Polizei sucht Zeugen

Nach Mord an 76-Jähriger: Gemeinde unter Schock

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Eine 76-jährige Frau ist in ihrem Haus in Erweg (Ortsteil Großberghofen) getötet worden.

Erdweg - Eine schreckliche Tat erschüttert das 1000-Einwohner-Dorf Großberghofen im Dachauer Land. Die 76-jährige Ursula Schnur ist in ihrem Haus ermordet worden. Der oder die Täter sind noch auf der Flucht.

Wie die Polizei mitteilte, ist die alleinstehende Frau, die in der Nähe eines kleinen Wäldchens in einer Siedlung bei Großberghofen (Gemeinde Erdweg) wohnte, tot in ihrem Haus aufgefunden worden. Die Obduktion der Leiche hat ergeben: Die Frau ist gewaltsam aus dem Leben geschieden. Aus ermittlungstaktischen Gründen kann die Polizei derzeit keine Angaben zur genauen Todesursache machen. Auch die genaue Tatzeit ist noch unklar. Genauso wie die Frage, ob sie ihren Mörder ins Haus gelassen oder einen Einbrecher ertappt hatte. „Zuletzt wurde das Opfer am vergangenen Dienstag gegen 11 Uhr an einer Tankstelle lebend gesehen“, sagt Polizeipressesprecher Günther Beck.

Ursula Schnur war in der ganzen Gemeinde Erdweg sehr bekannt und beliebt. In vielen Vereinen hatte sie sich ehrenamtlich engagiert. Fast 23 Jahre lang war sie in der Gemeindeverwaltung Erdweg tätig und die erste Anlaufstation für die Bürger. Jeder schätzte ihre freundliche und offene Art. Um so unfassbarer mag dieses Verbrechen nun für alle erscheinen, die sie kannten.

Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde, Michael Reindl, der viele Jahre mit Ursula Schnur bis zu deren Pensionierung 1997 zusammenarbeitete, war ebenfalls geschockt von der Nachricht. „Für mich ist das eine schreckliche und grausame Tat. Ich kann bloß hoffen, dass der oder die Täter möglichst schnell gefasst werden“, sagte Reindl am Sonntag gegenüber den Dachauer Nachrichten. Die Kripo Fürstenfeldbruck hat zur Klärung des Falles eine Ermittlungsgruppe „Waldstraße“ eingerichtet.

Am Freitag und Samstag wurde durch Kräfte des Einsatzzuges Fürstenfeldbruck und der Bereitschaftspolizei das nähere Umfeld des Hauses und die angrenzenden Wälder durchsucht. Dabei wurden verschiedene Gegenstände gefunden, von denen noch unklar ist, ob sie mit der Tat in Verbindung gebracht werden können. Es wurde ein Drogenversteck entdeckt.

„Wir sind hier alle verängstigt“, sagt eine Nachbarin, die am Freitagabend zu Halloween von Haus zu Haus ziehen wollte. „Als es hieß, dass jemand umgebracht wurde, haben wir uns sofort eingeschlossen.“

Ursula Schnur lebte bis zuletzt ein sehr aktives Leben, wie ihre einzige Tochter Sybille Kramp am Sonntag erzählte. Zu ihren Freizeitbeschäftigungen und zu ihren Hobbys zählten das Lesen, die Hobbymalerei, das Töpfern, das Nähen und das Reisen. Kraft findet Sybille Kramp nach dieser schrecklichen Tat bei ihrer Familie.

Ursula Schnur wurde 1937 in Bad Hersfeld (Hessen) geboren. 1948 kam die Familie nach Großberghofen, wo ihr Vater in der Tuchfabrik Bernstein Arbeit fand und viele Jahre als Betriebsleiter tätig war. Im Jahre 1956 heiratete Ursula Schnur ihren Mann Hans, der an Silvester 2001 verstarb. Tochter Sybille hofft, dass der Mord an ihrer Mutter möglichst schnell aufgeklärt wird. „Ich will, dass diejenigen gefasst werden und vor Gericht kommen.“

Christian Chymyn

Erdweg: 76-Jährige zu Hause getötet

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