Lucy schluckte Messer-Köder

Hundehasser! Behörden warnen mit Schildern

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Herrchen Frank Dauenhauer (43) mit Terrier-Mix Lucy bei der Nachuntersuchung durch Dr. Franz Wittmann. Große Schilder warnen nun vor den gefährlichen Ködern.

Oberschleißheim - Am Ostersonntag hat Terrier-Mix Lucy am Mallertshofer See einen mit einer Skalpell-Klinge gespickten Hundeköder gefressen. Seitdem geht die Angst vor dem unbekannten Hundehasser um.

Es ist derzeit ruhig am Mallertshofer See, kaum einer genießt hier den schönen Frühlingstag mit Sonnenschein und blauem Himmel. Der Grund für die Ruhe: Am Ostersonntag hatte Terrier-Mix Lucy (5) einen Hundeköder, gespickt mit einer Skalpell-Klinge, gefressen.

Jetzt meiden offenbar viele Hundebesitzer das Erholungsgebiet zwischen Oberschleißheim und Eching. Mit Schildern warnt deshalb auch die Gemeinde Oberschleißheim vor den präparierten Wurstbrocken. „Achtung Hundehalter! Gefährliche Köder ausgelegt“, steht in roten Buchstaben geschrieben.

Klar, dass sich nur wenige Hundebesitzer trauen, hier ihre Zamperl auszuführen. „Im Moment kann man sich nirgends sicher sein“, sagt die im Münchner Norden wohnende Iris Luckner zum Münchner Merkur.

Tierhasser am Werk: Hund schluckt Köder mit scharfen Klingen

Tierhasser am Werk: Hund schluckt Köder mit scharfen Klingen

Sie ist gerne am Mallertshofer See mit ihrem Mischling unterwegs oder auch im Englischen Garten. Dort gab es auch schon mehrfach Vorfälle mit giftigen Ködern. Ihren vier Monate jungen Mischling führt sie wenige Tage nach dem Vorfall am See an der Leine: „Er ist noch zu jung und würde die Wurst im Gebüsch sofort fressen.“

Iris Luckner will trotzdem weiter den Mallertshofer See nutzen für Spaziergänge mit dem Hund. Das Gelände ist für sie optimal, weil es alles hat, was sie braucht: „Hier habe ich See, Wald und freies Feld. Es ist viel schöner als anderswo.“ Iris Luckner ging auch bewusst zum Ufer des Sees. „Wenn alle Hundebesitzer jetzt wegbleiben, hätte der Täter genau das erreicht, was er wollte“, ist sie überzeugt.

Ein anderer Hundebesitzer war da nicht ganz so mutig. Er bewegte sich lieber auf den umliegenden Wegen am Waldrand einige Hundert Meter weg von dem alten Kiesweiher. „Den See meide ich heute erst einmal, denn da bin ich nicht entspannt“, sagt der Mann. Auch er hatte seinen Hund an der Leine, aber nicht nur wegen der Ködergefahr: „Sie ist gerade läufig.“

Spekulationen machen die Runde

Der Mann gab aber auch an, besonders auf der Hut zu sein: „Nach solchen Vorfällen schaue ich genauer hin, wo sich der Hund bewegt und was er macht.“ Doch wer könnte der Hundehasser sein, der die gefährlichen Köder ausgelegt hat?

Einen Verdächtigen gibt es zwar nicht. Doch machen Spekulationen die Runde: Möglicherweise stecken FKK-Liebhaber dahinter. Der Mallertshofer See ist nämlich ein beliebter Treffpunkt für Nacktbader.

Angeblich fühlen sich diese in den vergangenen Jahren zunehmend gestört von den Hundehaltern, die ihre Zamperl frei herumlaufen lassen. Ein junger Hundebesitzer kann das alles nicht verstehen: „Sollten sich Leute bekriegen, die alle auf diesem natürlichen Gelände ihre Freiheiten genießen, dann wäre das schon sehr, sehr traurig.“

Für Frank Dauenhauer (43) aus Fahrenzhausen, dem Herrchen von Terrier-Mix Lucy, steht jedenfalls eines fest: „Wir gehen hier definitiv nicht mehr spazieren“, sagte der Verkäufer zur tz. Der Ostersonntag war einfach zu dramatisch gewesen.

Dem 43-Jährigen fährt immer noch der Schrecken in die Knochen, wenn er daran denkt, wie knapp seine Lucy wahrscheinlich dem Tod entgangen ist. Nachdem die Hundedame nämlich in einem Gebüsch die präparierte Wurst gefunden und gefressen hatte, würgte der Vierbeiner und zitterte am ganzen Körper.

Sofort war Frank Dauenhauer mit Lucy in die Tierklinik nach Neufahrn gefahren. Hier wurde der Mischling notoperiert und die scharfe Klinge aus dem Magen entfernt. Der süße Terrier wird glücklicherweise keine bleibenden Schäden behalten.

Nico Bauer

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