Zum Jahresende

Abschied nach 19 Jahren: Wirtspaar von beliebter Hütte hört auf

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Rückzug vom Tresen: Die Wirtsleute Elke Hofmann und Hans Mayr hören zum Jahreswechsel in der Tutzinger Hütte an der Benediktenwand auf.

Sie sind Wirtsleute mit Leib und Seele – und gerne für ihre Gäste da. Aber ab nächstes Jahr wollen Hans Mayr und Elke Hofmann mehr Zeit für sich haben. Deshalb nehmen sie Abschied von der Tutzinger Hütte.

Benediktbeuern – Es ist nicht die Arbeit an sich. „Ich bin gerne Wirt“, sagt Hans Mayr. Vor 19 Jahren hat der jetzt 48-jährige Kochler die Tutzinger Hütte unterhalb der Benediktenwand übernommen. Seit neun Jahren steht ihm Elke Hofmann (46) als tüchtige Wirtin zur Seite. Beide wissen, dass sie in der Hochsaison kräftig anpacken müssen, damit der Laden läuft. „Im Sommer stehst du um 6 Uhr auf und gehst um Mitternacht ins Bett“, sagt Mayr. Bei 18-Stunden-Arbeitstagen in einer Sieben-Tage-Woche „da gibst du im Sommer dein Leben ab“. So haben Mayr und seine Partnerin beschlossen: „Jetzt sind wir mal dran!“

Schon im Frühsommer sei der Plan zum Aufhören gereift. Damals hat es die Tutzinger Hütte „personell etwas derbröselt“, sagt Mayr. Der eine oder andere Ausfall bei den Helfern in der Küche lasse sich wieder auffangen. Die Wirtsleute selbst aber dürften nie krank werden, sonst stehe der Betrieb Kopf. „Elke und ich haben uns das gut sechs Wochen überlegt“, sagt Mayr. Dann stand der Entschluss fest: „Wir hören zum Jahreswechsel auf.“

Die Wirtsleute haben die zuständige Alpenvereinssektion Tutzing verständigt. Die hat bereits die Neuverpachtung der Hütte ausgeschrieben. „Die ersten Bewerbungen sind schon eingegangen“, weiß Mayr. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin hofft er, dass sich ein tüchtiges Wirtepaar findet, das die Tutzinger Hütte im Frühjahr 2018 übernimmt. Neben der Bewirtung der Besucher in der Gaststube und auf der Terrasse müssen auch die Quartiere in Schuss sein. Rund 8500 Gäste haben zuletzt jährlich in der Tutzinger Hütte und in der nebenan gelegenen Hausstatt-Alm übernachtet. „Das ist eine gute Auslastung.“ Beide Herbergen sind auf dem neuesten Stand, sagt Mayr. Die Tutzinger Hütte wurde im Jahr 2000 als eine der innovativsten Berghütten neu gebaut. Nach einem Lawinenabgang wurde 2010 auch die Hausstatt-Alm von Grund auf neu gebaut.

Am 31. Oktober endet für Mayr und Hofmann die Sommersaison. Nur zum Jahreswechsel sperren sie die Hütte noch einmal vom 27. Dezember bis 7. Januar auf. „2018 soll ein Jahr für uns werden“, haben sich Mayr und Hofmann vorgenommen. „Dann sehen wir weiter.“ Zurzeit jedoch rüsten sie sich für den zu erwartenden Ansturm am kommenden Sonntag bei der traditionellen Bergmesse. „Das ist ein aufregender Tag“, sagt Mayr. „Da kommen immer so viele Leute zu uns.“

Bergmesse

am Sonntag, 27. August, um 10.30 Uhr am Hubschrauber-Landeplatz neben der Tutzinger Hütte. Es gibt noch Karten für den Bustransfer um 7 Uhr zu den Serpentinen bei der Materialseilbahn. Erhältlich sind die Tickets zum Preis von 13 Euro in der Gäste-Information Benediktbeuern, Telefon 0 88 57/248.

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