Autofahrer wütend über Umleitung

Absichtlich angefahren: Jetzt spricht der Feuerwehrmann

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Bei dem Unfall in Geretsried kam es zu unschönen Szenen.

Weil ein Autofahrer wütend über eine Umleitung war, die nach einem Unfall eingerichtet wurde, fuhr er einen Feuerwehrmann an. Die Ehrenamtlichen sind schockiert über den Vorfall in Geretsried.

Geretsried – Der Landesfeuerwehrverband ist außer sich. „Das ist eine Unverschämtheit“, sagt Jürgen Weiß, Referent für Facharbeit in dem Verband. Er spricht von einem unglaublichen Vorfall in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Dort hat ein Autofahrer einen Feuerwehrmann, der den Verkehr an einer Unfallstelle vorbei leitete, gerammt. Offenbar vorsätzlich.

Es war ein alltäglicher Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Geretsried: Nach einer Kollision, in die vier Autos verwickelt waren, mussten einige der Ehrenamtlichen die Unfallstelle absichern und den fließenden Verkehr umlenken. Manchem Autofahrer passte das überhaupt nicht. Mehrere Ungeduldige beschimpften und beleidigten die Feuerwehrmänner.

Damit nicht genug: Hauptkommissar Emanuel Luferseder berichtet, dass ein „sehr junger“ Autofahrer die Umleitung nicht akzeptieren wollte – und einen Feuerwehrmann mit seinem Auto zur Seite drängte. Dabei fuhr der bislang unbekannte Mann dem Ehrenamtlichen gegen das Bein. Zum Glück blieb der 40-Jährige unverletzt.

Feuerwehrmann zu dem Vorfall: „Das ist nicht normal“

Jürgen Weiß vom Landesfeuerwehrverband ist entsetzt über den Vorfall, der einem Kameraden passiert ist.

Der Feuerwehrmann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ist fassungslos. „Diskussionen müssen wir im Einsatz leider immer wieder führen“, sagt er. Auch heftige Beschimpfungen bekämen die Ehrenamtlichen regelmäßig zu hören. „Aber dass jemand versucht, uns Rettungskräfte mit dem Auto von der Straße zu drängen, das ist nicht mehr normal.“ In seinen 23 Jahren im Feuerwehrdienst habe er so eine extreme Reaktion bislang noch nicht erleben müssen. „Ich war baff“: Mit diesen drei Worten beschreibt er den Moment, als das Auto gegen sein Bein stieß. „So etwas glaubt man im ersten Moment gar nicht.“

Dass ein Autofahrer, der im Feierabendverkehr auf ein Hindernis oder eine Umleitung stößt, nicht begeistert ist – dafür habe er durchaus Verständnis. Aber eine solche Aktion, die zu schweren Verletzungen führen kann, „das ist eine richtig üble Nummer“.

Derselben Meinung ist Jürgen Weiß, Referatsleiter Facharbeit beim Bayerischen Feuerwehrverband. Die Freiwilligen würden Zeit opfern und auf vieles verzichten, um anderen Menschen in einer Notlage beizustehen. Dazu zähle auch die Absicherung von Unfallstellen. Dass Feuerwehrmänner oder andere Helfer durch das Verhalten von Autofahrern bewusst in Gefahr gebracht werden, „das geht überhaupt nicht“, stellt Weiß kategorisch fest. Er rät seinen Kameraden, die vor Ort in Konflikte mit Verkehrsteilnehmern oder gar Gaffern geraten: „Es ist wichtig, deeskalierend bei solchen Vorfällen zu reagieren.“ Manchmal ließen sich aufgebrachte Autofahrer von der Information, dass die Maßnahme auch ihrer Sicherheit diene, beruhigen.

Auswüchse wie in Geretsried sind die Ausnahme - nicht die Regel

Glücklicherweise seien Auswüchse wie in Geretsried nicht die Regel. „Das sind absolute Ausnahmefälle“, sagt Weiß. Die Fahndung nach dem Autofahrer, der sich nach seiner Attacke auf den Feuerwehrmann aus dem Staub machte, läuft. Die Geretsrieder Polizei ermittelt wegen versuchter schwerer Körperverletzung, versuchter Nötigung und eines gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr.

Dominik Stallein

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