A94-Teilstück eröffnet: Ramsauer greift Gegner massiv an

Pastetten - Mit markigen Worten in Richtung der Gegner hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer am Mittwochabend den A 94-Teilabschnitt Forstinning - Pastetten eröffnet. Ab Donnerstagmorgen rollt der Verkehr über das sechs Kilometer lange Teilstück.

Bei der Verkehrsfreigabe schlug am Mittwochabend die Stunde der A 94-Befürworter - die Gegner waren gleich gar nicht erschienen. Die Förderer beglückwünschten sich, nach 30 Jahre langer Planungs- und Bauzeit endlich einen bedeutenden Schritt weitergekommen zu sein. Besonders deutlich äußerte sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Vor über 250 Ehrengästen und Bürgern, die mit Fahrrädern, zu Fuß oder Inlineskates zum Festakt gekommen waren, bedauerte er, „dass die Befürworter immer noch in der Minderheit sind“. Er dankte allen, die sich über Jahre hinweg pro Isentalautobahn geäußert hätten - „und damit für die schweigende Mehrheit gesprochen haben“. Ramsauer machte deutlich, „dass mir Bürger, die klar für etwa sind, deutlich lieber sind als jene, die nur kritisieren“. Wer sich jetzt weiter gegen den Vortrieb stemme, „der macht sich mitverantwortlich, wenn auf der B 12 Leib und Leben riskiert werden“.

Ramsauer betonte, dass die A 94 eine wichtige Transversale sei und nun endlich zu Ende gebracht werden müsse. Durch den Neubau der insgesamt rund 150 Kilometer langen Autobahn München - Passau werde die südostbayerische Region leistungsfähiger mit München und dem Flughafen verbunden.

Der Bundesverkehrsminister räumte ein, dass es in seinem Etat hinten und vorne fehle. Dennoch machte er die Zusage, für den Weiterbau 40 Millionen Euro bereitzustellen. „Dieses Geld ist gut angelegt. Wir haben zu Recht hohe ökologische Standards, wir müssen aber auch an die Menschen denken“, sagte Ramsauer - und erntete dafür Applaus von einer ganzen Reihe Kommunalpolitikern aus den Kreisen Erding, Ebersberg und Mühldorf.

Bayerns Staatskanzleichef Marcel Huber ging auf die „enorme wirtschaftliche Bedeutung“ der A 94 ein. „Mit ihr sichern wir die Zukunft des Chemiedreiecks und damit rund 25 000 Arbeitsplätze allein in der chemischen Industrie.“ Huber, der in Ampfing lebt und die Probleme der gefährlichen B 12 kennt, sagte, dass die neue Autobahn ein „wichtiger Beitrag für mehr Verkehrssicherheit“ sei. „Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass die A 94 zu den vordringlichsten Zukunftsprojekten in ganz Bayern gehört und ein Herzensanliegen der Region ist.“

Wesentlich differenzierter betrachtete Pastettens Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger die Entstehungsgeschichte des sechs Kilometer langen und rund 50 Millionen Euro teuren Teilstücks. Sie gestand: „Unsere Gemeinde war 30 Jahre lang gegen die Autobahn. Aber wir mussten einsehen, dass wir keine Mehrheit fanden.“ Notgedrungen habe man sich mit dem Bau abgefunden. „Ich stehe hier mit einem lächelnden und einem weinenden Auge“, bekannte Vogelfänger. Der Eingriff in die Natur sei enorm, einige Landwirte warteten weiter auf Ersatzflächen. Andererseits kämen viele Menschen nun schneller nach München, der Ort Pastetten werde entlastet. An Ramsauer richtete sie den Appell: „Schauen Sie, dass jetzt rasch weitergebaut wird.“

(Hans Moritz)

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