„Die Wahrheit ist, dass ich nichts gemacht habe“

Ebersberg: 21-Jähriger versetzte Frauen in S-Bahn in Angst

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Jacob J. am Mittwoch im Landgericht München II

Frauen in Angst, S-Bahn-Pendler in Sorge. Im Sommer vergangenen Jahres erschütterte eine brutale Raubserie hauptsächlich den Landkreis Ebersberg die Menschen.

Ebersberg - Ein junger Mann überfiel mehrmals junge Frauen (16 bis 33) oft nach Mitternacht auf ihrem Nachhauseweg vom Bahnhof. Zweimal in Poing, einmal in Kirchseeon, einmal in den Nachbarlandkreisen Erding und München. Dabei kam es auch zu sexuellen Übergriffen. Seit Mittwoch muss sich wegen der Taten der 21-jährige aus Nigeria stammende Jacob J., der die Opfer auch mit einem Messer bedrohte, vor dem Landgericht München II verantworten. Dem abgelehnten Asylbewerber wird sexuelle Nötigung, aber auch schwerer Raub, Körperverletzung und räuberische Erpressung vorgeworfen – er nahm den Opfern Handys und Bargeld ab.

In einem ersten Prozess gegen Abnehmer der geraubten Ware vor dem Amtsgericht Ebersberg sagte bereits eines der Opfer aus. Anna M. (Name geändert) war im Juni 2017 mit der S-Bahn von München nach Poing gefahren. Nach einem langen Tag an der Uni wollte die 20 Jahre alte Studentin nur nach Hause. Als sie in Poing aus der Bahn stieg, bemerkte sie, so berichtete dies die Ebersberger Zeitung, dass ihr jemand folgte. Der Verfolger kam näher, zog ein Messer und wollte ihr Handy. „Ich hatte Angst und habe es ihm gegeben“, sagt damals Anna. Seither traut sie sich in der Dunkelheit kaum mehr alleine nach draußen.

Der angeklagte Jacob J. wies die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft von sich und beteuerte stattdessen seine Unschuld. „Die Wahrheit ist, dass ich nichts gemacht habe.“ Der Prozess wird in den kommenden Tagen fortgesetzt.

Julia Traut

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