsgebiet Erding-Nord reger Betrieb. Gut möglich, dass ein wild um sich schlagender Ertrinkender in dem Gewühl nicht erkannt oder sein Verhalten falsch eingeschätzt wurde.

Hans Moritz

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