Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

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18-Jährige auf Autobahn-Standspur vergewaltigt - Prozess

Landshut/Freising - Brutal hat ein Familienvater (35) den kapitalen Rausch einer 18-Jährigen ausgenutzt und sie auf einer Autobahnstandspur sexuell missbraucht. In den Knast muss er trotzdem nicht.

Über Facebook hatte der Angeklagte Kontakt mit der 18-Jährigen aufgenommen. Als seine Frau dann mit dem gemeinsamen Kind im Mai dieses Jahres für einige Tage außer Haus war, nutzte er die Gelegenheit, wie der 35-Jährige vor dem Landgericht Landshut schilderte: In den späten Abendstunden des 6. Mai fuhr er mit der Internetbekanntschaft nach München und besuchte dort gegen Mitternacht eine Disco.

Offenbar verlief der Abend anders, als sich der Familienvater das vorgestellt hatte. Schon nach einer Stunde verlor er die hübsche Begleiterin im Discotrubel aus den Augen. Als er vier Stunden später die Heimfahrt antreten wollte, traf er sie wieder. Besser gesagt: Ein Türsteher legte ihm die 18-Jährige, die exzessiv dem Alkohol zugesprochen hatte, auf den Rücksitz im Auto, wo sie in einen Tiefschlaf verfiel.

Was dem Angeklagten auf der Weiterfahrt in den Sinn kam, dafür hatte er keine Erklärung: Während der Fahrt auf der A 92, so räumte er ein, habe er die auf dem Rücksitz liegende Frau begrapscht. Auf Höhe von Freising habe er dann auf dem Autobahn-Standstreifen angehalten, sich ebenfalls auf die Rückbank begeben und die noch immer schlafende 18-Jährige sexuell missbraucht. Er räumte unumwunden ein, dass sie kurz aufgewacht sei und gebettelt habe: „Mach's nicht, lass mich.“

Dass es dann, wie ihm die Anklage vorwarf, auf dem Standstreifen kurz vor der Ausfahrt Landshut Nord zu einem weiteren Vorfall gekommen sei, bestritt der Lagerist. Er sei zwar erneut zu der jungen Frau auf den Rücksitz geklettert. Als sie ihn aber anflehte, aufzuhören, weil sie Atemnot verspüre, habe er von ihr abgelassen. Danach sei er nach Landshut gefahren und habe sie vor ihrer Wohnung abgesetzt.

Das Opfer hatte am nächsten Tag Anzeige erstattet. Den Mann zu ermitteln, war nicht schwer: Er hatte auf der Fahrt nach München einiges von sich preisgegeben, außerdem hatte sich der Türsteher der Münchner Disco die Ausweise zeigen lassen und sich die Daten notiert. Schon bei seiner ersten Vernehmung hatte der 35-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt. Das wiederholte er unter Tränen auch vor Gericht. „Ich bedauere die Tat, ich frage mich selbst, warum ich das getan habe”, sagte er. In Entschuldigungsbriefen an das Opfer, die Polizei und das Gericht hatte er sogar Selbstmordabsichten geäußert. Mit seinem Geständnis ersparte er der 18-Jährigen eine Aussage vor Gericht. Und nicht nur das: Er erklärte sich auch zu einer Schmerzensgeldzahlung in fünfstelliger Höhe bereit, hat darauf bereits eine erkleckliche Anzahlung geleistet.

Das überschießende Geständnis und die Schmerzensgeldzahlung wertete das Gericht als Zeichen der Reue und setzte deshalb die für zwei Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs einer Widerstandsunfähigen verhängten Freiheitsstrafe von zwei Jahren zur Bewährung aus.

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