A94: Sechs Feuerwehren suchen brennenden Lastwagen

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Einen Anblick wie diesen hatten die Einsatzkräfte erwartet, doch den brennenden Lastwagen gab’s nicht.

Anzing - Alarm am Mittwochvormittag: Kurz nach 8 Uhr meldet eine Autofahrerin, dass auf der A94 Richtung Passau ein Lkw brennt. Als die Feuerwehren dorthin fahren, finden sie: nichts. Eine Suchaktion beginnt.

Ein brennender Lastwagen steht auf der Standspur, es qualmt ziemlich stark. So lautet, grob, die Mitteilung einer Autofahrerin, die Mittwochvormittag auf der A94 unterwegs ist. Als sie den Lkw sieht, greift sie zu ihrem Handy und setzt den Notruf. Dieser geht um 8.11 Uhr in der Leitstelle ein, die sofort die Feuerwehr alarmiert. Der Lkw, so die Frau weiter, befinde sich in Fahrtrichtung Passau, Höhe Anschlussstelle Markt Schwaben/Flughafentangente Ost. Auf Nachfrage der Leitstelle gibt sie noch den genauen Standort durch.

Um 8.18 Uhr sind die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Anzing da. Ihnen bietet sich ein überraschendes Bild: Weit und breit ist kein Lastwagen zu sehen, geschweige denn ein brennender. Mittlerweile sind sechs Feuerwehren (neben Anzing noch Parsdorf, Poing, Landsham, Vaterstetten und die Werksfeuerwehr von Océ in Poing) verständigt, sie alle rücken mit Löschfahrzeugen aus. "Weil man bei einem Lastwagenbrand viel Wasser benötigt, wurde Brandmeldestufe 3 ausgelöst", erklärt Kreisbrandrat Gerhard Bullinger. Er selbst ist nach der Alarmierung in seinem Dienstwagen von Ebersberg auf die A94 gebraust. Und auch er entdeckt: nichts.

"Die Feuerwehren haben dann die A94 zwischen Forstinning und dem Autobahnkreuz München-Ost, bis Feldkirchen, abgesucht", berichtet Bullinger. Doch nirgendwo habe man einen defekten oder gar brennenden Lastwagen ausfindig machen können. Auch nicht auf der Flughafentangente Ost (FTO), welche die Feuerwehr aus Landsham sowie Kreisbrandinspektor Hans Fürmetz kontrolliert haben. Um 8.33 Uhr wird die Suche abgeblasen, die Feuerwehren fahren zu ihren Standorten zurück.

"Es handelt sich wohl um einen so genannten Täuschungsalarm, einen Irrtum desjenigen, der sich gemeldet hat", sagt Kreisbrandrat Gerhard Bullinger. Möglicherweise habe die Frau beim Vorbeifahren an einem Lastwagen Rauch gesehen und einen Brand vermutet.

Täuschungen gebe es immer wieder, an eine ganz kuriose kann sich Gerhard Bullinger noch gut erinnern: "Da hat jemand gemeldet, dass in einem Autohaus in Markt Schwaben ein Auto brennt." Als die Feuerwehren am Einsatzort angekommen waren, entdeckten sie kein Feuer. Sie sahen aber, dass sich der Mond dunkelrot im Schaufenster des Autohauses spiegelte.

von Armin Rösl

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