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Auf der Suche nach dem Handy: Mann stürzt am Kalvarienberg 40 Meter in die Tiefe

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Von: Melina Staar

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Einsatz am Kalvarienberg: Die Retter und der Notarzt versorgen den abgestürzten jungen Mann.
Einsatz am Kalvarienberg: Die Retter und der Notarzt versorgen den abgestürzten jungen Mann. © Bergwacht

Auf der Suche nach seinem Handy ist ein junger Mann am Dienstagabend am Tölzer Kalvarienberg abgestürzt. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu. Die Bergwacht rückte aus.

Bad Tölz – Es war ein äußerst ungewöhnlicher Einsatz, zu dem die Bergwacht Bad Tölz am Dienstagabend ausrückte. „Ich bin jetzt seit 20 Jahren dabei, aber am Kalvarienberg mussten wir noch niemanden retten“, so Johannes Kuntze-Fechner, stellvertretender Bereitschaftsleiter der Tölzer Bergwacht. Eine Person wurde schwer verletzt gerettet.

Was war passiert? Gegen 21 Uhr waren zwei junge Männer auf dem Kalvarienberg unterwegs. Einer der beiden –aus dem Raum Bad Tölz – verlor beim Abstieg sein Handy. Als er danach suchte, stürzte er etwa 40 Meter in einer Rinne des sehr steilen und teilweise felsigen Waldgeländes ab. Schließlich kam er zum Liegen.

Unglück am Kalvarienberg: Mann stürzt in steilem und felsigem Waldgelände ab

Um 21.08 Uhr informierte die Rettungsleitstelle die Bergwacht Bad Tölz, den Einsatzleiter Isarwinkel und den Landrettungsdienst über die abgestürzte Person am Kalvarienberg. Die genaue Örtlichkeit war zunächst nicht bekannt. Daher machte sich die Bergrettungsmannschaft von der höchsten Stelle des Bergs aus über die Wanderwege in Richtung Fröhlichgasse auf die Suche.

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Der Begleiter des Abgestürzten, der die Meldung abgegeben hatte, wurde so schnell gefunden. „Von dort aus war es relativ gut ersichtlich, wo er runtergefallen sein musste. Man sieht es von unten und von oben“, so Kuntze-Fechner.

Bergwacht-Einsatz am Kalvarienberg: Retter ziehen Verletzten mit speziellem Seil nach oben

Der Bergwachtnotarzt und ein weiterer Bergretter nahmen die Erstversorgung am Verletzten vor. „Der Patient war die ganze Zeit ansprechbar“, sagt Kuntze-Fechner. Zwei weitere Retter wurden mit Gebirgstrage und weiterem Rettungsmaterial abgelassen. Währenddessen baute die restliche Mannschaft zur sicheren Bergung das so genannte Dyneemaseilrettungsgerät auf. „Das ist ein spezielles Seil, speziell für die Bergrettung“, erklärt Kuntze-Fechner.

Damit könne man eine Person über längere Strecken hochziehen, gedacht sei es speziell für die Rettung aus Felswänden. Mit diesem Seil wurde der Patient nach oben gezogen und dem Rettungsdienst übergeben.

Absturz am Kalvarienberg: Ähnliche Situationen hatte die Bergwacht bereits geübt

Er hatte sich verschiedenste Verletzungen zugezogen. „Es ist schwer zu sagen, wie genau er gefallen ist“, sagt der Retter. Etwa eineinhalb Stunden nach der Alarmierung wurde der Patient in den Schockraum der Tölzer Stadtklinik eingeliefert. Der Einsatz war für die 15 Bergretter und den Notarzt gegen 23 Uhr beendet.

Von Vorteil für die Bergung war, dass die Bergwacht erst vor wenigen Jahren in Kooperation mit der Tölzer Feuerwehr eine Übung an dieser Stelle des Kalvarienbergs durchgeführt hatte. Gerade auch im Hinblick auf Leonhardi habe man sich auf Einsätze in dem Gebiet vorbereitet. „Es gibt dort einige steile Gräben.“ So habe man etwa simuliert, dass eine Kutsche abstürze. Aber solch ein Einsatz wie am Dienstag sei schon äußerst unwahrscheinlich.

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