Prozess vor dem Amtsgericht

27-Jähriger schlägt Freundin mit Lampenkabel - doch das Paar bleibt zusammen

Weil er seine Freundin mit einem Kabel geschlagen hat, stand ein 27-jähriger aus Gmund nun vor Gericht. Seine Schuld räumte er offen ein. Zusammen ist das Paar noch immer.

Gmund/Miesbach – Von wegen besinnlich: Eine Weihnachtsfeier endete in einem heftigen Beziehungsstreit. Ein 27-jähriger Hotelfachangestellter musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Miesbach verantworten. Er soll seine 35-jährige Freundin und Arbeitskollegin unter starkem Alkoholeinfluss wegen Eifersüchteleien mit einem Lampenkabel in der gemeinsamen Wohnung in Gmund geschlagen haben.

Richter Walter Leitner legte den Anwesenden Bilder der Verletzungen der Geschädigten vor: Striemen am rechten Oberschenkel, am Hals, an der Stirn und am rechten Arm dokumentierten den Übergriff. Der Angeklagte versuchte gar nicht erst, die Tat zu leugnen. Er gestand die „peitschenartigen Hiebe“, wie es der Gmunder selbst beschrieb. „Bei mir sind einfach die Sicherungen durchgebrannt“, sagte der 27-Jährige, der ohne Rechtsanwalt zum Prozess erschienen war. Seine Freundin habe ihn laufend provoziert, er hätte was mit einer Anderen. „Ich habe es sogar abgelehnt mit der anderen Frau auf der Feier zu tanzen,“ betonte der Angeklagte. Als sie in die Wohnung kamen, eskalierte die Situation: Er schlug zu. „Ich lag währenddessen auf dem Bett“, sagte die Geschädigte aus. Sie drohte mit dem Beziehungs-Aus und floh durchs Treppenhaus zu ihrer Nachbarin, die die Polizei informierte.

Als die Beamten eintrafen, verwiesen sie den Gmunder des Hauses. „Wir blieben dann aber auch nur diese eine Nacht getrennt“, sagte die Freundin. Sie hätte ihn nicht anzeigen wollen: „Ich liebe ihn einfach.“ Doch nur etwa zwei Monate nach dem Drama ereignete sich ein Zwischenfall: Das Paar stritt sich erneut, die Freundin rief aus Angst die Polizei. „Es ist aber nichts passiert“, versicherte die Zeugin. Vor der Urteilsverkündung betonte der Angeklagte nochmals, dass er an sich arbeiten möchte.

Der Staatsanwalt forderte sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine Geldauflage von 2500 Euro für das Frauenhaus München. Leitners Urteil fiel wie vom Staatsanwalt gefordert aus. Zugunsten des 27-Jährigen wertete er, dass die Geschädigte kein Strafverfolgungsinteresse hegte. Angesichts der Brutalität der Tat und der zwei Vorstrafen wegen Alkohol am Steuer und Diebstahl, sei ein derartiges Strafmaß aber nötig.

Marina Birner

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa / Jan Woitas

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